{"id":177,"date":"2018-08-08T11:52:16","date_gmt":"2018-08-08T09:52:16","guid":{"rendered":"http:\/\/dasmedienzentrum.org\/?p=177"},"modified":"2018-08-21T16:38:08","modified_gmt":"2018-08-21T14:38:08","slug":"radio-quo-vadis-wird-uns-das-radio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/?p=177","title":{"rendered":"RADIO, quo vadis? Wird uns das Radio erhalten bleiben? &#8230;"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8230; so wie wir es kennen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Smart Speakers &#8218;hot stuff&#8216; oder hei\u00dfe Luft?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zum Stand der Entwicklung und eine Prognose<br \/>\n<\/strong>Diesen Artikel und mehr lesen Sie auch auf radioszene.de<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Es seien einmal ganz verschiedene Dinge in Zusammenhang gebracht: Ungeborene h\u00f6ren schon im Mutterleib und zeigen Empfindungen auf T\u00f6ne. Gewisse Ger\u00e4usche f\u00fchren nachweislich zu einer Beruhigung des Embryos. Das Ph\u00e4nomen zeigt sich auch bei Neugeborenen laut einiger Studien, einmal auf der Welt, reagieren sie \u00a0auf bereits im Mutterleib Geh\u00f6rtes mit \u00e4hnlichen Reaktionen. Radiopionier Bernt von zur M\u00fchlen spricht beim H\u00f6ren sogar von der \u201e<strong><em>spirituellsten aller Sinneswahrnehmungen<\/em><\/strong>\u201c.<\/p>\n<p>Etwas anderes, kennt jemand noch spinner.com oder Netscape-Radio? So hie\u00dfen die ersten Webradios Ende der 90er Jahre (nat\u00fcrlich gab es bei uns auch radio germany.net\u2026). Die Menschen waren begeistert und fragten nach entsprechender Aufnahme-Software. Sie fanden es seinerzeit schade, dass sich einer der Dienste auf nur eine Stunde Kostenlosigkeit beschr\u00e4nken wollte.<\/p>\n<p>Technik trifft auf Grunds\u00e4tzliches, dem Menschen Inherenten. Was wird zuk\u00fcnftig Radio st\u00e4rker beeinflussen: neue \u2013 und ephem\u00e4re Technikentwicklungen oder die magische Kraft des H\u00f6rens?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anderes Terrain:<\/p>\n<p><strong><em>\u201eInvestieren, bevor die US-Jungs kommen\u201c<\/em><\/strong>, so Vermarktungs-RMS-Chef Matthias Wahl.<\/p>\n<p>Warum l\u00e4uft es f\u00fcr Radio gerade so gut? Radio hat R\u00fcckenwind durch die Themen Sprachsteuerung, Digitalisierung und Entstehung vermutlicher Zukunftsmedien so der Chef des gro\u00dfen deutschen Radiovermarkters. Radio erf\u00e4hrt derzeit auch eine Renaissance, da bei einer gut laufenden Wirtschaftskonjunktur Abverkaufswerbung eine hohe Rolle spielt, und surprise!\u00a0 zunehmende Skepsis gegen\u00fcber derzeitigen Formen der online Werbung dem traditionellen Medium in die Hand spielt. Bemerkenswert ist, dass in diesem Zusammenhang gerade gro\u00dfe E-Commerce Firmen ihre Budgets im Radio erh\u00f6hen.\u00a0 Auch kehren etablierte USPs von Radio wieder ins Blickfeld. Sie lauten: Reichweite, Touchpoints und Aktivierung.<\/p>\n<p>Tageszeitungen mussten in den letzten 20 Jahren nicht nur in Deutschland massiv\u00a0 Leser und damit verbunden Ums\u00e4tze abgeben an Online.\u00a0 Print leidet nicht allein, die klassischen elektronischen Medien wie TV und Radio mussten <u>v e r m u t l i c h<\/u>\u00a0 ebenfalls Reichweitenverluste bei jungen Zielgruppen hinnehmen. Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind zu suchen bei der Kostenlosigkeit des Contents (in welcher Qualit\u00e4t und Auswahl auch immer) und bei der ge\u00e4nderte Mediennutzung gerade junger Menschen. In einer Zeitreihe lassen sich aber solche Verluste nicht eindeutig nachweisen. In Gro\u00dfbritannien macht Radio laut der \u201cMIDAS\u201d-Studie immer noch 75% des gesamten Audiokonsums aus. Eine hohe Zahl, die bei den 15-24j\u00e4hrigen auf 50% abgesackt, aber immer noch beeindruckend ist. Die in Deutschland genutzten Reichweitenanalysen sind erst seit 2018 kompatibel zwischen online und UKW und DAB+. Radio \u2013 besser Audio \u2013 muss nun schauen, wie es sich der digitalen Herausforderung stellt. Funktionieren etwa die alten Rezepte: Gute Musik, starke Moderation, Abwechslung, Events und Zeitgeist nicht mehr?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hier eine Momentaufnahme, die Werte f\u00fcr die Gesamtbev\u00f6lkerung zeigt. Eine Zeitreihe \u00fcber zur\u00fcckliegende Jahrzehnte ist leider nicht m\u00f6glich wegen fehlender Kompatibilit\u00e4t der Studien. F\u00fcr junge Zielgruppen wie beispielsweise 14 bis 29-J\u00e4hrige d\u00fcrften die hier dargestellten Werte aus 2017 f\u00fcr Webradio wesentlich h\u00f6her liegen. Sie sagen nichts aus \u00fcber die L\u00e4nge der Audionutzung. Live-Radio macht gem\u00e4\u00df der genannten britischen Studie auf einem Smartphone nur 22% des H\u00f6rens aus, auf einem Laptop, Desktop oder Tablet und mit einer \u00fcber Lautsprecher vorgenommenen Raumbeschallung ist es mit ca. 35 % die beliebteste Art des Audiogenusses.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-178 size-full\" src=\"http:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/webradiomonitor2017.jpg\" alt=\"\" width=\"605\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/webradiomonitor2017.jpg 605w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/webradiomonitor2017-300x223.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/p>\n<p>Mit Erscheinen der MA 18 werden ausgewiesen: Online-Audio gesamt 4,631 Mio. H\u00f6rer pro Tag vs. Audio total 52,22 Mio., das hei\u00dft Audio aus UKW, DAB+ und Streaming kommt auf eine Reichweite pro Tag bei Personen \u00fcber 14 Jahren in Deutschland von etwa 80%, was nicht eine Komplettabedeckung der Bev\u00f6lkerung \u00fcber 14 Jahre bedeutet aber schon ein dicker Brocken ist.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-180 size-full\" src=\"http:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma18meistgeh\u00f6rteonline.jpg\" alt=\"\" width=\"503\" height=\"616\" srcset=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma18meistgeh\u00f6rteonline.jpg 503w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma18meistgeh\u00f6rteonline-245x300.jpg 245w\" sizes=\"auto, (max-width: 503px) 100vw, 503px\" \/><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wie antworten Radio-Stationen und deren Vermarkter auf den neuen Wettbewerb? <\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Einfangen der H\u00f6rerschaft auf neuen Kan\u00e4len <\/strong><\/li>\n<li><strong>Transformation der Organisationsabl\u00e4ufe mit digitalen Hilfsmitteln <\/strong><\/li>\n<li><strong>Veredelung von H\u00f6rerdaten zur Monetarisierung<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Die neuen Kan\u00e4le lauten zum einen Simulcast, also die \u00dcbertragung von bestehenden UKW Angeboten im Internet und neue Channels, die engen speziellen H\u00f6rerw\u00fcnschen und Profilen entsprechen. Deren Anzahl in Deutschland betr\u00e4gt nach einer Z\u00e4hlung ingesamt: 586 auch mit Submarken, netto und ohne Doppelz\u00e4hlungen. Dem stehen knapp 300 UKW- und DAB+Sender entgegen. Andere Zahlen bietet das Mafo-Institut Goldmedia mit in 2016 2.450 gez\u00e4hlten Streamingangeboten. Gemeint sind hiermit andere, h\u00e4ufig private Einzelpersonen mit einem Sendebewusstsein, die nicht zu den angestammten anderen Gez\u00e4hlten geh\u00f6ren: 222 kommerzielle deutsche Privatstationen und knapp 60 von der ARD. Aus deutschen FM und DAB+-Radios werden 2018 voraussichtlich Ums\u00e4tze in H\u00f6he von ca. 800 Mio. \u20ac \u00a0n e t t o generiert, Instream-audio im Vergleich hierzu bescheidene ca. 40 Mio. und zum Vergleich der gro\u00dfe Internet-Mitbewerber Amazon gesch\u00e4tzt 1 Mrd.!<\/li>\n<\/ol>\n<p>Bemerkenswert bei der Entstehung neuer Kan\u00e4le ist die M\u00f6glichkeit \u00fcber smarte Lautsprecher stark personalisierte Audioprogramme zu erstellen. Wenig Sinn macht es, diese speziell nach der Anzahl zu z\u00e4hlen. Es sind schlichtweg zu viele. Vom Namen \u00e4hnlich wie schon im Werbebereich \u2013 siehe n\u00e4chster Absatz \u2013 werden \u201eprogrammatische\u201c Audioprogramme auch mit KI-gesteuertem Content erstellt. Dies ist eine spezielle Subform von Streaming-Angeboten und erinnern ein wenig an bereits vor 25 Jahren bestehende Stationen, die mit 20 \u201eTonbandger\u00e4ten\u201c (ja, so hie\u00dfen die Ger\u00e4te) \u201efertiges\u201c Programm lieferten.<\/p>\n<p>Ein interessanter Teilbereich in der Audio-Welt, wir reden nicht mehr von Radio oder Funk sondern von \u201eaudio\u201c, stellen Instrumente wie Speech to Text und Text to Speech dar, womit Audio-Content eine Zweitverwendung finden kann in weiteren Kan\u00e4len. Erm\u00f6glicht wird hiermit auch eine tiefe Datenrecherche, die bei Audioformaten wesentlich schwieriger ist. Einmal teuer produzierte Audiosch\u00e4tze bleiben somit nicht unerkannt im Archiv sondern k\u00f6nnen identifiziert und einer weiteren Verwertung zugef\u00fchrt werden. Auch k\u00f6nnen \u00fcber eine Suchfunktion in zu Text transkribierten Texten ausgew\u00e4hlte Begriffe oder Muster gesucht werden. Praktisch zum Beispiel bei einer raschen Suche nach nicht erlaubtem Product Placement. Eine weitere Entwicklung stellen Sprachtransformationsprogramme dar mit denen Stimmen nach Geschlecht, Tonfall und anderen Kriterien imitiert werden. Automatisierte Sprach\u00fcbersetzungen sind damit m\u00f6glich. <strong><em>Hot stuff<\/em><\/strong>, wirklich. Diese Verfahren warten auf eine Umsetzung zum Beispiel im Filmgesch\u00e4ft!<\/p>\n<p><strong>2<\/strong> Transformation der Organisationsabl\u00e4ufe in den Stationen und bei Programmerstellern. Hierzu geh\u00f6ren neben rein technischen B\u00fcroorgansationstools, die zunehmend digital getrieben sind, die Umwandlung von Speech zu Text, wie soeben geschildert und was einen nicht zu untersch\u00e4tzenden neuen Transformationsbereich und Wirtschaftszweig ausmachen wird. Ein weiteres Feld lautet Programmatic Advertising, Angebot und Nachfrage von Mediainventar und Reichweiten werden auf speziellen Plattformen automatisiert vermittelt und eingekauft. Es ergibt sich die M\u00f6glichkeit, dass bestehende Vermarkterebenen nicht mehr gebraucht und Mediaagenturen \u00fcberfl\u00fcssig werden. Es bestehen allerdings Zweifel bei vielen Marktteilnehmern, ob dies in den n\u00e4chsten Jahren passieren wird. Gut m\u00f6glich aber ist, dass Radiosender, oder die drei, vier bestehenden Audio-Vermarktergruppen wie von\u00a0 RTL und Pro Sieben Sat 1 bereits vorexerziert, \u00a0bestehende Adtech- Firmen erwerben.<\/p>\n<p><strong>3<\/strong> Eng verbunden mit der organisatorischen Transformation und mit Programmatik ist eine entstehende Data Management Plattform (DMP). Audio-DMP soll schon dieses Jahr in Deutschland erm\u00f6glichen, dass online Audioinventar \u00fcber Listener-IDs zu taggen ist und H\u00f6rer nicht nur \u00fcber Cookies sondern ger\u00e4te\u00fcbergreifend identifiziert werden.\u00a0 Die Targetingqualit\u00e4t soll somit erheblich optimiert werden.\u00a0 Das Verfahren ist angeblich datenschutzrechtlich konform. Ein Unternehmen wie Emetriq soll die Daten \u00fcber externe Datenquellen anreichern. Gut m\u00f6glich ist, dass Audio-TKPs und Einschaltpreise dadurch preislich ansteigen\u00a0 und den Sendern zus\u00e4tzliche Ums\u00e4tze in die Kassen gesp\u00fclt werden.<\/p>\n<p>Neu hinzukommende Player im Audiomarkt sind Alexa und Co, n\u00e4mlich Sprachassistenten und Smart Speaker. Man beachte die Beilage im letzten Spiegel in der Amazon \u00fcber Datenschutz und Features der Technologie. Alexa und ein dahinterstehender Smartspeaker (\u201eHeim-Zuh\u00f6rer\u201c), der \u201eAmazon Echo\u201c sollen das Zeug haben, die Mediennutzung grundlegend zu ver\u00e4ndern. Ein Drehen am Radioknopf oder das Umklicken von Sendern oder Streaminglisten entfallen, auf Zuruf machen Apps und das Endger\u00e4t was man will. Eine der Fragen lautet:\u00a0 wer wird in Zukunft die Werbeerl\u00f6se bekommen, wenn der H\u00f6rer nach einem Produkt fragt oder wer wird die Werbeerl\u00f6se erhalten, wenn der H\u00f6rer sich \u00fcber Alexa f\u00fcr den einen oder anderen Sender entschieden hat? Was passiert, wenn der H\u00f6rer die Werbung mit einem kurzen Sprachbefehl Werbung blockiert oder zu einem anderen audio-Anbieter wechselt? Amazon k\u00f6nnte auch m\u00f6glicherweise eigene Spots vermarkten und wenn ein H\u00f6rer nach etwas fragt, einige Spots vor und nach der Antwort platzieren.\u00a0 Die \u201calten Radio-Jungs\u201c m\u00fcssen da aufpassen, sich nicht vom Audiofeld schieben zu lassen. Schlafen tun sie jedenfalls nicht.<\/p>\n<p>Ihnen zur Seite stehen Pioniere bei den Radiomachern wie <strong><em>adremes, Funkhaus N\u00fcrnberg, Studio Gong, multicast-media und Antenne Frankfurt<\/em><\/strong>. Letzterem ist es gelungen mit einer kostenlosen \u201eaufgeschraubten\u201c Facebook-App eine attraktive Senderpr\u00e4senz zu verwirklichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-195 size-large\" src=\"http:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/6Anbieter-1024x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/6Anbieter-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/6Anbieter-150x150.jpg 150w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/6Anbieter-300x300.jpg 300w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/6Anbieter-768x768.jpg 768w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/6Anbieter-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p><strong>Ein Ausblick<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Radio wird in seinen jetzigen Formaten bestehen bleiben. Dies gilt f\u00fcr die traditionelle Form des 1 to many mit den traditionellen Gestaltungselementen Musik, Moderation, Infos. Die Reichweiten werden nicht sinken sondern sich auf zahlreiche Kan\u00e4le verschieben. Neu hinzukommende Spezialkan\u00e4le werden auf den einzelnen H\u00f6rer zugeschnittene Programme ebenfalls aus den &#8218;alten&#8216; Standards Musik, Moderation und Nachrichten bieten. Die Audioanbieter werden zugleich immer mehr zu Contentproduzenten f\u00fcr andere Kan\u00e4le mit Speech to Text-Technologien. Ob smart loudspeaker wirklich eine Marktdurchdringung erfahren werden und somit zu einem Wettbewerb bestehender Vermarkter wie RMS, ARD, Gong und anderen werden, bleibt abzuwarten. Zu viele Technikhypes\u00a0 &#8211; es sei erinnert an eingangs erw\u00e4hnte Sauriere Netscaperadio und spinner.com \u2013\u00a0 haben sich als nicht best\u00e4ndig erweisen. Auch werden Audio-Chatbots zumindest zur Zeit abgelehnt, da sie als zu kalt und empfunden werden und die Beantwortungsqualit\u00e4t zu w\u00fcnschen \u00fcbrig l\u00e4sst. Technik-\u201eNarren\u201c, die da behaupten, dass Radio in 5 Jahren in seiner jetzigen Form von Streaming \u00fcberholt werde, sei die \u00dcberlegung ans Herz gelegt, dass sich mit gro\u00dfer Sicherheit der Radioh\u00f6rermarkt nicht in n\u00e4chster Zeit zugunsten Webradio drehen wird, denn rechnet man die vielen insgesamt in Audio verbrachten Millionen H\u00f6rminuten nach 10er-Jahres-Alterskohorten zusammen in den Segmenten 30 bis 39, 40 bis 49, 50 bis 59 etc. werden sich keine signifikante Ver\u00e4nderungen dieser Teilzielgruppen bei der Verweildauer ergeben. Immer wieder \u00e4rgerlich sind solch wenig fundierten und interessengesteuerte Behauptungen . Sie fallen eher in die Rubrik \u201eTechnikhyper, die ihr Ding hochjazzen wollen\u201c. Grund f\u00fcr die Statik sind H\u00f6rgewohnheiten, die sich nicht nur ab einem Alter von 40 Jahren\u00a0 wenig \u00e4ndern. Und nicht anders d\u00fcrfte es bei jungen Zielgruppen aussehen, die zwar mit weniger als 20% nur einen relativ kleinen Teil an der Gesamtzahl der Radioh\u00f6rzeit ausmachen. Sie werden auch ihre in der Jugendzeit erworbenen Mediennutzungsgewohnheiten in audio und Radio\u00a0 nicht so rasch wechseln, also doch tendenziell f\u00fcr klassisches Radio schwerer erreichbar sein, auch wenn vorliegende agma-Zahlen bisher eine andere Entwicklung suggerieren. (Daten ganz am Ende dieses Artikels). Mit der aktuellen Kinder- und Medien-Studie 18 wird ebenfalls die g\u00e4ngige Meinung, dass sich Kinder und Jugendliche klassischen Medien abwenden relativiert. Radio t\u00e4glich h\u00f6ren kommt bei den 6 bis 13J\u00e4hrigen immerhin auf 23% und folgt der t\u00e4glichen Internetnutzung nur knapp mit 27%.<\/p>\n<p>Branding wird nach Ansicht von Experten eine Renaissance erleben, denn ein pr\u00e4gnantes Sound-Logo einer Marke erreicht die zumeist heftig abgelenkten Konsumenten gut. Erst recht, wenn \u00fcber die Sprachsteuerung sich niemand eine lange Reihe von Suchergebnisse vorlesen lassen will beispielsweise f\u00fcr ein Suchwort wie &#8222;Reisen&#8220; oder &#8222;Autos&#8220;. Insgesamt k\u00f6nnen mit einer prognostizierten Audio-Revolution nach langen Jahren der KPIs und gez\u00e4hlten\/bezahlten Kaufabschl\u00fcssen wieder Markenbekanntheit und Werbeerinnerung in der Werbeerfolgsmessung nach vorne r\u00fccken<\/p>\n<p>Ein kleiner Scherz sei am Ende erlaubt: Recherchiert man die Quelle der Studie zu den Embryoh\u00f6rempfindungen st\u00f6\u00dft man auch auf eine Site, die ihr Geld mit einem Artikel aus dem FMCG verdient, das auch einer der st\u00e4rksten Radiokunden vertreibt. Just dieser strich in den letzten Monaten seine Investitionen im Onlinewerbemarkt heftig zusammen. Nicht nur er hat also die Kraft von Radio verstanden.<\/p>\n<p>Den social media-Experten sei gesagt, dass Radiostationen das Geld, verdient mit social media als kleines add on gleich in deren Auftritt auf diesem Kanal und in das Personal reinvestieren. Strategisch richtig ist, dass Audio seine H\u00f6rerschaft auffinden und bedienen muss, wo sie sich aufh\u00e4lt. Texte und Bilder im Netz sind da aber nur ein Element und Mittel zum Zweck, nicht aber die eigentliche Message. Diese lautet: Musik, Wort, Vertrautheit und Geselligkeit, Nachrichten und Information. Influencereinbindung, Themen zu Mode und digitalem \u201ayellow\u2018 sind Mosaiksteine einer erfolgreichen Audio-Webpr\u00e4senz. Den social media und SEO-Experten sei gesagt, dass das Ziel der Radiomacher schlichtweg lautet,\u00a0 das junge Publikum bei ihrer Radiomarke zu halten. Da ist Kreativit\u00e4t und zugleich Know-how \u00fcber Programmgestaltung und Zielgruppen gefragt. Die Bedrohung des Radios wie wir es kennen, hat mit Zeit zu tun, wer viel und intensiv auf den Screen schaut, ist f\u00fcr lange Stunden weniger zu erreichen als der Youngster seinerzeit, der einer Hitparade lauschte und nebenbei seine Hausaufgaben machte oder einen Krimi las.<\/p>\n<p>Zuversichtlich gestimmt, wird hier die Prognose gegeben, dass die\u00a0 etablierte Radiobranche im gestellten Wettbewerb bestehen bleibt. Gut hinh\u00f6ren werden die Radiomacher sicherlich.<\/p>\n<p>Radio mit seinen durchaus suggestiven und unterhaltenden St\u00e4rken wird nicht verschwinden. Es wird \u00a0vielmehr auf mehreren Kan\u00e4len und in \u00fcberschaubaren Darbietungsformen weiterhin seine St\u00e4rken ausspielen. Etwas Futuristisches: Wie w\u00e4re es mit einem Hologrammbegleiter, der nicht nur Audio abspielt sondern auch alles andere erledigt? Quasi ein geboosteter Lautsprecher mit menschlichen Formen? Erstaunlicherweise sind reine Science Fiction-Modelle viele Jahre sp\u00e4ter tats\u00e4chlich Realit\u00e4t geworden.<\/p>\n<p>Zum Verfasser dieses Beitrags: <strong>Helmut Poppe<\/strong>, Radiopionier mit den Stationen: <em>Radio Petticoat-Berlin<\/em> (erster deutscher Oldiesender), Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der <em>Radio Tele Media-Service<\/em>, Marketingleiter Vertrieb <em>Studio Gon<\/em>g, Verkaufsdirektor der<em> IPA und IP Multimedia<\/em>, Marketingleitung <em>germany.net<\/em> mit radio germany.net. Er arbeitet in und an digitaler Transformation f\u00fcr verschiedene Unternehmen in Deutschland und im Ausland in den Branchen Sport, politische Kommunikation und Medien.<\/p>\n<p>\u00a9Helmut Poppe, im August 2018<\/p>\n<p><strong>H\u00f6r- und Verweildauerentwicklung junge Zielgruppen, Quelle agma<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-182 size-large\" src=\"http:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/ma15-annotiert-blau-1024x316.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"162\" srcset=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/ma15-annotiert-blau-1024x316.jpg 1024w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/ma15-annotiert-blau-300x92.jpg 300w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/ma15-annotiert-blau-768x237.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-183 size-large\" src=\"http:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma16-annotiert-blau-1024x463.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"237\" srcset=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma16-annotiert-blau-1024x463.jpg 1024w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma16-annotiert-blau-300x136.jpg 300w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma16-annotiert-blau-768x347.jpg 768w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma16-annotiert-blau.jpg 1415w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-185 size-large\" src=\"http:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma17h\u00f6rd_annot-1-1024x409.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma17h\u00f6rd_annot-1-1024x409.jpg 1024w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma17h\u00f6rd_annot-1-300x120.jpg 300w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma17h\u00f6rd_annot-1-768x306.jpg 768w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma17h\u00f6rd_annot-1.jpg 1609w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-186 size-large\" src=\"http:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma-audio-18-annot-1024x623.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"319\" srcset=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma-audio-18-annot-1024x623.jpg 1024w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma-audio-18-annot-300x183.jpg 300w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma-audio-18-annot-768x467.jpg 768w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/agma-audio-18-annot.jpg 1886w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<pre>Hype-Bild, Quelle: unsplash, Verena Yunita Yapi<\/pre>\n<p>DIESEN ARTIKEL UND MEHR LESEN AUF<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.radioszene.de\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-213 size-full\" title=\"radioszene\" src=\"http:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/radioszene.jpg\" alt=\"\" width=\"898\" height=\"660\" srcset=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/radioszene.jpg 898w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/radioszene-300x220.jpg 300w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/radioszene-768x564.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; so wie wir es kennen? 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