RADIO – PFFF … ist da die Luft raus?

Man stelle sich vor, alle Minuten, die Menschen um uns herum mit Radio – heute sagt man eher „Audio“  – verbringen sinnbildlich in einen großen Ballon gesteckt:  Er wird ganz schön dick bei durchschnittlich 181* Minuten pro Tag und Hörer.

Geht dem UKW-Radio zukünftig die Luft aus angesichts des Digitalen Wandels um im Bild zu bleiben? Gut möglich ist, dass bei einer insgesamt kleiner werdenden Bevölkerungsanzahl  die Menge der vielen Hörminuten abnimmt alleine aus demografischen Gründen. Vor allem aber angesichts neuer Hörgewohnheiten Richtung Streaming wird sich die Zusammensetzung der  Luft im Ballon verändern. Keiner weiß, ob sich dies in einem Drittel-Drittel-Drittel darstellen wird, aufgeteilt zwischen klassischem Radio, dessen Streaming-Channel-Ablegern und reinen Streaming-Diensten wie Spotify – odr nicht.

Einen Workshop im sommerschönen Hannover veranstaltet zum Thema „Streaming versus Radio – sind Vielfalt und Anbieter bedroht?“ Da kommt doch prompt ein physikalisches Institut einer deutschen  Hochschule mit einer hochkomplizierten Formel und bestätigt die im Seminar gesammelten Erkenntnisse der Musikredakteure und zugeschalteten Experten auch aus dem Ausland: Die Musikvielfalt ist höher geworden, Titel bleiben kürzer in den Charts. Gut, zu dieser Erkenntnis sind wir alle auch schon gekommen. Nur wurde das sprunghafter gewordene Verhalten der Hörer in einer 50-Jahresanalyse der Charts ermittelt, und eine mathematische Formel zur Berechnung dieser Sprunghaftigkeit verwenden die Frankfurter Forscher auch.

Nun denn: „Spinning Wheel turn around“ sangen schon Blood, Sweat and Tears. Die Szenarien, wie Hörer und Zuschauer sich sogenannten Oberflächenmedien zu- oder abwenden, hängen auch von Herz, live und life ab. Das können UKW und deren Simulcaster jetzt und bestimmt in der Zukunft weiterhin gut.

Einen Auszug des Workshops als kurzes Video im mediacampus-Linden in Hannover gehalten von Helmut Poppe mit einer interessanten Darstellung der Zahlen und der Entwicklungen nicht nur in Audio angesichts des Wettbewerbs mit Streaming findet man hier (Bild anklicken).

 

*Studie, ma 2019, Audio I, Verweildauer

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