{"id":1539,"date":"2024-01-22T19:17:40","date_gmt":"2024-01-22T18:17:40","guid":{"rendered":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/?p=1539"},"modified":"2024-01-24T16:42:01","modified_gmt":"2024-01-24T15:42:01","slug":"jugendtraeume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/?p=1539","title":{"rendered":"Jugendtr\u00e4ume"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"670\" height=\"378\" src=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/berufsinfotag.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1542\" srcset=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/berufsinfotag.jpg 670w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/berufsinfotag-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Hauptsache etwas mit Medien? Stimmt das noch oder ist dieser Wunsch mittlerweile von Berufszielen wie Heizungsinstallateur oder Schreiner-Influencer \u00fcberholt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor etwa zwanzig Jahren war es noch schick, sich f\u00fcr Jobs in den Medien zu interessieren. Offensichtlich haben sich die Berufsw\u00fcnsche junger Leute mittlerweile ge\u00e4ndert. Fragt man sich bei den Zwanzigj\u00e4hrigen um, h\u00f6rt man je nach sozialem und geografischem Umfeld Interesse an einer beruflichen Verwirklichung in klassischen Berufen wie Verk\u00e4ufer, B\u00fcrokauffrau, Mechatroniker oder im IT-Umfeld. Bei bildungsorientierten Zielgruppen steht weiterhin ein Studium der Betriebswirtschaft, Psychologie oder Politik an oberer Stelle, am liebsten an Hochschulen in den USA, Gro\u00dfbritannien, Singapur oder Australien. Formal bildungsm\u00e4\u00dfig denken viele Menschen an Jobs wie Gabelstaplerfahrer oder Nageldesigner.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wie sieht es bei der vergleichsweise kleinen Gruppe der sogenannten Volont\u00e4re in deutschen Medien aus? Es handelt sich um einige Zehntausend Personen, die haupts\u00e4chlich in Printmedien ihren Berufseinstieg finden. Danach folgen TV und Radio, gefolgt von reinen Onlinemedien. Diese niedrigen Zahlen m\u00fcssen im Zusammenhang mit den insgesamt 1,22 Millionen Personen in Deutschland bewertet werden, die laut dem Statistischen Bundesamt im Jahr 2023 eine Berufsausbildung begonnen haben. Davon waren 34,6 % Frauen und 65,4 % M\u00e4nner. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsvertr\u00e4ge betrug im Jahr 2023 469.900, was einem Zuwachs von 0,8 % gegen\u00fcber dem Vorjahr entspricht. Der Zuwachs war jedoch geringer als in den Vorjahren, als er jeweils \u00fcber 5 % lag. Insgesamt ist ein R\u00fcckgang junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu verzeichnen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Medienbranche, wie Ausbilder berichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Personalverantwortliche in \u00f6ffentlich-rechtlichen Anstalten best\u00e4tigen, dass sich die Berufsbilder bei Medien vermischen und somit auch die Ausbildungscurricula bei Redakteuren, Moderatoren und sogenannten \u201eContenterstellern\u201c in Medien. Bei privaten Anbietern wird dies ebenfalls bekr\u00e4ftigt.&nbsp; Fr\u00fcher arbeitete ein Rundfunkredakteur in der Regel mit einem Tonstudiomitarbeiter zusammen, um einen Beitrag zu erstellen. Heutzutage kann er dies jedoch weitgehend alleine tun, da digitale Technologien dies erm\u00f6glichen. Die Texterstellung, Aufnahme, Nachbearbeitung und sogar das \u201eOn Air-Bringen\u201c lassen sich mit digitalen Technologien schneller und effektiver durchf\u00fchren oder zumindest unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In einem Folgebeitrag wird auch auf die zur\u00fcckgehende Attraktivit\u00e4t von klassischen Medien wie Print und Radio und dort speziell zu dem Berufsbild Moderator f\u00fcr junge Zielgruppen eingegangen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dabei stellt sich die Frage nach der Rolle von K\u00fcnstlicher Intelligenz.<\/p>\n\n\n\n<p>Bekanntlich lassen sich redaktionelle Artikel schnell verfassen und Sprecherstimmen automatisch reproduzieren. Bilder und Videos k\u00f6nnen k\u00fcnstlich bearbeitet werden. Dies kann manche Jobs ersetzen oder die Arbeitslast verringern. Junge Menschen sehen diese Gefahr ebenfalls und \u00fcberlegen, ob ein Job in den Medien trotz seiner Attraktivit\u00e4t gen\u00fcgend Sicherheit bietet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Urteil \u00fcber junge Leute, nach dem Motto \u201eViertagewoche bitte und kein Stress\u201c, scheint \u00fcberzogen zu sein. Allerdings stehen junge Menschen aufgrund des bestehenden Fachkr\u00e4fte- oder besser Arbeitskr\u00e4ftemangels bei potenziellen Arbeitgebern in einer vorteilhafteren Position als zuvor. Es gibt eine Reihe von Studien, die belegen, dass junge Menschen bei der Auswahl eines Arbeitgebers auf Begriffe wie Purpose (Unternehmenszweck und -ziel), Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung achten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Studie des Instituts f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus dem Jahr 2022 zeigt, dass 75% der jungen Menschen in Deutschland bei der Auswahl eines Arbeitgebers auf die Unternehmenskultur achten. Dabei spielt die soziale Verantwortung des Unternehmens eine wichtige Rolle. 60% der jungen Menschen geben an, dass sie sich f\u00fcr ein Unternehmen entscheiden w\u00fcrden, das sich f\u00fcr soziale und \u00f6kologische Ziele einsetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmen, die solche Versprechen erf\u00fcllen, haben einen Vorteil. Ein negatives Urteil von Entt\u00e4uschten ist schnell auf Plattformen verfasst, die ehemaligen Angestellten eine M\u00f6glichkeit zur Bewertung des Unternehmens bieten, wie zum Beispiel Kununu oder Glassdoor.<\/p>\n\n\n\n<p>In Zusammenarbeit mit der FAZ und dem Hessischen Rundfunk lud das Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zu einem Berufsinformationstag ein. Dort sollten Fragen beantwortet werden wie \u201eWas macht ein Redakteur bei einer Zeitung? Wie werde ich Moderatorin beim Radio und was bedeutet es, multimedial zu arbeiten?&nbsp; Die Veranstaltung &#8218;Dein Start in die Medien&#8216; bot jungen Menschen Einblicke in den Job des Multimedia-Journalismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Es bleibt jedoch unklar, ob und inwiefern solche Veranstaltungen tats\u00e4chlich zu einer konkreten Umsetzung f\u00fchren k\u00f6nnen, obwohl sie durchaus eine lebenslange Berufskarriere beeinflussen k\u00f6nnen. Oft sind es kleine Impulse, die zu Berufsentscheidungen f\u00fchren. Die jungen Menschen von heute werden in Zukunft mit gro\u00dfen Herausforderungen konfrontiert sein, die durch technologische und demografische Entwicklungen bedingt sind. Medien spielen weiterhin eine wichtige Rolle im Leben der Menschen. Es bleibt abzuwarten, ob Spielereien wie beispielsweise der Trend der &#8218;Schreinerinfluencerin&#8216; oder andere Lifestyle-Beratungen sich positiv auf das Berufsleben und die Allgemeinheit auswirken werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die H\u00f6rfunkschule Frankfurt befindet sich im Medienhaus der Evangelischen Kirche und hat bemerkenswerte Nachbarn wie die Wirtschaftsf\u00f6rderung der Stadt Frankfurt. Offensichtlich erm\u00f6glicht die nachlassende Nachfrage nach B\u00fcror\u00e4umen einen Sitz in einem so attraktiven Geb\u00e4ude und Umfeld.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hauptsache etwas mit Medien? Stimmt das noch oder ist dieser Wunsch mittlerweile von Berufszielen wie Heizungsinstallateur oder Schreiner-Influencer \u00fcberholt? Vor etwa zwanzig Jahren war es noch schick, sich f\u00fcr Jobs in den Medien zu interessieren. Offensichtlich haben sich die Berufsw\u00fcnsche junger Leute mittlerweile ge\u00e4ndert. 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