Dokus statt Magazine – das reicht bei weitem nicht

Warum gibt es eigentlich nur eine überschaubare Anzahl engagierter Medien in Deutschland, die sich um Meinungsbildung kümmern ohne in Populismus zu verfallen? Gerade Radios sind hier gefragt und hätten eine Chance, in einer Landschaft, in der Emotionen und Zeitbudgets in soziale Medien abwandern, Aufmerksamkeit rück zu erlangen und sich gleichzeitig in einem anbahnenden Meinungs- und Stimmungsumfeld neu zu positionieren.

Was tun Radiomacher im Wettbewerb mit den Netzanbietern? Genügen Kommentare, Magazine und Dokumentationen journalistisch aufbereitet alleine? Birgt das Format Talk nicht eine Chance, das Medium Radio wieder zu einem „Bookmark“-Lebensbegleiter werden zu lassen, Meinungsblasen aufzulösen, einem Generationenabriss entgegen zu wirken? Beispiele, wie das in anderen Ländern funktionieren kann, gibt es zuhauf. Warum steht da Deutschland hintenan?

In der Videocast-Serie #RadioSalesWeekly, die sich eigentlich eher mit Marketingfragen in Audio und Radio beschäftigt, nennt Christophe Montague, ehemaliger Deutschland-Chef von Radio Energy, als Grund die geschichtliche Vorbelastetheit des deutschen Radios. Den Machern sei die politische Wirksamkeit des Mediums auch zu brisant. Nun denn, vielleicht liegt es auch daran, dass neben einem Blick auf bestehende Erfolgskonzepte des Wettbewerbs der Leidensdruck noch nicht groß genug ist, eine gewisse Statik vorherrscht (an die 00er-Jahre der Printreaktionen auf die Webkonkurrenz sei erinnert) und Journalisten alleine das Thema nicht stemmen können?

Auszug aus einem Interview mit Manfred Krupp

https://www.dwdl.de/interviews/83743/hrintendant_an_magazinmacher_lasst_euch_doch_mal_drauf_ein/

„HR-Intendant an Magazinmacher: „Lasst euch doch mal drauf ein!“

Stecken Sie nicht in einem Widerspruch, wenn Sie einerseits für die Stärkung der Mediathek plädieren, aber andererseits das inhaltliche Engagement auf Drittplattformen wie YouTube sogar noch ausweiten?

In Summe weiten wir unser Engagement auf Drittplattformen nicht aus, sondern durchlaufen eher eine Konzentration aufs Wesentliche. Momentan ist eines unserer größten Projekte die Entwicklung einer Portfolio- und Distributionsstrategie. Wir müssen nicht mit jedem Produkt auf jeder Plattform vertreten sein. Früher hatten wir gerade mit Blick auf Social Media die Strategie „Lasst tausend Blumen blühen“. Inzwischen haben wir ungefähr die Hälfte unserer digitalen Produkte wieder eingestellt, darunter etliche Instagram- und Facebook-Profile einzelner Wellen oder Sendungen. Wir halten es für sinnvoller, wenn die Inhalte auf wenige starke Marken wie etwa die „Hessenschau“ oder überregional die „Tagesschau“ einzahlen. Außerdem ist jetzt die nächste Stufe erreicht, wo es insgesamt stärker darum gehen muss, wie wir die Nutzerinnen und Nutzer von Drittplattformen auf unsere eigenen Plattformen zurückleiten.“

Que peuvent apprendre les écoles de la transformation numérique dans les entreprises ?

Communiqué de presse Francfort Juillet 2021

Helmut Poppe, expert en médias de Königstein, et des entreprises locales donnent des conseils

Francfort-sur-le-Main. Königstein. Kronberg. Sulzbach. Schwalbach. La pandémie de Corona a accéléré la numérisation de l’enseignement et des entreprises. Que peuvent apprendre les écoles des entreprises dans ce processus de transformation ?

Helmut Poppe, expert en médias et ancien directeur du Centre des médias du Main-Taunus, a abordé cette question lors d’un événement numérique organisé par le réseau SCHULEWIRTSCHAFT Rhein-Main-Taunus. Il a modéré l’échange et expliqué aux enseignants participants pourquoi il est utile d’élargir la vision au monde de l’entreprise. „Les entreprises connaissent certaines procédures d’interdisciplinarité et d’orientation vers les problèmes qui peuvent aider les écoles“, a déclaré M. Poppe. Des représentants d’entreprises locales de différents secteurs ont montré comment des techniques de travail et des structures concrètes autour de la numérisation peuvent être transférées aux écoles et aux cours.

„Il s’agit de développer des compétences dans toutes les matières et de se positionner largement, car c’est là que les entreprises sont fortes. Nous devons soutenir les enseignants sur le thème de la formation continue. Les écoles devraient examiner la division du travail et des tâches dans l’économie. On ne peut pas tout déverser sur les enseignants“, explique le Dr Hellen Fitsch, responsable de la citoyenneté d’entreprise chez Accenture Allemagne, un cabinet de conseil mondial pour la numérisation et la transformation des entreprises basé à Kronberg im Taunus.

„Chaque école a besoin d’un directeur de la technologie formé, d’un budget par habitant librement disponible et d’une liberté d’action absolue. C’est la seule façon de faire émerger l’innovation“, a déclaré Paul Martin, PDG de la start-up et société de services informatiques Vertical GmbH, basée à Sulzbach. „L’économie planifiée numérique ne fonctionne pas. La décision centrale est actuellement trop éloignée de la pratique. La responsabilité incombe à la direction des écoles, pas au niveau de l’État ou du district“, a exigé M. Martin. En outre, a-t-il ajouté, le génie logiciel doit être introduit comme une matière scolaire distincte dans tous les emplois du temps, car cette compétence est un „must“ dans le monde du travail de demain.

„À ce jour, il n’existe pas de dossiers électroniques des élèves, ce qui fait perdre un temps de travail précieux aux enseignants. Au lieu de changer constamment d’outils, les écoles ont besoin d’une plateforme stable. Les enseignants sont mal formés et largement laissés à eux-mêmes en matière de numérisation“, ajoute Stefan Trauth, directeur général de la société de services de mobilité Goyago GmbH à Schwalbach am Taunus.

Marina Weiland est assistante de recherche au centre de recherche „Future Aging“ de l’université des sciences appliquées de Francfort. Le développement des technologies d’assistance et des services assistés par la technologie dans le secteur de la santé y est avancé. „On apprend rapidement à utiliser un logiciel, mais l’esprit critique se développe plus lentement. Nous devrions toujours considérer les nouvelles technologies d’un point de vue éthique. Il faut des phases de réflexion pour pouvoir se faire une opinion sur le sujet“, explique M. Weiland.

A propos de SCHULEWIRTSCHAFT Rhein-Main-Taunus :

SCHULEWIRTSCHAFT Rhein-Main-Taunus est un groupe de travail volontaire d’enseignants de Francfort-sur-le-Main, du Hochtaunuskreis et du Main-Taunus-Kreis. Le réseau constitue une interface entre les écoles et les entreprises de la région. L’objectif est de donner aux enseignants un aperçu pratique des contextes économiques et de les aider à planifier leurs cours.

Cliquez ici pour l’enregistrement de l’intervenante Valérie BON – chargée d’information-Animatrice ERIP Technowest – dans la conférence Zoom „Quelles sont les attentes des entreprises … …“.

L’événement en entier et son contexte sont décrits en détail dans un article complet ici (avec vidéo qui dirige vers replay).

La vidéo (vs allemande)

Avancez jusqu’au début du séminaire qui commence à environ 10 minutes. L’événement et son contexte sont décrits en détail dans un article ici.

Medienmacht – Medienausbildung

Medienberater und Medienplaner und alle, die mit Medien zu tun haben, müssen immer das digitale Umfeld im Auge haben. Klar.

#RadioSalesWeekly zeigt in welchem Umfang digitale Anbieter Werbegelder abschöpfen. Darunter leiden spürbar hiesige Anbieter.
Für Mediaberater gibt es keine spezielle Ausbildung. Das Personal rekrutiert sich aus umliegenden Berufsfeldern.

#RadioSalesWeekly: Alexander Zeitelhack und Andreas Sprengart, nennen Voraussetzungen und Karrieremöglichkeiten.
Nicht nur ein Lesemuss für die #Arbeitsagentur#Berufenet.
Zu dem Video geht es hier.
https://youtu.be/I5eYWqBEb8E

Was können Schulen vom digitalen Wandel in Unternehmen lernen?

Pressemitteilung                                                                                 Im Juli 2021

Königsteiner Medienexperte Helmut Poppe und heimische Betriebe geben Tipps

Frankfurt am Main. Königstein. Kronberg. Sulzbach. Schwalbach. Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung sowohl in der Bildung als auch in der Wirtschaft beschleunigt. Was können Schulen bei diesem Transformationsprozess von den Unternehmen lernen?

Helmut Poppe, Medienexperte und ehemaliger Leiter des Medienzentrums Main-Taunus, ist auf diese Fragestellung bei einer digitalen Veranstaltung des Netzwerks SCHULEWIRTSCHAFT Rhein-Main-Taunus eingegangen. Er moderierte den Austausch und erläuterte den teilnehmenden Lehrkräfte, warum es sich lohnt den Blick auf die Wirtschaftswelt zu weiten. „Die Wirtschaft kennt einige Verfahren zur Interdisziplinarität und Problemorientierung, die Schulen helfen können“, sagte Poppe. Heimische Unternehmensvertreter aus verschiedenen Branchen zeigten, welche konkreten Arbeitstechniken und Strukturen rund um die Digitalisierung sich auf die Schule und den Unterricht übertragen lassen.

„Es geht darum, Kompetenzen fächerübergreifend aufzubauen und sich breit aufzustellen, denn darin sind die Unternehmen stark. Wir müssen die Lehrer beim Thema Weiterbildung unterstützen. Die Schulen sollten sich die Arbeits- und Aufgabenteilung in der Wirtschaft angucken. Man darf nicht alles auf die Lehrkräfte abladen“, erklärte Dr. Hellen Fitsch, Führungskraft im Bereich „Corporate Citizenship“ bei Accenture Deutschland, einem weltweit tätigen Beratungsunternehmen für Digitalisierung und Business Transformation mit Sitz in Kronberg im Taunus.

„Jede Schule braucht einen ausgebildeten Chief Technology Officer, ein frei verfügbares Pro-Kopf-Budget und absolute Handlungsfreiheit. Nur so wird Innovation entstehen“, meinte Paul Martin, Geschäftsführer des Sulzbacher Start-Ups und IT-Dienstleistungsunternehmens Vertical GmbH. „Digitale Planwirtschaft funktioniert nicht. Die zentrale Entscheidung liegt derzeit zu weit weg von der Praxis. Die Verantwortung gehört in das Direktorat der Schulen, nicht auf Landes- oder Kreisebene“, forderte Martin. Außerdem müsse Software-Engineering als eigenes Schulfach auf jeden Stundenplan eingeführt werden, denn diese Fähigkeit sei in der Arbeitswelt der Zukunft ein „Must-have“.

„Bis heute gibt es keine elektronischen Schülerakten, dadurch wird wertvolle Arbeitszeit der Lehrerinnen und Lehrer verschwendet. Statt ständig wechselnder Tools brauchen die Schulen eine stabile Plattform. Die Lehrkräfte werden schlecht geschult und bei der Digitalisierung größtenteils allein gelassen“, ergänzte Stefan Trauth, Geschäftsführer des Mobilitätsdienstleistungsunternehmens Goyago GmbH in Schwalbach am Taunus.

Marina Weiland ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungszentrum „Future Aging“ der Frankfurt University of Applied Sciences. Dort wird die Entwicklung assistiver Technologien und technikgestützter Dienstleistungen im Gesundheitsbereich vorangetrieben. „Den Umgang mit Software lernt man schnell, kritisches Denken hingegen entwickelt sich langsamer. Wir sollten die neuen Technologien auch immer unter ethischen Aspekten sehen. Es braucht Phasen zum Reflektieren, damit man sich eine Meinung darüber bilden kann“, so Weiland.

Über SCHULEWIRTSCHAFT Rhein-Main-Taunus:

SCHULEWIRTSCHAFT Rhein-Main-Taunus ist eine freiwillige Arbeitsgemeinschaft von Lehrerinnen und Lehrern in Frankfurt am Main, im Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis. Das Netzwerk bildet eine Schnittstelle zwischen den Schulen und Betrieben in der Region. Ziel ist es, den Lehrkräften praxisbezogene Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge und Unterstützung für die Unterrichtsgestaltung zu geben.

Hier geht es zu dem vollen Mitschnitt der Zoom-Konferenz „Was kann Schule lernen …“

Sie können mittenrein schauen. der eigetliche Start ist etwa bei 10 Minuten. Die Veranstaltung und ihre Hintergründe werden in einem umfangreichen Artikel hier detailliert beschrieben.

Kommunikation und Lernen in Betrieben und anderen Organisationseinheiten

Slack und Teams befinden sich gerade in einem Kollisionskurs. Der Büro­kom­mu­ni­ka­ti­ons­diens­t Slack wird wohl demnächst von dem Softwareanbieter Salesforce.com übernommen. Beide haben einen gemein­sa­men und ungleich größe­ren Gegner, nämlich Microsoft mit Teams. Hinzu kommt auch Zoom, mit einer 1/1-Lösung von Bespre­chun­gen in der virtu­el­len Welt. MS Teams spielt den Vorteil aus, das weit verbreitete Office-Paket integriert zu haben. Allen US-Abietern gemeinsam ist, dass Inhalte und die Kommunikation auf Servern abgelegt sind außerhalb Deutschland.

Zwei wesentliche Elemente führen zu einem Erfolg solcher Plattformen: die Verbindlichkeit der Teilnahme durch die Mitarbeiter und eine „Durchstrukturierung“ der Unternehmensabläufe. Denn nur über eine Automatisierung von wiederkehrenden Routinen, über eine Definition von Schnittstellen und mit leicht bedienbaren Kommunikationsplattformen lassen sich Optimierungen realisieren. Diese drücken sich u.a. aus in eine günstigere Zeitallokation von Ressourcen. Wissensarbeiter stecken nämlich verbreitet nur ein Drittel ihrer Zeit in ihre Kernaufgabe.

Interessant ist auch, dass Slack eine neue Audio-Funk­ti­on „Hudd­les“ vorge­stellt hat, die spon­ta­ne und zwang­lo­se Gesprä­che ermög­li­chen soll, so wie wenn jemand am Schreib­tisch eines Kolle­gen vorbeikommt. Da kommt wieder der soziale Aspekt in den Fokus, haben doch die meisten Videokonferenzler festgestellt, dass gute Informationen abseits des formellen Calls vorab, danach oder im Chat laufen. Hier schließt sich übrigens der Kreis zu Audio: Radio Gong stellte auf #LRF21 kürzlich eine Lösung für Unternehmensradios vor. Corporate Radio, ein Angebot, das nicht nur in Pandemiezeiten seine Berechtigung hat.

Wie man weit verbreitet sieht, entwickeln Unternehmen als lernende Einheiten eigene Plattformen oder mieten diese, stellen Lernorte online bereit, entwickeln oder kaufen spezielle Didaktik mit spezifischen Inhalten und Lernzielen.

Zu teams, salesforce, adobe und bitrix24 gesellt sich nun auch ein deutscher Anbieter mit SDUI: gerade (?) Bildungseinrichtungen benötigen funktionierende Kommunikation und gutes Projektmanagement.

SDUI aus der deutschen ‚Provinz‘ in Koblenz vernetzt mit einer App Akteure in Schulen und Kitas, optimiert die Kommunikation und will den Digitalisierungsprozess langfristig erfolgreich gestalten. Nach Angaben des Anbieters sind bereits 2.500 Schulen und Kitas dabei. Zu den Investoren gehören das Land Rheinland-Pfalz mit seiner Förderbank ISB sowie der High-Tech Gründerfonds, dessen größter Fondsinvestor das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist. Nach SDUI-Angaben wird deren Angebot von ganzen Städten und Landkreisen als Standard für DSGVO-konforme Schulkommunikation eingesetzt.

Bleibt abzuwarten, ob das sicherlich gut dargestellte Angebot der Koblenzer in dem eher dysfunktionalen Umfeld Schule ankommt. Alleine schon wegen der DSGVO-Konformität stehen die Chancen eher gut.

Boss, I need more money

Even if information about one’s own salary is one of the best-kept secrets in Germany, with a little effort it is possible to get an overview of what figures the dear colleagues in the various fields of work in the media and radio industry see on their pay slips every month.

It does not have to be always the Intendant of a Germany public providers both TV and radio whose stately emoluments range according to controlling instutute KEF between 250,000 to scarcely 400,000 ? per year plus nice pension claims and extra benefits. Given such income you can look in a relaxed mode into the future.

In comparison, the ’standard employee‘ in the whole range (all figures in €) in radio:

Editorial Young editor 2,550. editor 3,200 to 4,300.

Speaker Morning-Host 5,000 to 5,500.

Other presenter afternoon 4,400.

Radio and sound technician 3,500.

Dispatch 2,800 rookie to 3,500.

Technical Manager 5,500

Digital Media 3,600

Sales/advertising field service monthly fluctuating with 1,800 fixed salary and 6 percent commission. During Corona crisis 3.500 – 4.800.

Outside Corona 1,000 fixed salary and 7 percent commission and special allowances for system sales up to 1,000 per sales week.

Previous years 2,800. minimum during worst month such as August and in the best months of October or December up to 11,000 €.

Average in sales: 65,000 annual salary but also up to 80,000.

Dispatching/scheduling 2.800 beginners to 3.500.

(Anonymized data from various providers)

The salary sizes mentioned differently on the Gehalt.de platform for radio presenters depending on the region can be explained by the economic situation of the respective federal state and the position of private providers there. The ranking by federal state in which the most is paid in the radio industry: Hesse, Baden-Württemberg, Hamburg, Bavaria, North Rhine-Westphalia.

 The composition of the owner companies also plays an important role. Those with historically retained stakeholders from the print industry generally offer higher salaries.

Salary radio presenter (source gehaltsvergleich.com), entry-level basis, no personnel responsibility, FH degree.

Germany: € 2,582 € 3,249

Baden-Württemberg € 2,859 3,599

Bavaria € 2,686 3,314

Berlin 2,402 € 3,024

Hesse (Frankfurt region) € 2,807 3,431

North Rhine-Westphalia 2,448 € 3,088

Rhineland-Palatinate 3,025 Saxony 2,184 € 2,803 € 4,327

Thuringia 2,100 € 2,642

Analogous to the Michael Page breakdown for radio in ‚upscale‚ sales and national key accounting, following estimates are likely (numbers in €):

National sales: german Nielsen in regions without HR responsibility monthly Fix: 4,500 to 6,000., commission share 1000 to 5000.

Germany-wide with HR responsibility Fix: 6.000 to 8.000.

Success share: 2.000 to 3.000.

Radio pioneer and lecturer at XU University Potsdam, Alexander Zeitelhack‘s comment: „Now, where possible inflationary price developments are to be still hardly noticed, a strategy of employees could read, with the employer a salary plus of some per cent to demand. According to the motto „in a few years it will be much more expensive.“ In addition, employers state that the radio industry has become less attractive, which means that there is less competition among new entrants. A voice on this from the Nuremberg area says, „As in soccer, the big salaries are no longer presentable.“

One trend – which in turn contradicts sentiment from the automotive and manufacturing industries, which intend to pay more – is that those radio managers in charge are less willing to pay more, this as a result of the pandemic. Bad chance for the media industry. Especially benchmarked with salaries of former work students, who are making in real estate, software and electronics industry already in young years 70,000 up to 100,000 € annual income. Good for the one who additionally has low real estate costs in a less central region.

Andreas Sprengart, management of Antenne Kaiserlautern, recommends to think about whether it is worthwhile to emigrate to another region with a significantly higher cost of living. „A hard-working and high-quality employee also earns good money in supposedly weaker regions.“

Michael Page, salary study for comparison

So good for him or her who has been working for a long time, preferably at a print-occupied provider consortium in radio, preferably in Germany states as NRW or Hesse, and manages to have a low cost of living. By the way, a good time to start seems to have been around 2010, as a list from France shows. There, too, after a sharp dip as a result of a recession around 2008/2009, there was a significant upturn.

Pic credits: markus-spiske

Chef, ich hätte gerne mehr Geld!

Auch wenn Angaben zum eigenen Gehalt zu den bestgehüteten Geheimnissen in Deutschland gehören, lässt sich mit ein wenig Aufwand ein Überblick verschaffen, welche Zahlen die lieben Kolleginnen und Kollegen in den verschiedenen Arbeitsbereichen der Medien- und Radiobrache monatlich auf ihrem Gehaltszettel sehen.

Es muss ja nicht immer der Intendant sein dessen oder deren stattliche Bezüge über die KEF zu erfahren sind und die zwischen 250.000 bis knapp 400.000 € im Jahr liegen zuzüglich netter Pensionsansprüche und Extraleistungen. Da lässt es sich schon ein weniger entspannter in die Zukunft schauen.

Im Vergleich dazu der ‚Normalschaffende‘ in der ganzen Spannbreite:

Redaktion- Jungredakteur 2.550. Redakteur 3.200 bis 4.300.

Moderation/Sprecher Morning-Host 5.000 bis 5.500.

Andere Moderation Nachmittag 4.400.

Funk- und Tontechniker 3.500

Disposition 2.800 Anfänger bis 3.500.

Technischer Leiter 5.500

Digital Media          3.600

Vertrieb/Werbung Außendienst monatlich schwankend

mit 1.800.- Fixum und 6 Prozent Provision. In der Corona Krise
3.500 – 4.800.

Außerhalb Corona  1.000 Fixum und 7 Prozent Provision und Sonderzulagen bei Systemverkauf bis 1000.- Zulage pro Verkaufswoche.
Vorjahre 2.800. Minimum also schlechtester Monat wie zum Beispiel im August und in den besten Monaten Oktober oder Dezember bis zu 11.000 €.
Durchschnitt im Vertrieb: 65.000 Jahresgehalt aber auch bis 80.000.-

Disposition 2.800 Anfänger bis 3.500.

(Anonymisierte Angaben verschiedener Anbieter)

Die auf der Plattform Gehalt.de für Radiomoderatoren je nach Region unterschiedlich genannten Gehaltsgrößen erklären sich durch die wirtschaftliche Lage des jeweiligen Bundeslandes und der Stellung der Privatanbieter dort. Das Ranking nach Bundesländern, in denen in der Radiobranche am meisten gezahlt wird: Hessen, Baden-Württemberg, Hamburg, Bayern, Nordrhein-Westfalen.

 Eine wesentliche Rolle spielt auch die Zusammensetzung der Eigentümergesellschaften. Solche mit historisch beibehaltenen Stakeholdern aus der Printbranche bieten im Allgemeinen höhere Gehälter.

Gehalt Radiomoderator (Quelle gehaltsvergleich.com), Basis Einsteiger, keine Personalverantwortung, FH-Abschluss.
Deutschland: 2.582 € 3.249

Baden-Württemberg 2.859 € 3.599

Bayern 2.686 € 3.314

Berlin 2.402 € 3.024
Hessen 2.807 € 3.431

Nordrhein-Westfalen 2.448 € 3.088 €

Rheinland-Pfalz 3.025 Sachsen 2.184 € 2.803 € 4.327

Thüringen 2.100 € 2.642

Analog der Aufstellung Michael Page für Radio im ‚gehobenen‘ Vertrieb sind folgende Einschätzungen wahrscheinlich:

Nationaler Verkauf: Nielsenverkauf ohne Personalverantwortung monatlich Fix: 4.500 bis 6.000.,  Provisionsanteil 1000 bis 5000
Deutschlandweit mit Personalverantwortung Fix: 6.000 bis 8.000
Erfolgsanteil: 2.000 bis 3.000.

Radiopionier und Dezent an der XU-University Potsdam, Alexander Zeitelhack meint hierzu: „Jetzt, wo mögliche inflationäre Preisentwicklungen noch kaum zu merken sind, könnte eine Strategie von Angestellten lauten, beim Arbeitgeber ein Gehaltsplus von einigen Prozent einzufordern. Nach dem Motto „in einigen Jahren wird es wesentlich teurer.“ Hinzukommt, dass die Radiobranche nach Angabe von Arbeitgebern an Attraktivität verloren haben hat, was bedeutet, dass weniger Wettbewerb unter Neueinsteigern herrscht. Eine Stimme dazu aus dem Nürnberger Raum: „Wie im Fußball sind die großen Gehälter nicht mehr darstellbar.“

Eine Tendenz – diese wiederum widerspricht Stimmungsbildern aus der Auto- und aus Fertigungsbranchen, die beabsichtigen mehr zu zahlen – lautet, dass Verantwortliche im Radio weniger bereit sind, mehr zu entlöhnen, dies als Folge der Pandemie. Schlecht also eher für die Medienbranche. Vor allem wenn man sich an den Gehältern ehemalige Werksstudenten orientiert, die in der Immobilien-, Software- und Elektronikbranche schon in jungen Jahren bei 70.000 bis 100.000 € Jahreseinkommen liegen. Wohl dem, der dann noch zusätzlich in einer weniger zentralen Region niedrige Immobilienkosten hat.

Andreas Sprengart, Geschäftsführung von Antenne Kaiserlautern, empfiehlt darüber nachzudenken, ob es sich lohnt, in eine andere Region auszuwandern mit deutlich höheren Lebenskosten. „Ein fleißiger und qualitativ hochstehender Mitarbeiter verdient auch gutes Geld in vermeintlich schwächeren Regionen.“

Michael Page, Gehaltsstudie zum Vergleich

Wohl dem also, der oder die seit langem möglichst bei einem Printbesetzten Anbieterkonsortium im Radio, möglichst in NRW oder Hessen arbeitet und es schafft, niedrige Lebenshaltungskosten zu haben. Ein zeitlich guter Einstieg scheint übrigens um das Jahr 2010 gewesen zu sein wie eine Aufstellung aus Frankreich zeigt. Auch dort ging es nach einem scharfen Knick infolge einer Rezession um 2008/2009 wieder deutlich nach oben.

Was tun bei Durchhänger?

#RadioSalesWeekly Was tun bei Durchhänger?Anti-„Prokrastinations-Tipps einvernehmlich von Alexander Zeitelhack und Andreas Sprengart als „Quatsch“ bezeichnet. Es zählen andere Dinge. Danach etwas Allgemeines:
Was Radiowerbung kann … Booster für Print, TV und social media.

Lesetipp für alle: „Flow“ The Psychology of Optimal Experience (Harper Perennial Modern Classics) Taschenbuch – 1. Juli 2008 Englisch Ausgabe von Mihaly Csikszentmihalyi (Autor)Bild: magnet-me Unsplash

Video hier https://youtu.be/V1tHDm_zUq0

UPDATE

Best practice aus HR, Bildung, Schule & Wirtschaft

Hier wird zu der erfolgten Zoom-Diskussion aktuell berichtet.

Was kann Schule im digitalen Wandel von Wirtschaft lernen?

Weiter unten finden Sie den Link zu dem Replay der Veranstaltung

„Lessons from Deutsche Post DHL Group“

Cornerstone

Weitere Learnings aus DHL: Einsatz von Augmented Reality, AI zum Erkennen von Fortbildungsbedarfen, eLearning-Kurs-Müdigkeit.

Hier geht es zur Studie von Cornerstone

KTM Advance erstellt seit vielen Jahren schon virtuelle Lernumgebungen

Und dies für Vertrieb, Industrie und BIldung. Das französische Unternehmen setzt hierbei auf Virtual Reality, Gaming (ja!), Immersion, mobile Anwendungen und Blended Learning. Zu den Kunden gehören die großen französichen staatlichen Unternehmen.

Eine Auswahl der Lösungen.

Die Deutsche Bahn war schon vor Jahren Pionier bei dem Einsatz von AR und dies bei dem Training zur technischen Überprüfung von …. Weichen. Zusammengefasst lauten die Benefits des Einsatzes derer E-Learningangebote: Reduzierung der Reisekosten und Ausfallzeiten, hoher Lernerfolg durch beliebig häufige Wiederholung der Lerninhalte, Sicherheit durch Integration von Lernerfolgskontrollen, schnelle Aktualisierung der Lerninhalte.

Die Frankfurter Wolfgang Goethe-Universität legte einen Bericht vor zu einer Metastudie, in der Ergebnisse aus Distanzlernverfahren in Schulen während der ersten Pandemie-Welle im Jahr 2020 dargestellt wurden. Ein Ergebnis: „Distanzlernen ist genauso effektiv wie Sommerferien„. Besondere Schwächen wurden nachgewiesen in den Fächern Mathematik und Französisch.

Genau dieses Urteil wurde in der Zoom-Konferenz mit dem Titel „Was kann Schule im digitalen Wandel von Untrenehmen lernen?“ getroffen.
Wie geht es nun in Schulen weiter? Werden Tablets, Konferenzräume und die vielen mühevoll gelernten Apps (von einigen wenigen zwar aber immerhin …) wieder im digitalen Nirwana verschwinden? Eines ist klar, solange solche Verfahren nicht auf ihren Erfog hin gemessen werden, können sie ihre Wirksamkeit nicht belegen, wobei diese evident ist. Siehe die genannten Beispiele oben. Zu einer frühen Studie geht es hier. Sie zeigte Instrumente auf mit denen digital gestütztes Lernen messbar wird. Die Tools stammen aus der Kommunikations – und Werbewirkungsforschung!

Ohne Kommentar. Intrinsische Motivation …?

Hier geht es zu dem vollen Mitschnitt der Zoom-Konferenz „Was kann Schule lernen …“

Sie können mittenrein schauen. der eigetliche Start ist etwa bei 10 Minuten. Die Veranstaltung und ihre Hintergründe werden in einem umfangreichen Artikel hier detailliert beschrieben.

Danke den vier Co-Referenten Marina Weiland, Stefan Trauth, Dr Helen Fitsch und Paul Martin.

Was kann Schule im digitalen Wandel von Unternehmen lernen?

Windmühlen – Spezifitäten – und fehlende Interdisziplinarität

Fragt man Wirtschaftsunternehmen, was sie Schulen im digitalen Wandel empfehlen, wird man rasch missverstanden. Die Antwort geht eher in Richtung „Was wir erwarten“. Gemeint sind damit „Mindsets“ wie Kollaborationswiligkeit, Eigeninitiative und Kommunikationsfertigkeiten junger Leute. Zu den Forderungen der Wirtschaft gehören natürlich auch – zumeist vage formulierte – digitale Fertigkeiten. Die Nennung konkreter Apps, Programme und digital basierter Verfahren beschränken sich zumeist auf spezielle Videokonferenzverfahren, – Verzeihung für das harte Wort – von Laien als schlüssig empfundene Selbstlernverfahren und hinlänglich bekannte allgemeine Forderungen nach Agilität, wenn es um die Schulorganisation geht. Auch wird empfohlen, keine übertriebenen Datenschutzbestimmungen walten zu lassen. Der Verdacht liegt nahe, dass wenn sogar eigentlich zuständige Fachdidaktiker in Hochschulen sich mit digitalen Lehr- und Lernszenarien nachweislich wenig auskennen, Außenstehende mit der Komplexität des Lehrens und Lernen in zwanzig Fächern nicht zurechtkommen. Bei Schule ist es so ähnlich wie im Fußball, jeder will Schiedsrichter sein. Kennt man doch das System. Jeder sein eigener Direktor.

In umgekehrter Richtung von den Schulen zu Unternehmen ist der Fluss an Ideen und Vorschlägen deutlich geringer. Menschen, die dort arbeiten, kennen in der Regel die Unternehmenswelt aus eigener Erfahrung wenig und urteilen gerne, dass es sich bei Schule und Wirtschaft um gänzlich unterschiedliche  Dimensionen handelt und die Anforderungen dort zu spezifisch seien.

Dieser Artikel gibt Antwort auf die  Fragestellungen nach dem Inventar an Methoden, nach neuen Verfahren im digitalen Wandel. Der Frage nach geforderten notwendigen persönlichen Einstellungen der Unterrichtenden, die Unternehmen fordern. Bestehende Hürden und Chancen werden identifiziert aus der Sicht eines ehemaligen Lehrers, Leiter eines Medienzentrums, das Schulen mit Hard- Software und Lernmeiden versorgt.  Die grundsätzliche Frage, ob es überhaupt von Wirtschaft auf Schule übertragbare Methoden gibt, kann nur ansatzweise beantwortet werden. Welche Mindsets, Einstellungen und Arbeits- und Organisationstechniken verlangt werden, beantworten Vertreter aus einem Start-Up, einer großen Beratungsfirma, der universitären Forschung und aus einem Digitalunternehmen, das erfogreiche Betriebsprozesse digital umsetzt.  Eine grundsätzliche Fragestellung lautet „Wo sind die Hürden“ und vor allem, „Was können wir in der Zeit nach Corona an Formen innovativen Lernens und Unterrichtens mit hinübernehmen?“

Frenemies – Schule vs. Wirtschaft

Blasenbildung

Hört man sich in Lehrerzimmern um bei dem Thema Wirtschaft und deren Methoden im digitalen Wandel, stößt man auf Skepsis und Achselzucken nach dem Motto „Wirtschaft ist nicht immer übertragbar“ oder salopp „Die haben es auch nicht drauf“. Nun denn, liegt es vielleicht an einem gewissen Blasenverhalten des Systems Schule? Gemeint sind damit nicht nur die Unterrichtenden selber sondern das vollständige System vom Ministerium hin zu pädagogischen Forschungsstätten, universitärer Fachdidaktik und Ausbilder. Ganz erheblich spielen auch demografische Umstände eine Rolle:
Die Lehrerschaft mit 850.000 Berufstätigen setzte sich zu einem überwiegenden Anteil zusammen aus Personen der Mittel – und Bildungsbürgerschicht. Deren Psychoprofile zeigen eher sicherheitsliebende Charakterzüge, Ausbildungs- oder Begegnungsphasen mit der ‚Wirtschaft‘ fehlen, die politische Affinität ist eher dem ökologisch-linken Feld zuzuordnen. Man kann von einer gewissen Wirtschaftsskepsis ausgehen.

Grafik Sinus

Mit dieser Methode wird versucht, Personengruppen zu typologisieren nicht nach dem Alter sondern gemäß Einstellungen und Lebensformen. Hiermit werden ähnliche Vorlieben und Verhaltensweisen bestimmter Personengruppen erkennbar und einsetzbar zum Beispiel für das Festlegen von Strategien der Konsumgüter- und Kommunikationswirtschaft. Weitere Instrumente zur Erkennung von Einstellungen, Wünschen und Lebensstilen lauten VuMa, Typologie der Wünsche oder Echtzeitmessungen im Netz. Ein Thema übrigens das sehr verbreitet negativ besetzt ist.

Zur Identifizierung von Personengruppen könnte man auch folgende fiktive Beispiele für die Lehrerschaft finden wie:

Rita, 47 Jahre, Beamtin, arbeitet als Deutsch- und Englischlehrerin in einem Gymnasialzweig auf 18-Stundenbasis. Sie ist verheiratet mit Robert, 50 Jahre, Angestellter im Rechnungswesen eines mittelständischen Unternehmens. Sie wohnen mit ihren Töchtern in einem Reihenhaus in einer Vorstadt. Die Zwillinge Lisa und Rebecca sind musisch begabt. Lisa, 17 Jahre, will Musik studieren. Rebecca weiß noch nicht so recht, sie liebäugelt aber mit Praktika in NGOs. Rita wählt grün, Robert tendiert zur SPD. Urlaub machen sie an der Ostsee. Rita, ihre pensionierte Mutter war Grundschullehrerin, setzt bisher nicht digitalisierte multimediale Lernelemente im Fremdsprachenunterricht ein und beklagt den heftigen plötzlichen Mehraufwand bedingt durch Wechsel- und Distanzunterricht.

Arthur, 38 Jahre, unterrichtet im Sekundarbereich 1 Mathematik und Physik. Er ist im Personalrat und lebt mit Claus, Event-Manager im geerbten Dreizimmer-Appartement in der Innenstadt. Arthur wählt grün, Claus Volt. Beide machen ihre Urlaube gerne im Winter in Thailand. Arthur findet Videokonferenz-Unterricht besonders spannend für sein Fach Physik, wo er viel mit AR und VR den Schülern naturwissenschaftliche Phänomene nahebringt. Arthur möchte weiterkommen und hat schon im Schulamt nach einer Funktion dort angefragt.

Bei einer – nicht repräsentativen Umfrage – was Schulen von Unternehmen lernen können, wird eher die Organisation des Lernens und des ‚Unternehmens‘ Schule genannt von nichtschulischen Personen. Bezeichnenderweise waren in einschlägigen Foren wenig Stellungnahmen zu dieser Fragestellung zu generieren.

Bild Umfrage

Lehrer selbst sind wenig in beruflichen Netzwerken wie linkedin und Xing präsent. Außerschulisches Networken scheint ihnen fremd zu sein, wozu bräuchten sie es auch? Innovation und Eigeninitiative werden bestenfalls durch einen Wechsel in der Schul-Hierarchie honoriert. Karriere, wenn gewünscht, wird anders gemacht. Das LehrerTwitterZimmer und seine Feed-Zuträger als Plattform zeigen zwar hohe Zugriffe, diese werden allerdings sehr häufig von Personen befeuert, die begeistert über angeblich erfolgreiche Apps berichten. Die Tweetmenge an sich ist wechselhaft und nahm in den letzten Wochen des Monats Mai ab. Geht es hier wieder in Richtung Old School nach Corona-Unterricht?

Bilder LI und  Tablets

Dilemma Selbstproduktion oder Verlagsangebote

Pädagogen im Distanz- oder Wechselunterricht stehen in Planung und Durchführung des Unterrichts vor der Wahl auf eine Übertragung des Präsenzunterrichts via Videokonferenz zu setzen oder „fertige“ Verlagsangebote zu nutzen. Die Entscheidung wird leicht gemacht: mangels zur Verfügung stehender digital umgesetzter Schulbuchangebote verwendet man man Papier und PDFs, was einen misslungenen Spagat darstellt, denn die digitale Umsetzung eines Unterrichts, der in einem Paket und effektiv Feedback- und Korrektur, Übungs- und Selbstlernphasen erlaubt, gibt es immer noch nicht für die allermeisten Fächer und Jahrgangsstufen. Einzelproduktionen von Unterrichtenden müssen zwar gelobt werden, einsetzende Pädagogen sollten sich aber fragen lassen, ob ihre modulhaften Beiträge lehrplankonform und hinsichtlich Anmutung, UX-Design und Messbarkeit der Lernvorgänge überhaupt geeignet für einen erfolgversprechenden Unterricht sind. Die Dimensionen und Chancen – eines zeitlich sicherlich einzugrenzenden selbstzentrierten Unterrichts -mit interaktiven multidimensionalen Lernangeboten sind noch längst nicht erkannt. Sie machen nicht nur die Ranzen leichter sondern ‚bedienen‘ alle Phasen des Lernens wie das Kognitivieren, das Üben und den Transfer. Hier liegt einer der wesentlichen Gründe für ein weitgehendes Scheitern des digital gestützten Unterrichts. Das Nichterkennen der Wirkungsmacht solcher Lernarrangements, die weit mehr bieten als Videos, Whiteboards in der Cloud und Diskussionsforen,

Bild: Ranzen

Bild: Machen bei 0:42

PDF oder digital, schwieriger Spagat

Quelle: screenshot twitter

Blick über die Grenzen – Interdisziplinarität

Immer wieder hilfreich ist ein Blick über die Grenzen hinaus. Schon im Jahr 2009 warnte der Autor dieser Überlegungen in einem Artikel vor drohenden Pandemien und wies auf die Notwendigkeit von Distanzlernszenarien hin. Der Ruf blieb unerhört. Wenn ein Direktor des Deutschen Instituts für Pädagogische Forschung, wie jüngst geäußert, meint, dass Corona nicht vorhersehbar war, sei ein Rückwärts-Blick über die Pädagogen- und Landesgrenzen empfohlen. Wenn das DIPF meint, dass man mit digital aufbereiteten Sprachprogrammen Erfahrungen hat und zwar in der Erwachsen-Migrantenbildung ist das zu wenig. Die Zielgruppe Schule fehlt, die genutzte App bedient nur das Feld Sprachen. Bei der eingeholten Antwort, dass bei Algorithmen zur Fehlererkennung in Selbstlernkursen die „IT“ zu befragen sein, kommt man ins Grübeln. Die IT ist es mit Sicherheit nicht, sondern die moderne Linguistik.

Auch fehlen Interesse und Verständnis für lernnahe Felder wie Gaming/digitale Spiele, die auch motivierende Lernprogramme sein können. Ebenfalls werden Analyseverfahren zur Evaluierung von Lernvorgängen sehr häufig abgelehnt wegen vermuteter Datenschutzprobleme. Der Autor dieses Beitrags hat hierzu im Rahmen einer Primärstudie entsprechende Instrumente und Ergebnisse vorgelegt. Zum Einsatz kamen Verfahren aus der (digitalen) Kommunikations- und Werbewirtschaft. Branchen zu denen wenig Kontakt besteht seitens der Fachdidaktiker und der pädagogischen Forschung. Dazwischen liegen tatsächlich Welten.

Der Blick ins Ausland

Es muss nicht immer der anglo-amerikanische Raum sein. Der französische Verlag Vivendi startete ein vielversprechenden Lernserie, stellte dieser aber wieder ein. Steve Jobs-Schulen in den Niederlanden, eingeführt von einem Politik- und Marktforscher musste ebenfalls seinen Betrieb aufgeben unter anderem  wegen Finanzierungsproblemen. Distanzlernkurse vai Web und Kamera für Schüler mit Handicap hingegen fanden bereits vor zehn Jahren Einzug in der Lyoner Gegend  mit Technik, die auch in Altersheimen genutzt werden.

In der Veranstaltung von schule&wirtschaft am 24. Juni 2021 berichtet in einem Interview Valérie Bon, eine Berufsorientiererin aus Bordeaux, in der Partnerregion Hessens, über konkrete Anforderungen der Wirtschaft und aus regionalen Bedürfnissen. Hiermit verbunden sind entsprechende Skills für definierte Wirtschaftssektoren.

Valérie BON

Vom Geben und Nehmen

Zurück zu den Tipps aus der Wirtschaft. Genannt werden hier neben Fähigkeiten und Fertigkeiten wie fachliche, soziale und persönliche Kompetenzen auch vage formulierte digitale Fertigkeiten. In der Regel sind dies in Schulen Office, Internetrecherche, Datenschutz und mit viel Glück Programmieren und 3-D-Druck. Insgesamt ist diese eher allgemeine Bandbreite begrüßenswert. Schule – Sekundarstufe I und 2 und davor – muss fürs Leben vorbereiten und nicht unmittelbar für den Beruf. Sie sollte aber im Leben stehen.

Der Akteur Wirtschaft täte nicht schlecht daran, konkrete geeignete Methoden und Verfahren für die Schul-ORGANISATION systematisch aufzuzeigen, die sie selbst erfolgreich in ihren Betrieben und Unternehmen einsetzt. Leicht ernüchternd ist festzustellen, dass da bisher noch nicht viel gekommen ist, leider. Analogien werden nicht aufgezeigt. Ist das System Schule zu spezifisch? Sind Lernen in Betrieb und in Schulen zwei ganz unterschiedliche Dinge? Verhindert die behördliche Verwaltungsstruktur, die durch eine starre Linienorganisation gekennzeichnet ist das Entwickeln und Umsetzen neuer Konzepte? Die vor Jahren geführte Diskussion um Matrixorganisationen auch in Schulen verebbte, offensichtlich gab es Enttäuschungen und ein Fehlen von hierarchischen Durchgriffs- und Umsetzungsmöglichkeiten. Agile Settings sind angesichts der bestehenden Linienstrukturen eher Fantasien und Modewörter. Laufen Protagonisten wirtschaftlichen Handelns in Schule gegen Windmühlen an?

Bild: Matrix, Quelle: wiki

Insgesamt wird von Wirtschaftsseite mit Anforderungen auf die besagte Frage nach Tipps und Analogien mit Erwartungen und Allgemeinem geantwortet und weniger mit Lösungen: Gefragt sind: „Die Kombination von technischen und Metakompetenzen, insbesondere das persönliche Wachstumsdenken / lebenslanges Lernen. Wir brauchen keine Nerds in der Garage mehr, sondern Menschen mit breiten und tiefen Fertigkeiten und Fähigkeiten, die sich in die Nutzenden eindenken und dann passende Produkte und Dienstleistungen entwickeln.“

Auf die Frage: Welche persönliche Arbeitstechniken empfehlen Sie, wie gehen Sie um mit Datenschutz als ständiger Verhinderer von Änderungsprozessen und offene Hierarchien. Wie sehen da Ihre Lösungen aus?

„Kreativität und Pragmatismus sind und bleiben zentrale Fähigkeiten sowohl im Schul- als auch im Berufsalltag.“

Eine Anmerkung ist auch: „Ich glaube die Frage müsste andersherum lauten – Was können Schulen von Unternehmen lernen?“

Systematisiert wird eine Optimierung in diesen Bereichen gewünscht:

  • Infrastruktur – Hardware, Software, IT-Betreuung, IT-Schulungen
  • Organisation – Arbeitsteilung Sekretariat / Lehrer / Sozialpädagogik
  • Organisation – Digitale Schülerakte / Entbürokratisierung
  • Organisation – Klare und Transparente Vorgaben
  • Leistungsbezogene Vergütung

Welche Fertigkeiten – digital und persönlich – werden insbesondere in Ihrem Sektor als Ausbildungsvoraussetzungen erwartet?

  • Sozialkompetenz, Sozialkompetenz, Sozialkompetenz
    Pünktlichkeit, Respekt, etc.
  • Umgang mit den „normalen“ Office-Softwarelösungen
  • Basics – Rechtschreibung, Mathe und Allgemeinbildung
  • Motivation
  • Andere Grundeinstellung der Schule zur Ausbildung im Allgemeinen

Persönliche Arbeitstechniken, Datenschutz als ständiger Verhinderer von Änderungsprozessen und offene Hierarchien. Wie sehen da Ihre Lösungen aus?

  • Einheitliche Infrastruktur (Hardware, Software)
  • Definierte Prozesse
  • Interne Kommunikation
  • Veränderungsbereitschaft

Konkret für das Unterrichten und nicht für das Organisieren administrativer Tätigkeiten wird es bei einem Elternbeirat, der in einem digitalen Beratungskomitee wirkt. Er empfiehlt einige dieser Vorgehensweisen in der Praxis:

  • Ganz praktisch, wenn Schülerprofilbilder im Videodistanzkursen schwarz bleiben: kleine Umfrage starten und Antworten einfordern mit survey monkey beispielsweise.
  • Beim Entwickeln von Fragen und Kommentaren in Gruppenprojekten: MindMeister
  • Think pair Share für den Gedankenaustausch.
  • BILDer

Insgesamt ist die Menge der konkreten Umsetzungsvorschläge also überschaubar und konzentriert sich auf wbestimmte Bereiche des Lernens wie Darstellen und Diskutieren.

Interessant ist eine Aufforderungs und Darstellungsapp auf partizibierbarer Ebene namens: TaskCards. HIer werden zum Beispiel Schüler mit Arbeitsanweisungen aufgefordert, Digitalwerbung zu produzieren und werden mit verscj´hiednen kritischen Zusatzinformationen versorgt. Die kreativen Ergebnisse der Schüler werden aus Datenschutzgründen nicht öffentlich gezeigt. Den Themen GAFAs und Tracking wird viel Raum eingeräumt. Leider wird die Möglichkeit des Einbindens von Wirtschaftsthemen wie Rückerlangung der Datenhoheit, die Refinanzierung europäischer Medien und das Schrumpfen der deutschen Medienlandschaft nicht besetzt. Ist hier eine gewisse Wirtschafts-Blinddheit und ein Übereifer Richtung Datenschutz zu erkennen?

Quelle: TaskCards/ccv_city

Ein Beitrag aus dem beruflichen Bereich des Autors:

Audiobays, eigentlich gedacht für die Distribution und Ausspielung von Radio-Werbespots. DIese Online-Plattformanwednung könnte aber auch für ein systematisches Ablegen und Auswerten von (fremd-)sprachlichen Produktionen geeignet sein.

BIld Quelle: adremes, HH

Die Unternehmerverbände formulieren die Bereitstellung ihrer Expertise mit folgenden Ausführungen. Handelt es sich um ein „Laufen gegen Windmühlen?

Förderung der Wirtschaftskompetenz von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern

Praxisnahe Information der Schulen über wirtschaftliche Zusammenhänge – in Zusammenarbeit mit hessischen Unternehmen

Unterstützung der Schulen in der Schul-, Personal- und Qualitätsentwicklung. Eine besondere Rolle bestehen nimmt hierbei  die Bildung von Tandems zwischen Unternehmens- und Schulvertreten ein bei der Lösung von Führungsfragen in personeller Hinsicht, im Change-Management und bei der Budgetverantwortung. Ein Titel hierfür lautet „Partners in Leadership“

Klar, dass es die Pädagogen sind, die die die meisten Apps für den Unterricht selbst kennen:

Bild: Unsong heroes

Nur, wie viele setzen die zahlreichen Apps ein? Von wenigen Akteuren vorgeschlagen – von eniger als 5% der Lehrerschaft und kaum in der raxis umgesetzt wie in der eigenen Schulpraxis selbst erfahren?

Weitere Apps (kürzlich in einem Onlineseminar von Cornelsen vorgestellte Apps):

Answergarden

Learningsapps.org

ChatCLass

3 Bilder. Quelle: Twitter, Cornelsen

Und natürlich Moodle, eine Lernplattform als freies Kursmanagementsystem in all seinen Formen. Moodle gibt an, dass in Deutschland etwa 10.000 „Sites“ bei Moodle registriert sind, nennt aber nicht die Anzahl der aktiven Nutzer. Die Anzahl der Schulen ist nicht identifizierbar. Von den 10.122 Sites sind geschätzt ein Drittel nichtschulisch. Bei knapp 43.000 Schulen hätte somit etwa jede siebte Schule eine Moodleseite. Ob diese aktiv genutzt werden oder nur Testseiten darstellen, ist nicht ermittelbar. Einzelne Bundesländer setzen zunehmend auf eigene Cloud-basierte Lernplattformen.

Insgesamt ist festzustellen, dass diese mannigfaltigen App-Angebote für den Austausch, für gemeinsame Projekte, Antworten und Befragungen geeignet sind, die wenn auch überraschend kreativ und innovativ eher für darstellende Phasen und zu Projektarbeit einladende Themen und Fächer geeignet sind. Es werden die Lernschritte Kennenlernen, Darstellen, Anschauen und Diskutieren bedient für ausgewählte Sach- und Lerninhalte. Sie erzeugen viel Buzz bei wenigen hochenagierten Personen in der der Lehrerschaft und in den einschlägigen von Pädagogen frequentierten digitalen Kanälen. Was aber fehlt, sind vollständige multimediale, interaktive und mobile Lernangebote, die wie ein Schulbuch durch ganze Schuljahre führen. Sie sind es, die den Lernerfolg nachhaltig fördern können. Eine heftige Aufgabe bei an die zwanzig Fächern und in Mittel- und Oberstufe, 7 Jahrgängen und verschiedenen Schulformen. Grob geschätzt kommt da eine vierstellige Digitalkursmenge zusammen. Kein Wunder, dass sich die deutschen Verlage von solch einer Mammutaufgabe zurückhalten. Versuche dergleichen bereits zu Beginn der 2000er-Jahre aufzustellen, scheiterten zum einen wegen eines eklatanten Nichtverstehens zwischen Digitalproduzenten auf der einen Seite und Buchverlegern auf der anderen . Die Verlage hegten auch heftige Bedenken vor digitalen Raubkopien.

Einen bemerkenswerten Versuch machte der französische Vivendi-Konzern mit einer Lernkursreihe namens ‚Addie‘. Programmierer und eLearning-Experten verstehen dieses Akronym, es setzt sich zusammen aus den verschiedenen Phasen der Erstellung eines E-Learningkurses:

BILD ADDIE, Quelle wiki

Warum Lernverfahren digitalisieren?

Abgesehen von möglicherweise wiederkehrenden Notfallanforderungen wie Pandemien oder anderen Katastrophen sind es nicht Ausweichsituationen sondern additive und komplementäre Unterrichtsverfahren, die eine Digitalisierung im Lern- und Lehrbetrieb erfordern. Diese lauten:

Optimierung von Lernvorgängen durch Immersion, Kognitivierung, Üben und virtuellem Anwenden mit raschem verlässlichem Feed-back. Portabilität und Ubiquität durch eine teilweise Verlagerung des Lernens auf mobile Endgeräte, die auch Offline-Lernen zulassen. Zukunftsfähigkeit: Jetzige Schüler werden sich bei zukünftig stark wandelnden beruflichen Anforderungen stetig aus- und weiterbilden müssen. Deswegen sind solche Lernszenarien ungemein wichtig in der Zulunft. Die Aspekte Immersion, Feedback, interaktiv unterstütztes Selbstlernen sind noch längst nicht in den wissenschaftlichen Vordergrund gerückt. Gründe hierfür sind fehlende Interdisziplinarität zwsichen den Akteuren, die entsprechende Lernformen entwickeln und solchen, die sie mit digitalen Verfahren auf ihre Wirksamkeit messen können auf der einen Seite. Auf der anderen Seite haben Didaktiker und pädagogische Forscher keinen Zugang zu disen Unternehmen und Entwicklern. Sie gehören der von Pädagogen verbreitet kritisch gesehenen und gering geschätzten digitalen Wirtschaftswelt an.

Dysfunktionalität des Systems

Fehlende Lehrerbildung

In einem Fachartikel zu der Dysfunktionalität des Systems Schule in der Pandemie identifizierte der Autor dieser Zeilen die Institutionen, welche die Hürden aufstellen in einem Vorankommen eines digitalen Wandels in Schulen. Skepsis ist angebracht, ob sich in den nächsten zehn Jahren wesentliche Änderungen im deutschen Schulsystem ergeben werden. Ganz erheblich zu einem Wandel würden Empirie, Feldstudien mit hohen Fallzahlen und das Zulassen von Pilotmodellen beitragen. Wenn 40 Pro­zent der deut­schen Beschäf­tig­ten zwischen 18 und 34 Jahren glau­ben, die Pande­mie habe es ihnen erschwert, neue Verant­wort­lich­kei­ten und Fähig­kei­ten zu erlangen,(Quelle: Yonder Consul­ting / Workday) dürfte die Zahl bei Pädagogen was den Bedarf an Erwerb neuer Fertigkeiten anbelangt im digital basierten Unterrichtsmethoden noch höher liegen. Blickt man aber auf die Entwicklung der Fortbildungspflicht von Lehrern in den letzten Jahren stellt man fest, dass die zuvor geforderten 50 Fortbildungspunkte pro Jahr fallen gelassen wurden. Ähnlich wie andere Berufssparten auch galt eine Pflicht zur Fortbildung. Der Anteil der Lehrer, die in den letzten drei Jahren an Kursen zur Befähigung des Umgangs mit digital gestützten Kursen teilgenommen haben mit einem Umfang von 5 Tagen und mehr und mit jeweils acht Stunden in einem  jährlichen Turnus liegt wie erfahren bei wenigen Prozentpunkten. Bemerkenswert ist dass der Fachbegriff „Medienkompetenz“ in den letzten Jahren an Bedeutung verloren hat. An seine Stelle muss treten „digitale persönliche Arbeitstechniken“. Diese gilt es zu identifizieren und auszubilden.

Noch einmal Zahlen und eine häufig zitierte Studie

Die häufig zitierte Hattie-Studie, die angeblich für Empirie in der Pädagogik sorgt, setzt sich zusammen aus einer Vielfalt von Einzelstudien, die wenig Primärstudien beinhalten. Ihnen gemein sind niedrige Fallzahlen. Insgesamt zeigt sie deutliche inhaltliche oder methodische Defizite.  Sie birgt wenig Erkenntnisse zu digital gestütztem Lernen. Eine wichtige Erkenntnis der Studie lautet immerhin, dass Feedback im Unterricht wichtig ist. Insofern ist die zuvor eingeforderte Zahlengrundlage umso wichtiger. Die Frage des Datenschutzes muss gelöst werden. Absehbar ist, dass Lernen mit Ergebnissen hieraus revolutioniert werden kann. Was gibt es Verlockenderes als zu erfahren wie Lernen beim wem mit welchem Aufwand funktioniert?

Ausblick

Es wäre zu hoffen, dass in einer Bildungslandschaft mit fast einer Million Beschäftigten Inseln und Treibhäuser des Wissens entstehen. Antreiber hierfür sind neben engagierten Pädagogen, die Wirtschaft, Politik und vor allem die Eltern. Die Zukunft wird zeigen, ob die – hoffentlich zurückliegende Pandemie einen Anstoß geleistet haben wird für einen Wandel durch Digitalität bei den zahlreichen Problemen wie Klimawandel, Gesundheit, Globalisierung, Ungleichheit bei Bildung und Einkommen. Auch für Schule bedeutet dies „Upskilling, Purpose und Innovation“. Aus diesen Anglizismen lässt sich leicht ein kleiner Aufruf erstellen „Uppiee“. Wie sagte schon Roberto Blanco? „Ein kleiner Spaß muss sein“.

Zum Abschluss noch einige Zahlen zur Entwicklung der Anzahl von Schulen und zum Zuwachs an Privatschulen. Wegen des demografischen Wandels und deutlich weniger werdenden Schülerzahlen fiel die Anzahl der öffentlichen Schulen in den letzten Jahren um 23%. Im Gegenzug stieg die Menge der Privatschulen um 60%. Könnte man sich vorstellen, dass Privatanbieter noch mehr Zulauf finden? Mit einem klar definierten Digitalkonzept, welches das Unterrichten an sich und die administrative Umsetzung verwirklicht, hätten Sie in bestimmten Bevölkerungsruppen große Chancen. Ob dies ein Ansporn für staatliche Schulen und dessen System wäre, bleibt aber fraglich.

Quelle: FAZ, 15.06.2021´1

ABSTRACT: