{"id":901,"date":"2021-02-18T11:25:51","date_gmt":"2021-02-18T10:25:51","guid":{"rendered":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/?p=901"},"modified":"2021-02-18T11:26:48","modified_gmt":"2021-02-18T10:26:48","slug":"privatradios-provisionen-und-der-blues-im-vertrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/?p=901","title":{"rendered":"Privatradios: Provisionen und der Blues im Vertrieb"},"content":{"rendered":"\n<p>Dieser Artikel erschien in radioszene.de am 15.02.2021<br><\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens im letzten Herbst zeichnete sich ab, dass das Werbejahr \n2020 f\u00fcr die privaten Radioanbieter mehr oder weniger stark r\u00fcckl\u00e4ufig \nsein wird. Die mittlerweile vorliegenden <strong>nationalen Umsatzzahlen<\/strong> von <a href=\"https:\/\/www.nielsen.com\/de\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nielsen<\/a> zeigen, dass nach erfreulichen positiven Zuw\u00e4chsen und einem R\u00fcckgang im November im Vorjahresvergleich ein regelrechtes <a href=\"https:\/\/www.radioszene.de\/151689\/werbeerloese-dezember-2021.html\">Abschmieren im Dezember<\/a> folgte. Insgesamt liefen 2020 durchschnittlich gut 4 Prozent weniger Werbeums\u00e4tze aus dem nationalen Sektor in die Stationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch wesentlich schlechter sah es bei den <strong>Lokalums\u00e4tzen<\/strong>\n aus. Je nach Position der Anbieter in ihren M\u00e4rkten und abh\u00e4ngig von \ndem jeweiligen regionalen Ballungsraum, in dem sie sich befinden, \nbezifferten sich die Umsatzr\u00fcckg\u00e4nge im Vergleich zu 2019 \ndurchschnittlich auf etwa 30%. Da diese Umsatzquelle bei der Gesamtheit \nder Stationen zwischen 30 und 60% ausmacht, steht das Privatradiolager \nmit einem Minus f\u00fcr das Jahr 2020 von gesch\u00e4tzten durchschnittlich 25 \nProzent da. Dies bedeutet, es gingen einige hundert Millionen Euro \nweniger in die Kassen der Anbieter.<\/p>\n\n\n\n<p>Stark betroffen ist hiervon naturgem\u00e4\u00df vor allem der lokale Vertrieb.\n Er ist es, der den Kontakt zur lokalen Wirtschaft pflegt, das Ohr am \nMarkt hat und selbst einen pers\u00f6nlichen finanziellen Schaden davon \ntr\u00e4gt. Dies kann bitter f\u00fcr die Verk\u00e4ufer sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie in der Fachgespr\u00e4chsrunde \u201e<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/RadioSalesWeekly\/\">RadioSalesWeekly<\/a>\u201c zwischen deutschen  und internationalen Anbietern festgestellt wurde, laufen hierbei die  Entwicklungen in den ausgew\u00e4hlten L\u00e4ndern Gro\u00dfbritannien und Frankreich  uneinheitlich. Im englischsprachigen Raum ziehen, wie Gerad Edwards CEO  von Podcastradio.UK berichtet, die neuen Angebotsformen im Audiobereich  die Stimmung und Ums\u00e4tze nach oben. Ihm zufolge machten die  Werbeeinahmen hieraus bereits bemerkenswerte 20% aller Audioums\u00e4tze aus.<\/p>\n\n\n\n<p>In Frankreich stellt sich im Moment die Lage anders dar als die, \nwelche im im Fr\u00fchjahr 2020 herrschte. In diesem Zeitraum ruhte das \nWirtschaftsleben bei unseren Nachbarn weitgehend infolge eines \ngenerellen Lockdowns. Jetzt aber bleiben seit letztem Sommer der \nEinzelhandel und gro\u00dfe Einkaufszentren ge\u00f6ffnet. Dies hat zur Folge, \ndass das Werbegesch\u00e4ft weiter l\u00e4uft und sogar Jahresabschl\u00fcsse f\u00fcr das \nbegonnene Jahr f\u00fcr in Radio laufende Kommunikationsma\u00dfnahmen und \nteilweise in hohem Ausma\u00df f\u00fcr bestimmte Branchen abgeschlossenen wurden.\n Die Frage ob Engl\u00e4nder und Franzosen im Vertrieb den Blues haben, wurde\n jenseits des Kanals verneint, man sieht solch eine Entwicklung \nallenfalls bei einem Andauern der Pandemie l\u00e4nger als &nbsp;\u201ezwei, drei \nJahre\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/michel-colin-530x403-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-902\" width=\"290\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/michel-colin-530x403-1.jpg 530w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/michel-colin-530x403-1-300x228.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><figcaption><strong>Michel Colin, mediaticsconseil<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Frankreich \u2013 nebenbei bemerkt und statistisch belegt als heftiger \nVerbraucher von Beruhigungsmitteln \u2013 nimmt\u2019s nicht so leicht, in den \nStationen gibt es wie Radioexperte <strong>Michel Colin<\/strong> best\u00e4tigt, schon Frust, dieser hielte sich aber in Grenzen. Einen in der Gespr\u00e4chsrunde von <strong>Alexander Zeitelhack<\/strong>\n ge\u00e4u\u00dferten Vorschlag, psychologische Beratung f\u00fcr Sendermitarbeiter \nanzubieten in den jetzt schwierigen Zeiten \u00e4hnlich wie in Hochschulen, \ndie dergleichen durchf\u00fchren, wurde von dem linksrheinischen \nRadiomarketingexperten Colin interessiert aufgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass im Verkauf, der ja naturgem\u00e4\u00df die Radioanbieter am Leben erh\u00e4lt,\n Tr\u00fcbsal herrscht, ist angesichts der genannte Zahlen nachvollziehbar. \nKonkret hei\u00dft dies, bei einem gerade in S\u00fcddeutschland praktizierten \nausgesprochen niedrigem Fixum von 1000 \u20ac im Monat m\u00fcssen \nWerbezeitenverk\u00e4ufer Einkommensr\u00fcckg\u00e4nge wegen fehlender Provisionen von\n 2000 bis 5000 \u20ac monatlich verdauen m\u00fcssen. Als Strategie erprobten \nStationsmanager Kurzarbeitsmodelle mit entsprechendem noch niedrigerem \nFixum und einer Anpassung der Provisions\u00e4tze nach oben, die im \nnormalerweise in einem h\u00f6heren einstelligen Prozentbereich liegen. Dies \nwurde aber verworfen, da solche lineare Strategien dem Verkaufs-Spirit \nund dem \u201eHunter\u201c-Prinzip widerspr\u00e4chen. Angestellte Radiovertriebler, \ndie provisionsabh\u00e4ngig und angestellt sind, haben keinen Anspruch auf \nstaatliche Hilfen anders als sogenannte Solo-Selbst\u00e4ndige wie in der \nEventbranche, der Hotellerie oder anderen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Aussagen zahlreicher Vertriebler lehnen es diese mittlerweile  ab, Prognosen und Forecasts f\u00fcr das laufende Jahr vor dem letzten  Quartal 2021 zu treffen. Es bleibt zu hoffen, dass die privaten Anbieter  diese lange Durststrecke durchstehen. Sie stehen wieder einmal  schlechter da als ihre Mitbewerber im \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk  oder bei nationalen Vermarktern, wo zum einen die nationalen Ums\u00e4tze  weniger stark r\u00fcckl\u00e4ufig waren und der Fixumanteil am Gehalt eher bei  70% liegt. Es stellt sich auch die Frage, ob und warum nicht private  Sendeanstalten staatliche Unterst\u00fctzung beispielsweise von  Medienanstalten an ihren Verkauf weiterleiten. Wie schon zu Beginn der  Pandemie im Fr\u00fchjahr des letzten Jahres gefordert, tun die  Gesch\u00e4ftsleitungen gut daran, ihre Mitarbeiter die substantiellen  pers\u00f6nlichen Einkommensr\u00fcckg\u00e4ngen zumindest teilweise auszugleichen, um  diese wichtigen Mitarbeiter zu halten. Ein erfolgreicher Verk\u00e4ufer  k\u00f6nnte sich auch umorientieren und zum Beispiel in den Vertreib anderer  erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftiger Produkte gehen wie beispielsweise Dienstleistungen  im IT-Bereich, die momentan florieren und mit Sicherheit auch weiterhin  einen starken Zuwachs erfahren werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"267\" src=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Andreas-Sprengart.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-903\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p> <strong>Andreas Sprengart<\/strong>,  Marketingleiter bei Antenne  Kaiserslautern, empfiehlt den  Verkaufsleuten: \u201eKunden noch mehr pflegen,  Anpassungsf\u00e4higkeit  entwickeln bei Kundenbed\u00fcrfnissen und Flei\u00df.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Ganz nebenbei sch\u00e4lte sich bei der Analyse der Situation ein  interessanter Teilaspekt heraus. Frauen im Verkauf \u2013 durchaus M\u00fctter und  in Halbtagsstellen \u2013 brachten es fertig, in den letzten Monaten  erhebliche Ums\u00e4tze hereinzuholen, was sich in Monatsprovisionen im  f\u00fcnfstelligen Bereich ausdr\u00fcckte. Tough gemacht und Bravo kann man da  nur sagen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erl\u00e4uterung zu den Tabellen Werbeeink\u00fcnfte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Magna Mediabrands prognostiziert f\u00fcr 2021 in franz\u00f6sischen Radios \neinen Zuwachs der Radioums\u00e4tze von 8% nach einem R\u00fcckgang von 11% im \nJahr 2020. Die Zahlen f\u00fcr UK: 2020 R\u00fcckgang von 23%, prognostizierter \nZuwachs 2021 9%. Der aufgef\u00fchrte Vergleich mit Deutschland und mit \n&nbsp;absoluten Umsatzzahlen ist nicht m\u00f6glich wegen Unsch\u00e4rfen bei den \nAngaben brutto und netto sowie der Abgrenzung Typen der Anbieter lokal, \nregional, national. Insgesamt erlauben sie aber eine Identifizierung von\n Tendenzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ENTWICKLUNG UND PROGNOSE WERBEEINNAHMEN FRANZ\u00d6SISCHE MEDIEN<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1022\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/marche-pub-2021_Magna-1022x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-905\" srcset=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/marche-pub-2021_Magna-1022x1024.png 1022w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/marche-pub-2021_Magna-300x300.png 300w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/marche-pub-2021_Magna-150x150.png 150w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/marche-pub-2021_Magna-768x769.png 768w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/marche-pub-2021_Magna-100x100.png 100w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/marche-pub-2021_Magna.png 1124w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption> <em>Quelle: emarketing.fr<\/em> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>ENTWICKLUNG UND PROGNOSE WERBEEINNAHMEN UK-MEDIEN<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"555\" height=\"312\" src=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/magna-uk-2020.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-906\" srcset=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/magna-uk-2020.png 555w, https:\/\/dasmedienzentrum.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/magna-uk-2020-300x169.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><figcaption> <a href=\"https:\/\/www.radioszene.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/magna-uk-2020.png\"><\/a>campaignlive.co.uk<br> <em>Quelle: Interpubic Magna<\/em> <\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel erschien in radioszene.de am 15.02.2021 Sp\u00e4testens im letzten Herbst zeichnete sich ab, dass das Werbejahr 2020 f\u00fcr die privaten Radioanbieter mehr oder weniger stark r\u00fcckl\u00e4ufig sein wird. Die mittlerweile vorliegenden nationalen Umsatzzahlen von Nielsen zeigen, dass nach erfreulichen positiven Zuw\u00e4chsen und einem R\u00fcckgang im November im Vorjahresvergleich ein regelrechtes Abschmieren im Dezember folgte. &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/?p=901\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201ePrivatradios: Provisionen und der Blues im Vertrieb\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":908,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[191],"class_list":["post-901","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-radiosalesweekly-sprengart-poppe-colins-edwards-provisionen-radiomarketing-werbung-radioszene"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/901","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=901"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/901\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":912,"href":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/901\/revisions\/912"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/908"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=901"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=901"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dasmedienzentrum.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=901"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}