Distanzlernen in Schulen lässt weiterhin auf sich warten

Prof Peter Henning beschreibt ausführlich und kenntnisreich den Stand der Bildung in #Schulen und #Hochschulen in #Corona-Zeiten. Als Kollege – wir beide Leiter des Lab #eLearning im BVDW – und auch bei learntec machten schon früh aufmerksam auf Chancen von digital gestützt Lernen.

Schaut man in deutsche Schulen wird viel über fehlende Wlans und Defizite bei der Technik geklagt. Das Thema Lernen ist viel zu komplex um es alleinig auf IT zu reduzieren. Bereits 2009 habe ich auf vollständige Unvorbereitetheit des Schulsystems bei drohenden Pandemien hingewiesen. (Bildungsklick/Poppe).Die Verantwortlichen müssen sich da schon an die Nase greifen – oder sind sie schichtweg überfordert und ziehen sie sich auf die Position des „wir warten auf …., wir haben schon, aber …“ zurück? Eindeutig fehlt eine Interdisziplinarität mit anderen Disziplinen: eGaming, ja!, .. Big Data, .. bestimmt, Blick auf nicht pädagogische Bereiche, digitale Methodenkompetenz, Kommunikationsforschung ….Spannend sind Distanzlernszenarien für als ‚schwierig‘ vermutete Fächer wie Sport und Fremdsprachen. PDFs und ‚Bewegung an der frischen Luft‘ können es nicht sein. Naturwissenschaften beigebracht mit VR/AR, Mathematik – Horrorfach für viele – ebenfalls.eLearning kann Akzelerator in Lernprozessen sein, es muss gerade jetzt gefördert werden mit Vorzeigeprojekten. Setzt auf Bestehendes wie zum Beispiel Videokonferenz-Lernen, Cloudlösungen und baut sie aus. Es wurde viel zu lange gewartet und es wird immer noch gezögert.

Hier der facebook-Artikel des Professor des Jahres 2007“ in der Kategorie Ingenieurwissenschaften und Informatik. „Wir haben vorgestern im Landesfachausschuss Bildung und Wissenschaft über die Folgen der Corona-Maßnahmen für die Bildung diskutiert. Wenn ich das mit den eigenen Erkenntnissen aus allen Bildungsbereichen zusammenwerfe, kommt ein erschreckendes Bild heraus1 Schule1.1 Der Mangel an Lernzeit und Lernstoff, der sich aus zwei halbgaren Schulhalbjahren ergibt, ist für die meisten Grundschulkinder beherrschbar und aufholbar. Das hängt mit der Flexibilität der kleineren Kinder zusammen, diese Erfahrung haben wir schon vor mehr als 50 Jahren mit den so genannten Kurzschuljahren gemacht, in denen die Bundesländer ihre Schuljahresanfänge aneinander angepasst haben.1.2 Der Mangel ist nicht aufholbar für die älteren Jahrgänge, sagen wir ab Klasse 10. Hier werden wesentliche Aspekte des Stoffes versäumt, was zu erheblichen Defiziten führen wird. Teilweise ausgeglichen wird dies durch den verstärkten Erwerb von Selbstlernkompetenzen und Selbstmanagementkompetenzen.1.3 Bei allen Schuljahrgängen tritt das große Problem auf, dass ein erheblicher Teil der Schüler durch noch so gute Ansätze zum Distanzunterricht nicht erreicht worden ist. Neben den erheblichen Lernstandsdefiziten tritt dabei ein starker Verlust der Lernfähigkeit zu Tage, sie sind kaum noch für „Schule“ zu motivieren. Deutlich gesagt: Wir werden einen signifikanten Anstieg der Schulabbrecher sehen und müssen uns auf eine Ausweitung der Förderprogramme einstellen.1.4 Betreuungslehrer und Schulsozialarbeiter melden einen erheblichen Anstieg der Schüler mit psychischen Problemen – die Rede ist, ohne dass das derzeit verifizierbar ist, von einer Verdoppelung.1.5 Sportlehrer melden eine signifikante Verringerung der körperlichen Fitness (in der 7. Klasse z.B. durch standardisierte Tests erfasst) bereits nach einem halben Jahr. Der körperliche Zustand der Schüler verschlechtert sich dramatisch, wenn sie nur noch daheim eingesperrt sind.2. Hochschule2.1 Obwohl die Hochschulen beim Thema „Lernen auf Distanz“ sehr viel weiter sind als die Schulen (doch häufig immer noch Lichtjahre hinter dem etablierten Stand der Kunst zurück), ergeben sich deutliche fachliche Defizite bereits nach einem halben Jahr. In vielen Fächern fehlt den Studierenden einfach der diskursive Aspekt, die persönliche Betreuung durch einen Tutor oder die Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Tisch kann eben nicht vollständig durch noch so ausgefeilte digitale Konzepte ersetzt werden. Nicht umsonst ist der „Stand der Kunst“ heute das Blended Learning, bei dem Präsenzphasen und Selbstlernphasen nach verschiedenen Modellen einander abwechseln und ergänzen.2.2 Nicht nur haben viele Erstsemester des Sommers 2020 ihr Studium bereits wieder abgebrochen – denn so möchten sie einfach nicht studieren. Sondern es wird aus den Abschlussjahrgängen der Schulen berichtet, dass viele der Schüler keine Motivation verspüren, jetzt sofort ein Studium zu beginnen. Wir werden also einen deutlichen Rückgang der Studierendenzahl sehen – katastrophal, weil dies den Fachkräftemangel in Deutschland in wenigen Jahren noch deutlich verschärfen wird.2.3 Viele Studierende berichten über erhebliche psychische Probleme: Verlust der Motivation, Verlust der Tagesstruktur. Wir erleben dies sogar in bisher nicht gekannter Form bei denjenigen, die nach dem Studienabschluss ihre erste Stelle in einem Forschungsprojekt antreten wollten – manche tauchen gar nicht mehr auf.Natürlich sind das alles direkte Beobachtungen, von einer systematischen Erfassung kann nicht die Rede sein. Es ist aber sonnenklar, dass die Corona-Maßnahmen den jungen Menschen nicht nur ein Jahr ihrer Jugend stehlen. Sondern insgesamt den Bildungsstand der Gesellschaft verringern. 2019 zeigte eine sehr schöne Studie des Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital in Wien einen signifikanten Zusammenhang zwischen Bildungsstand und Lebensdauer. Es ist damit allerhöchst plausibel, dass die Corona-Maßnahmen unter dem Strich auch in den Industrieländern mehr Lebenszeit von Menschen kosten werden, als es das Virus selbst auch bei ungehinderter Ausbreitung getan hätte.
Pic Kelly Sikkema

Qualitativer und quantitativer Research in Audio/Radio

Programmanalysen und Tools. Die einen werten 126.000 Interviews aus, die anderen (aus dem Gaming) gehen digital vor + mit mobilen Endgeräten. Beide versprechen qualitative Aussagen, was die Sache sehr spannend macht. #hyperworld#neuromedia#RadioSalesWeekly

Video startet bei Klick auf eines der Bilder.

Dort Arnaud de St Roman, Hyperworld und Thomas Hernandez mit Pierre Mengal, Neuromedia. Mit im Video Alexander Zeitelhack.

https://youtu.be/TpcMHvzlhuE

TALK oder nicht TALK?

7 Radioexperten stellen ihre Meinung zu deutschem Radio dar.
Christophe Montague – ex-Radio NRJ-Chef – berichtet von erfolgreichen Kooperationen zwischen Radio und TV. Warum das Format TALK in Deutschland (bisher!) nicht funktioniert. Video startet bei Klickauf Bild.

Über den nachhaltigen Werbeverkauf und den Einsatz von Marktforschung

Ja, damit ist auch das Wissen über den Kunden gemeint …. UND … Musik-, Trend- und Reichweitenforschung.

Was müssen Salesleute wissen, worüber sollten sie reden, worüber besser nicht?
Zwei Experten geben ihre unterschiedlichen Ansichten dazu preis. Andreas Sprengart meint hierzu eher (und verkürzt) „Hört zu und macht’s nicht kompliziert“. Alexander Zeitelhack plädiert für nachhaltigen Verkauf..
Am Ende des Videos Detailinfos zu Messinstrumenten vom ‚People Meter‘ , Water Marking und Fingerprints.

Radio Sales Weekly Conf:

Radio Sales Conf. Weekly

Christophe Montague, ex-NRJ-Chef Deutschland, zitiert dabei – nicht weiter erstaunlich – als  Beispiel eine Kooperation zwischen der französischen Privatfunkkette NRJ mit dem privaten TV-Anbieter TF 1. Beide organisieren und strahlen gemeinsam den NRJ Music Awards aus. Weitere Kooperationen bestehen ebenfalls bei dem Format The Voice zwischen TF1 und Lokalsendern bei unseren Nachbarn. Zu einer Selbstverständlichkeit gehört bei dem Anbieter Radio RMC das Betreiben eines nationalen TV-Kanals mit dem Namen RMC BFMTV, der im Großraum Paris Marktführer ist und im Bewegtbild regelmäßig kontroverse und national beachtete Diskussionen aus der Politik veranstaltet.

Insgesamt fragt sich  Montague, jetzt CEO der 5 M Venture in Paris, ob die deutsche Konstruktion von 15 – eigentlich 14 Medienanstalten – erfolgreich sein kann bei der  Bildung von nationalen Privatfunkangeboten. Solche Formate sind im europäischen Ausland weit verbreitet. Die bei dem Radio Sales Chat anwesenden Experten aus Programm, Marketing und Vertrieb nickten heftig bei der Forderung nach einem deutschen TALK-Radio, das auf sich warten lässt. Montague erklärt seinen internationalen Gesprächspartnern immer wieder gerne, dass es zwar ein nationales Radio in Deutschland in einer nicht rühmlichen Epoche gab. Die Aufsichtsbehörden aber schon deshalb eine hohe Sensibilität bei der Prüfung politischer Inhalte der Sender zeigen. Solche Instanzen gibt es regional in Frankreich natürlich auch. Nur sind sie dort als CTAs wesentlich kleiner aufgestellt als die hiesigen. Das Jahresbudget der leitenden Behörde CSA beträgt bescheidene 40 Mio. € pro Jahr. Im Vergleich dazu erfreuen sich die vierzehn deutschen Medienanstalten eines Jahresbudgets von etwa 600 Mio. € laut KEF.

Alexander Zeitelhack, Radiopionier, Dekan einer Hochschule und Hörfunk-Marketingexperte zeigte in einer der Konferenzen, wie es zu der immer noch anzutreffenden Zielgruppensegmentierung 14 bis 49 Jahre in den frühen Jahren des Privat-TVs kam und weiterhin fortbesteht. Seinerzeit boten die Sample-Points einfach nicht die technischen Voraussetzungen zur Messung. Er ist gespannt auf folgende Themen der Konferenz wie Big Data im Umgang mit Hörern und call-ins, Reichweitenmessungen mit Plattform-übergreifenden portablen Geräten. „Werbegelder sind das ‚Lebens-Elixir‘ privater Stationen“, so die Aussage von Andreas Sprengart, Radio Kaiserslautern, „insofern ist die Vorbereitungsphase im Verkauf enorm wichtig.“ Und die Kunden sind immer daran interessiert, was es an neuen Entwicklungen im Sender gibt. Der Research bietet hierzu zahlreiche Anhaltspunkte. Der Kaiserslauterner Radio-Marketingleiter setzt im Verkauf auf Hybridangebote aus Hörfunkwerbung ergänzt und verstärkt in ihrer Reichweite und Wirkung durch sendereigene Social Media- und … Bewegtbildauftritte. Hierbei treten ihm zufolge bewusst Nicht-Radio-Personalities auf.

Fritz Iversen, ex-(Werbe-)Texter einer internationalen Frankfurter Kommunikationsagentur  dachte bei der Konferenz laut über zielgruppengenau erzeugten Content nach. Auch hier stellt sich neben der immer wieder auftauchenden Frage nach Content-Bots diejenige nach Mess-und Einsatzinstrumenten zur Ansteuerung spezieller Hörerschaften.

Die beiden Radio-Neustarter mit dem Webangebot J7-Radio Jürgen Mirbach und Jan Ostheimer, beide betreiben eine mittelständische Event-Agentur und sind auf dem Weg einer erfolgreichen Diversifizierung des Angebots. Sie legen Wert auf eine ausgesprochene Vielfalt der Musikauswahl. Am frühen Morgen gibt es schon Klassik in ihrem Webradio. Auch ein Punkt, über den es sich lohnt nachzudenken.  Beiden wurde empfohlen, eine Programmierung und Verbreitung eines nationalen TALK-Angebots in den Fokus zu nehmen. Denn, um eine altes Zitat von Cato abzuwandeln „Und übrigens finde ich, dass es höchste Zeit ist für ein nationales engagiertes TALK-Radio in Deutschland.“ Zeitelhack meint hierzu „Aber bitte nicht mit Journalisten. Das funktioniert erwiesenermaßen nicht.“

Initiator der Konferenzen, Poppe, sagt hierzu: „Das Zoom-Format behandelt alle möglichen Themen rund um Audio und Radio. Dazu gehören neben reinen Sales-Tipps für Verkäufer, praxisnahe Informationen, die im Verkauf unmittelbar Nutzen bringen. Denn nur der über sein Produkt bestens informierte Advertising Sales Manager wird Erfolg haben und solchen seinen Kunden  bieten können.“  Inhalte der kostenlosen Konferenzen sind: Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Anbieter in Deutschland, Themen wie neue technische Entwicklungen der  qualitativen und quantitativen Reichweitenmessung, Trends der Musikforschung, methodische Aufbereitungen von Fortbildungen in den Sendern, ‚organizational practices‘ im Rahmen der Pandemie, „Digitale Machtübernahme“ und Ausgewogenheit der politischen Beiträge. Der Zugang zu den Konferenzen ist kostenfrei, wird über via Twitter angekündigt und ist in Auszügen über youtube abrufbar (DasMedienzentrum Poppe)

Bild screen-shot von der Konferenz

Andreas Sprangert, Antenne KS mit Helmut Poppe, poppe-media

Radio Sales Weekly Conf. Radioverkauf – leicht erklärt :-)

Jetzt mit Experten wöchentlich.
Zoom-Konferenzen mit Fragen und Antworten rund um Radio Media-Sales: Spezialisten aus umliegenden Feldern wie Programmgestaltung, Marktforschung, Personal, Strategie und Digital Transformation machen mit. Hier ein kurzer Live-Mitschnitt, der zeigt, welche Tipps dem Radioverkauf gegeben werden. In der letzten Konferenz ging es um tägliche Fragen im Radioverkauf wie: Kundenzurückhaltung in Corona-Zeiten umgehen, verliert Radio tatsächlich an Musik-Streaming, wo sitzen die wichtigen Konsumenten, wie könnten Radioprogramme noch mehr in den Fokus der Werbekunden gelangen, was sagen die Zahlen für das Geschäftsjahr 2020? Kostenlos und regelmäßig. Eine direkte Teilnahme als Interviewpartner ist ebenfalls möglich. Lean-Back- und Aktivteilnehmer erhalten einen Zugangscode auf Anfrage hier. Anmeldungen über interactive@poppe-media.de und
alexander@zeitelhack.com
Regelmäßige Kurzbeiträge auf #DasMedienzentrm Und zu der Empfehlung für den „Gewieften Radioverkäufer und die richtigen Anrufzeiten …“ Treffen um 12h30 ist im nationalen Verkauf, wie man hört, auch nicht schlecht. Wie war das mit der räumlichen Lage der Büros im Mediaverkauf eines angesehenen Mediums …? Die Kantine lag gleich neben der … BAR … und gegenüber von Sales. Beziehungsmarketing ist halt wichtig – toppt Algorithmen.

Radio – Werbeerlöse blaues Auge oder was?

Prognose Werbeumsätze Radio Gesamtjahr 2020
Drei Szenarien – mit blauem Auge davon gekommen oder Disaster?

Radiomarketer hatten es in den letzten Jahren in aller Regel ziemlich leicht die Umsätze im Werbevertrieb spätestens im zweiten Halbjahr des laufenden Jahres vorauszusagen: aus den Vorjahresverläufen, bestehenden Jahresabschlüssen mancher Accounts und mit langjährigen Kundenstrategien einzelner Branchen ließen sich die zu erwartenden Erlöse hochrechnen.

In den bewegten und für Vertriebler unsicheren Covid-Zeiten sind solche Projektionen  von zahlreichen neuen Faktoren bestimmt. Bemerkenswert und erstaunlich ist aber, dass sich Radio mehr als tapfer im Vergleich zu anderen Mediengattungen schlägt. Zog das Geschäft auf Bruttobasis wieder nach drastischen Verlusten in den Monaten März bis Mai laut Nielsen bereits im Juni wieder um 2% an, schrieben sich die Zuwächse  im Monat Juli im Vorjahresvergleich mit fast 14% fort. Bisher liegen die Bruttowerbeumsätze laut Nielsen für den Zeitraum Januar bis Juli 2020 bei 969 Mio. € und um 10% unter dem Vorjahreswert von 1.076 Mio. .

Gründe dieser erfreulichen Entwicklung sind verstärkte Werbeaktivitäten zum Beispiel des Handels, Nachholeffekte aber auch ein Umshiften von Etats in Funk, die bisher in anderen Medien investiert wurden. Auf der Basis von drei Szenarien werden hier verschiedene Umsatz-Szenarien dargestellt für den Rest des Jahres. „Katastrophen“-Szenario 1 stellt die Entwicklung dar für den Fall, dass ab September die Pandemie einen Lockdown in größeren Teilen Deutschlands auslösen sollte. Szenario zwei „Blaues Auge“ führt mit einem Mittelwert die Entwicklung aus Juni und Juli fort. In einem optimistischen Bild – Szenario drei „Glück gehabt“ – geprägt mit punktuellen Lockdowns eher auf Stadtviertelebenen oder in kleineren Regionen und bei einer sich rasch positiv entwickelnden  gesamtwirtschaftlichen Situation dürfte eine hohe Werbezeitennachfrage auf einen Mangel zur Verfügung stehender Slots stoßen. Auch wenn es eigentlich in den meisten Bundesländern keine offiziell gehandhabten Werbezeitenbegrenzungen bei den Privaten gibt, werden die Sender um eine Programmverträglichkeit zu gewährleisten, sich selbst Grenzen setzen. Der positiv  verlaufende Monat August, die Erfahrungen und die Routine, die in der ersten Phase der Krise im Frühjahr gemacht und gewonnen wurden, stimmen da eher optimistisch.

Die Werbeumsätze in Deutschland speisen sich aus nationalen, regionalen und den wichtigen lokalen Werbetöpfen. Da sich die Gegebenheiten bei den Lokalanbietern teilweise deutlich unterscheiden, liegen die Anteile der nationalen zur lokalen Werbung in einer Spannbreite von 30% zu ca. 60%.

Dies sieht zum Beispiel bei einem (anonymisierten Senderverbund) so aus:

…. hier folgt in der Studie Radio in Frankreich und Deutschland … eine Aufstellung der Monatsverläufe nach Lokal/National.

Die Monatsverläufe werden detailliert analysiert im Vergleich der Entwicklungen im Jahresverlauf und zum Vorjahr.

 

Bemerkenswert ist hierbei, dass sich die Werbeumsätze in dem beobachteten Zeitraum und bei dem Senderverbund aus dem nationalen Bereich schneller erholten als diejenigen aus dem Lokalgeschäft.

Diese machten im Vorjahr ein Zweidrittel der gesamten Werbeerlöse aus,  im ersten Halbjahr 2020 aber nur noch die Hälfte. Die Gründe hierfür liegen in der schwierigen finanziellen Lage zahlreicher Anbieter im Lokalgeschäft: Veranstaltungen, Gastronomie und solche aus dem Handel.

Weitere Gründe lauten: Angst, Budgets in eine unsichere Zukunft zu investieren, gewonnene Neukunden gehen in diesem Jahr wieder verloren, eine Suche nach Neukunden bzw. nach persönlichen Kontakten zu Kunden gestaltet sich aufgrund der Hygieneregeln in der Pandemie äußerst schwierig. Ansprechpartner für Werbebudgets sind derzeit nicht mehr in ihren Betriebsstätten vorzufinden, viele Betriebe haben Kurzarbeit eingeführt, Radiowerbung bewegt Massen und ist als Abverkaufsmedium eine optimale Unterstützung, stößt aber bei einer Reduzierung der Verkaufsflächen teilweise  um mehr als 75 Prozent an seine Grenze, Budgetwanderungen beim Verbraucher: Möbel, Fahrräder, Sparen, ….

Entwicklung in Frankreich

Eine sogenannte Bump-Studie prognostiziert einen Rückgang der Werbung um 23% für 2020 in Frankreich. Grund hierfür sind auch dort die Auswirkungen des Coronavirus auf den Werbemarkt wie die Ergebnisse des Bump (Unified Advertising Market Barometer) zeigen,  das von Kantar, France Pub und Irep (Institut für Forschung und Werbestudien) vorgestellt wurde. Die Prognosen für das Jahr lauten: -23% gegenüber 2019, bei einem Werbemarkt von insgesamt 26 Milliarden Euro. Im ersten Quartal beliefen sich die Netto-Werbeeinnahmen der Medien in dem von Irep beobachteten Umfang (Fernsehen, Kino, Radio, Presse, Außenwerbung, Werbesendungen, unadressierte Drucksachen) ….

Spannend und herausfordernd wird es für das Radiomarketing bei Fragestellungen, ob Trends – vorhergesagt von sicherlich nicht ganz uneigennützigen Digitalberatern – eintreffen. Gemeint sind damit der digitale Wandel für den regionalen Einzelhandel und für die Eventbranche und auch in welchem Umfang das sich ändernde Mobilitätsverhalten der Bevölkerung und auch neue Verbrauchergewohnheiten hin zu mehr Ökologie auf den Verkauf von Werbezeiten bemerkbar machen werden. Auf der Programmseite wird sich die Frage stellen, wie ein ganz offensichtlicher Trend nach sozialer Wärme, Sicherheit und Nähe aufzugreifen ist. ….

Grafik geblurt, nachzulesen in Studie auf Bestellung. Auch recherchieren als Beitrag auf radioszene.de



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Copyright: poppe-media #DasMedienZentrm

Selbstzentrierte Bubbler

Sie sind bestimmt wichtig, die Treiber im Digitalen, aber übertreiben Sie es nicht ein bisschen? „Wohl noch nie richtig gearbeitet?!“

So lautet die genervte Aussage eines mittlerweile Seniors, der selbst zu den digitalen Pionieren zählt. Schaut man sich einmal diese hier zufälligerweise französische Liste an ( Entsprechendes gibt es in Deutschland sicherlich auch), die wandlungsaffine Felder durch und nach Corona aufzeigen soll, fallen einem Punkte auf wie eine Notwendigkeit des lokalen Handels, sich digital anzupassen, eine angebliche neu entstehende Ethik  der Wirtschaftsunternehmen oder auch das Ansteigen der Streamingdienste. Unmittelbar lebensnahe Themen wie beispielsweise Erziehung, Gesundheit oder Politik werden nicht erwähnt.  Sie passen wohl nicht zum Portfolio des Anbieters.

In gelb: punktuelle Entwicklungen, grün = dauerhaft. Tendenzen, die für die ‚Welt danach‘ im Auge zu behalten sind. Es geht viel um Handel ….

Ein Bild, das Screenshot enthält.

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Quelle: digimind.com

Haben die vorwiegend jungen Verfechter neuer digitaler Welten dergleichen drei lebensnahe Themen nicht in der Optik? Ganz offensichtlich haben sie mit ihrem Unternehmenshintergrund Digital Insights und Market Intelligence Tools im Gepäck, die Entwicklungen im Handel und der Mobilität evaluieren und hervorsagen sollen. Da gab es doch eimal ein Lied „So vain …“

Man könnte sich einmal eine Maslowsche Bedürfnispyramide anschauen und von unten nach oben prüfen, inwieweit die einzelnen Felder durch den digitalen Wandel ‚bedient‘ werden können.

Ein Bild, das Text enthält.

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Die bekannte Pyramide ist eine Interpretation von Maslows Bedürfnishierarchie (wiki)

Schon alleine für die Stufe der ‚Selbstverwirklichung‘ braucht‘s nicht unbedingt Digitales und die vielen technischen Angebote lenken bestimmt von Grundbedürfnissen ab. Dem mittlerweile überbesetzten Begriff ‚NewWork‘ hat der Blog „Indiskretion Ehrensache“ mit der dahinter stehenden Digitalberatung kpunktnull einen längeren Artikel gewidmet und dem Titel „Größter Management-Fehler 2020: Der irrige Glaube an das Home Office„. Darin werden zahlreiche Defizite identifiziert mit Aussagen wie: Home Office wird eine Art des Arbeitens sein und nicht herkömmliche Formen ersetzen. Lang anhaltend ‚Off the office‘ zu arbeiten, schadet nicht nur der Gesundheit sondern kann sich auch negativ auf die Karriere auswirken. Die Unternehmenskultur leidet und neue Mitarbeitern haben große Schwierigkeiten sich in dieser Arbeitsform in einem Unternehmen zu integrieren. Home Office konterkariert zudem Millennial-Werte, denn deren Angehörige  suchen Sinn in allen Teilen des Lebens und die Gemeinschaft.

Auch die F.A.Z.  hat jüngst in einem Artikel mit dem Titel „120.000 € für zwei Emails am Tag“ geschildert, wie sehr ein Mensch aus der Wissenswirtschaft darunter leidet, dass er nichts zu tun hat und trotzdem gut weiterbezahlt wird. Der Fehler war beim Vorgesetzten zu suchen, bei dem entweder digitale Kommunikationswege nicht zum täglichen Habitus zählen oder meinte, Wichtigeres tun zu haben.

Spannend wird die Sache mit der Arbeit, wenn man einmal minutengenau Buch führt, was man als Erwerbslöhner in welchem zeitlichen Umfang tut, um seine Brötchen zu verdienen. Diese Mühe geben sich die allerwenigsten.  Letztens bei einer Mitarbeiterin gesehen, dass diese täglich eine Stunde damit verbringt – was durchaus nachvollziehbar ist – Emails zu lesen. Eigentlich müsste man einzelne Arbeitsschritte bestimmten Wertschöpfungsfeldern zuordnen. Ein Keylogger sprich Mitschreiber von Tastaturbefehlen wird das alleine nicht können. Bemerkenswert dabei ist, dass die meisten Menschen gar nicht wissen, wie ihr Job detailliert definiert ist und was die wichtigsten Felder sind. Werden die einzelnen Jobtätigkeiten nicht eher nach den Kriterien aufgeteilt „Könnte den Vorgesetzten nicht gefallen“ oder „Man holt sich Kritik ein“?

Der Mensch denkt …. „.
Vor einigen Monaten war von einem Zukunftsforscher und einem Mediamenschen zu lesen, dass, wenn wir im Herbst zurückdenken an die heftigen Coronazeiten und wenn Trump weg ist, uns ein anderer Umgang mit Konsum und Umwelt bleibt. Wie es aussieht, wird dem nicht so sein. Corona zieht sich hin, die zweite Welle ist wohl schon im Gange, und wenn es ganz schlecht läuft, passieren noch ganz andere Dinge. Es muss nicht das schwarze Loch sein, aber es könnten auch massive wirtschaftliche Katastrophen entstehen oder andere Konstellationen, die manche Digitaldenker nicht auf dem Monitor haben. Ein Großteil der Vorhersagen in den dargestellten Szenarien wäre obsolet. Dann geht es um ganz andere Dinge.

Andere Dinge in der Zukunft, das könnten solche Begriffe sein wie: mehr Nähe, Wärme und Gruppenzugehörigkeit, und hier kommt der gedankliche Brückenschlag zu dem Medium Radio: der große Radio Host Harry von Zell sagte schon vor Jahrzehnten: „Radio is the most intimate and socially personal medium in the world.“ In dem aufgezeigten Zukunftskontext hat es somit eine hervorragende Chance, nur wie Markus Langemann jüngst beklagte, ist derzeit „Radio ohne Eier„. Höchste Zeit, dass sich daran etwas ändert. Es gäbe gute Chancen mit neuen DAB+-Frequenzen und zwar national.


Harry von Zell (Wiki)

Update der Studie RADIO UND AUDIO Frankreich und Deutschland Kapitel VII Werbeumsätze

Das Marktforschungsunternehmen Nielsen meldet für die Mediengattung Radio und den Monat Juni 2020 einen Zuwachs von 2% bei den Brutto-Werbeumsätzen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Über den Betrachtungszeitraum Januar bis Juni 2020 betragen die Verluste -13,3%.
Radio hat sich wacker geschlagen im Vergleich zu anderen Gattungen, alleinig Online verzeichnet ebenfalls ein Plus.

Im Rahmen von drei Szenarien und unter Berücksichtigung von Einkünften aus lokaler Werbung wird an dieser Stelle eine Projektion der Werbeumsätze privater Radioanbieter angestellt für das Gesamtjahr 2020 (Stand 19.07.2020)

I Szenario
2. Corona-Welle, Lockdowns …



II Szenario
Auf Basis positive Entwicklung wie Juni 2020


III Szenario
Optimistisch mit Kompensationseinsätzen von Werbungtreibenden
-15 % – 6% -4%

Aus dem französischen Markt sind bisher nur Zahlen für das 1. Quartal zu erhalten. Radio steht im Vorjahres-Vierteljahrvergleich mit -10,3% da (nationale Funkwerbung). Da die ersten zwei Monate noch nicht von der Coronakrise beeinflusst waren, dürften die Einnahmenrückgänge ähnlich liegen wie diejenigen in Deutschland für den Monat März in Höhe von deutlich über 20%.

Ursprünglich erstellt für den Branchenkongress „European Radio Show 2020“ vergleicht dise Studie die beiden Radiosysteme in Frankreich und Deutschland mit den Bezugsfeldern Reichweiten, Programmangebote, Gesetzgebungen, Werbewirtschaft und Messverfahren. Sie wurde angesichts der Corona-Krise in diesen Bereichen aktualisiert und wird fortlaufend mit neuen Marktentwicklungen ergänzt. Die in dieser Studie eingesetzten Verfahren lauten:  62  face to face von dem Autor durchgeführte  Interviews mit Experten aus den Bereichen Vermarktung, Programmgestaltung, Medienforschung, technische Lösungen, Personalwirtschaft und mit Verantwortlichen einzelner Bereiche in den Sendern selbst. Zählservices von zwei deutschen großen Vermarktern und zwei französischen Marktforschungs-unternehmen, Desk Research mit  Quellenanalyse einschlägiger Publikationen aus der Medienwirtschaft. Strukturierte Programmauswertungen  mit 257 Audio-Mitschnitten und deren inhaltliche analoge Analyse auf Aspekte wie Anteile Wort/Musik, politische Berichterstattung, Meinungsbildung, Werbespots, Auslastung Werbeinventar. Die Fragestellungen und deren Ausweisungen erfolgen rollierend in einer  2-Monats-Folge.