{"id":40,"date":"2018-01-03T12:17:24","date_gmt":"2018-01-03T11:17:24","guid":{"rendered":"http:\/\/dasmedienzentrum.org\/?p=40"},"modified":"2018-01-09T20:30:51","modified_gmt":"2018-01-09T19:30:51","slug":"machen-digitale-medien-schueler-wirklich-schlauer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/?p=40","title":{"rendered":"Machen digitale Medien Sch\u00fcler wirklich schlauer?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-45 aligncenter\" src=\"http:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/teaching-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"418\" srcset=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/teaching-300x300.jpg 300w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/teaching-150x150.jpg 150w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/teaching-768x768.jpg 768w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/teaching-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/teaching-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 418px) 100vw, 418px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet von einer Metastudie der TU M\u00fcnchen. Diese bietet &#8222;&#8230; einen systematischen und differenzierten \u00dcberblick \u00fcber den Stand der Forschung, den sie aus der Analyse von achtzig Einzelstudien seit dem Jahr 2000 gewonnen habe. Weil man eine Vielzahl von Studien ber\u00fccksichtige, k\u00f6nne man zuverl\u00e4ssige Aussagen \u00fcber die Wirksamkeit des Lernens mit digitalen Medien treffen&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Nun denn, trug man fr\u00fcher viele B\u00fccher heran, um eine Studie oder eine Pr\u00fcfungsarbeit zu erstellen, geht man nun ins Internet und holt sich dort seine Daten. Das Ganze nennt sich dann &#8222;Meta&#8220;. Nur&#8230;, die Grundlage ist mau: Mit Sicherheit bietet keine der herangezogegen Teilstudien eine verl\u00e4ssliche und repr\u00e4sentative Datenbasis. Leider verweist die P\u00e4dagogik viel zu h\u00e4ufig bei Wirkungsstudien auf Datens\u00e4tze mit unter 30 Probanden und &#8211; was schlimmer als fehlende Repr\u00e4sentanz ist &#8211; zieht sie keine zeitgem\u00e4\u00dfen Messtechnologien heran.<\/p>\n<p>Big Data ist gerade im Zusammenhang mit eHealth zu einem Schreckthema geworden. Bei Lernen muss es allerdings doch faszinierend sein, herauszufinden, welche Menschen und Lerntypen auf verschiedene Lernarrangements reagieren. Wo wirkt was in welcher Phase des Lernens: Koginitivieren, \u00dcben, Transfer, Behalten? An Technologien bieten sich hierf\u00fcr neben Trackingverfahren bekannt aus der digitalen Konsumg\u00fcter-forschung Blickverfolgungsmethoden an oder aber auch betriebswirtschaftliche Langzeitmessungen\u00a0 (ROI). Entsprechende Instrumente wurden in einer Studie bereits vor einigen Jahren vorgestellt Hanke\/Poppe, Hightext. Hier wurden &#8211; arbeitsrechtlich abgesegnet &#8211; Abbrecherquoten in speziellen Phasen von Lernarrangements ermittelt, anonymisierte Lernprofile erstellt, Angaben zu Demographie, Zugriffsorten, -tagen, Dauer der Zugriffe und Wanderpunkte bei Lernh\u00fcrden ermittelt. Die Messtechnologien stammten haupts\u00e4chlich aus der Kosumg\u00fcterforschung.)<\/p>\n<p>Die Crux bei eLearning stellt neben einem enorm breiten Feld an Angeboten (welcher Forscher und Lehrer kennt sich in der breiten Palette von Sprachen-, Naturwissenenschafts-, musischen, Sport- und anderen digital aufbereiteten Lernangeboten aus?) eine fehlende Interdisziplinarit\u00e4t\u00a0 zu der P\u00e4dagogik und zu anderen Forschungsfeldern dar. Gemeint sind hiermit betriebs-wirtschaftliche Aspekte, Apparatgest\u00fctzte und digitale Wirkungsmesstechnologien, Darstellungen von virtuellen Welten.<\/p>\n<p>Welcher Desk Researcher kennt die speziellen Anforderungen beispielsweise im Sprachenunterricht und die dort gelieferten L\u00f6sungen? Gerade hier werden im Schulunterricht alles andere als interaktive multimediale Lernmodule von den Verlagen geboten. Zum Einsatz kommen\u00a0 PDF-Versionen des Schulbuchs.\u00a0 Versteht der Forschende die Einsatzm\u00f6glichkeiten beispielsweise von Videotechnologien im Sportunterricht und kann er nachvollziehen, ob und in welchem Umfang ein Fosbury-Flop besser ausgef\u00fchrt wird mit solchen Verfahren? Kennt er sich mit Immersions-verfahren aus bei dem Nachvollzug der Wirkung von Atomen und Molek\u00fclen im naturwissenschaftlichen Unterricht? Schulunterricht wird in \u00fcber 30 F\u00e4chern und in\u00a0 den vier Phasen des Lernens organisiert. Das Thema ist schlichtweg zu m\u00e4chtig, um es vom universit\u00e4ren Schreibtisch zu entr\u00e4tseln.<\/p>\n<p>Gerade die 3-D-Spielwelt bietet ernome Chancen in der Darstellung von komplexen Sachverhalten. Nur fragen Sie einmal einen Digitalspielehersteller, wohin er seine Kinder schickt. Es wird nicht die Steve-Jobs-Schule von <a href=\"https:\/\/vimeo.com\/72842687\">Maurice de Hondt<\/a> (sein sp\u00e4tes Vatergl\u00fcck als Einsatzmotivator?) sein, eher die Waldorfschule in der N\u00e4he oder das beste Gymnasium vor Ort. Die innovative Berufswelt sieht keine Ankn\u00fcpfungspunkte mit P\u00e4dagogik-forschern (und leider auch umgekehrt).<\/p>\n<p>Wenn die vorgelegte Studie von einer erheblichen Motivation der Lernenden durch den Einsatz von eLearning und neuen Medien spricht und davon, dass Gesprochenes anderes Gelerntes verst\u00e4rkt, sind solche Ergebnisse banal. Entscheidend wird angesichts des digitalen Wandels in der Berufswelt zuk\u00fcnftig sein, sich rasch und in ganz speziellen Anwendungsbereichen neues Wissen anzueignen. Schon aus diesem Grund ist der Einsatz in Schulen von eLearning enorm wichtig. Ob und in welchem Umfang KI das alles \u00fcberfl\u00fcssig macht, ist Spekulation und wird wohl auch nicht zutreffen. Der Mensch wird immer gebraucht werden.<\/p>\n<p>Wer also mehr in das Faszinosum &#8222;Lernen&#8220; hereinschauen m\u00f6chte, sollte sich intensiv mit den drei Aspekten: Messen, Darstellungen und Interdisziplinari\u00e4t besch\u00e4ftigen. Hier wird mit Sicherheit in den n\u00e4chsten zehn-zwanzig Jahren Neues entstehen. Gerade auch im Bereich Mathematik &#8211; und in diesem Zusammenhang sei wieder an 3-D-Welten erinnert. Zahlenlogik l\u00e4sst sich dort spannend darstellen. Bemerkenswerterweise hat sich die genannte Studie\u00a0 ausschlie\u00dflich mit diesem Fach besch\u00e4ftigt und das nur in weiterf\u00fchrenden Schulen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu den ziemlich uninteressierten Machern in den virtuellen 3-D-Spielelaboren: Unrecht haben diese\u00a0 mit der Wahl herk\u00f6mmlich-klassicher Schul- und Unterrichtsformen nicht. Miteinanderlernen, Motivationsaufbau und der Kontakt zu den Unterrichtenden sind weiterhin unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<h2 class=\"hx\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/media2.giphy.com\/media\/sRWf3Oa9vW6Xu\/giphy.gif\" \/><\/h2>\n<h2><\/h2>\n<h2 class=\"hx\">Zur Studie:<\/h2>\n<h2 class=\"hx\">https:\/\/www.ma.edu.tum.de\/en\/members\/prof-reiss\/publikationen\/<\/h2>\n<h2 class=\"hx\">Beitr\u00e4ge in wissenschaftlichen B\u00fcchern und Zeitschriften<\/h2>\n<p>Hillmayr, D., Reinhold, F., Ziernwald, L., Reiss, K. (2017). <i>Digitale Medien im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht der Sekundarstufe. Einsatzm\u00f6glichkeiten, Umsetzung und Wirksamkeit. <\/i>M\u00fcnster: Waxmann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet von einer Metastudie der TU M\u00fcnchen. Diese bietet &#8222;&#8230; einen systematischen und differenzierten \u00dcberblick \u00fcber den Stand der Forschung, den sie aus der Analyse von achtzig Einzelstudien seit dem Jahr 2000 gewonnen habe. 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