Medienwirtschaft und Robert Koch Institut

Strategien und Handreichungen. Zahlen valide?

RadioSalesWeekly stellt die Frage

Das Robert Koch-Institut hat in einem Papier „Strategien und eine Handreichung zur Entwicklung von Stufenkonzepten bis Frühjahr 2021″ vorgelegt. Übergeordnetes Ziel hierbei ist, die Zahl der schweren Erkrankungen, Langzeitfolgen, und Todesfälle durch COVID-19 zu minimieren und eine Überlastung des Gesundheitssystems nachhaltig zu vermeiden.

Bemerkenswert ist hierbei, dass in einem Stufenkonzept verschiedenen Situationen einer möglichen Aussetzung von Risiken beispielsweise in der Gastronomie, beim Firseur, in Kindergärten und ….  dem Enzelhandel …. nur geringe Infizierungsgefahren zugeordnet werden. Ganz erstaunlich aber ist, dass sogenannte ‚Nicht-Covid-Effekte bei Beschränkung‘ zu befürchten sind. Gemeint sind hierbei „soziale, psychologische, ökon. Effekte“. Im Klartext: RKI meint „Schließung ist nicht schlimm“ – oder Öffnung nicht gefährlich? Wohl eher Letzteres.

In der Bibliografie zu dem Papier sind 61 Quellenangaben von  Studien enthalten einzig aus den Bereichen Medizin und Schulen. Das RKI sollte dringend auch andere Studienteilnehmer gewinnen. Solche mit Wirtschaftskompetenz wie GfK, Kantar, Nielsen und die zahlreichen Startups aus der Empirie könnten da helfen.

Destatis

Der Einzelhandel – er beschäftigt immerhin mehr als drei Millionen Personen und macht stationär einen Umsatz von 63 Milliarden € aus und die Millionen Personen, die dort massiv wirtschaftlch und persönlich betroffen sind, haben es verdient, eine bessere empirische Grundlage zur Beurteilung von Maßnahmen zu erhalten.

„Moderate“ Auswirkungen auf Infektionen im Einzelhandel, in der Gatronomie und in  Hotels mögen gesundheitlich zutreffen und lassen sich durch Vorsichtsmaßnahmen steuern. Die Auswirkungen sind wirtschaftlich katastrophal. In  #RadioSalesWeekly nehmen Medienexperten dazu Stellung und stellen vor allem die Validität der Zahlen in Frage.

Neben den Beschäftigten im Einzelhandel und in der Gastronomie leiden solche in Kreativbranchen, in Marketing und Medien. Der Zuwachs der Arbeitslosgkeit in beiden Letztgenannten beträgt laut ZAW 40%. Dem Videocast folgen hier. Dort geht es auch um ein weiteres Verbot, nämlich dem jünst in die Wege geleiteten Werbeverbot für ‚Aktionsware‘. Da hat das saarländische Wirtschaftsministerium wohl nicht mitbekommen, dass Werbemittel dafür national geplant werden. Wo bleiben die Regelungen für das saarländische Web?

Privatradios: Provisionen und der Blues im Vertrieb

Dieser Artikel erschien in radioszene.de am 15.02.2021

Spätestens im letzten Herbst zeichnete sich ab, dass das Werbejahr 2020 für die privaten Radioanbieter mehr oder weniger stark rückläufig sein wird. Die mittlerweile vorliegenden nationalen Umsatzzahlen von Nielsen zeigen, dass nach erfreulichen positiven Zuwächsen und einem Rückgang im November im Vorjahresvergleich ein regelrechtes Abschmieren im Dezember folgte. Insgesamt liefen 2020 durchschnittlich gut 4 Prozent weniger Werbeumsätze aus dem nationalen Sektor in die Stationen.

Noch wesentlich schlechter sah es bei den Lokalumsätzen aus. Je nach Position der Anbieter in ihren Märkten und abhängig von dem jeweiligen regionalen Ballungsraum, in dem sie sich befinden, bezifferten sich die Umsatzrückgänge im Vergleich zu 2019 durchschnittlich auf etwa 30%. Da diese Umsatzquelle bei der Gesamtheit der Stationen zwischen 30 und 60% ausmacht, steht das Privatradiolager mit einem Minus für das Jahr 2020 von geschätzten durchschnittlich 25 Prozent da. Dies bedeutet, es gingen einige hundert Millionen Euro weniger in die Kassen der Anbieter.

Stark betroffen ist hiervon naturgemäß vor allem der lokale Vertrieb. Er ist es, der den Kontakt zur lokalen Wirtschaft pflegt, das Ohr am Markt hat und selbst einen persönlichen finanziellen Schaden davon trägt. Dies kann bitter für die Verkäufer sein.

Wie in der Fachgesprächsrunde „RadioSalesWeekly“ zwischen deutschen und internationalen Anbietern festgestellt wurde, laufen hierbei die Entwicklungen in den ausgewählten Ländern Großbritannien und Frankreich uneinheitlich. Im englischsprachigen Raum ziehen, wie Gerad Edwards CEO von Podcastradio.UK berichtet, die neuen Angebotsformen im Audiobereich die Stimmung und Umsätze nach oben. Ihm zufolge machten die Werbeeinahmen hieraus bereits bemerkenswerte 20% aller Audioumsätze aus.

In Frankreich stellt sich im Moment die Lage anders dar als die, welche im im Frühjahr 2020 herrschte. In diesem Zeitraum ruhte das Wirtschaftsleben bei unseren Nachbarn weitgehend infolge eines generellen Lockdowns. Jetzt aber bleiben seit letztem Sommer der Einzelhandel und große Einkaufszentren geöffnet. Dies hat zur Folge, dass das Werbegeschäft weiter läuft und sogar Jahresabschlüsse für das begonnene Jahr für in Radio laufende Kommunikationsmaßnahmen und teilweise in hohem Ausmaß für bestimmte Branchen abgeschlossenen wurden. Die Frage ob Engländer und Franzosen im Vertrieb den Blues haben, wurde jenseits des Kanals verneint, man sieht solch eine Entwicklung allenfalls bei einem Andauern der Pandemie länger als  „zwei, drei Jahre“.

Michel Colin, mediaticsconseil

Frankreich – nebenbei bemerkt und statistisch belegt als heftiger Verbraucher von Beruhigungsmitteln – nimmt’s nicht so leicht, in den Stationen gibt es wie Radioexperte Michel Colin bestätigt, schon Frust, dieser hielte sich aber in Grenzen. Einen in der Gesprächsrunde von Alexander Zeitelhack geäußerten Vorschlag, psychologische Beratung für Sendermitarbeiter anzubieten in den jetzt schwierigen Zeiten ähnlich wie in Hochschulen, die dergleichen durchführen, wurde von dem linksrheinischen Radiomarketingexperten Colin interessiert aufgenommen.

Dass im Verkauf, der ja naturgemäß die Radioanbieter am Leben erhält, Trübsal herrscht, ist angesichts der genannte Zahlen nachvollziehbar. Konkret heißt dies, bei einem gerade in Süddeutschland praktizierten ausgesprochen niedrigem Fixum von 1000 € im Monat müssen Werbezeitenverkäufer Einkommensrückgänge wegen fehlender Provisionen von 2000 bis 5000 € monatlich verdauen müssen. Als Strategie erprobten Stationsmanager Kurzarbeitsmodelle mit entsprechendem noch niedrigerem Fixum und einer Anpassung der Provisionsätze nach oben, die im normalerweise in einem höheren einstelligen Prozentbereich liegen. Dies wurde aber verworfen, da solche lineare Strategien dem Verkaufs-Spirit und dem „Hunter“-Prinzip widersprächen. Angestellte Radiovertriebler, die provisionsabhängig und angestellt sind, haben keinen Anspruch auf staatliche Hilfen anders als sogenannte Solo-Selbständige wie in der Eventbranche, der Hotellerie oder anderen.

Nach Aussagen zahlreicher Vertriebler lehnen es diese mittlerweile ab, Prognosen und Forecasts für das laufende Jahr vor dem letzten Quartal 2021 zu treffen. Es bleibt zu hoffen, dass die privaten Anbieter diese lange Durststrecke durchstehen. Sie stehen wieder einmal schlechter da als ihre Mitbewerber im öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder bei nationalen Vermarktern, wo zum einen die nationalen Umsätze weniger stark rückläufig waren und der Fixumanteil am Gehalt eher bei 70% liegt. Es stellt sich auch die Frage, ob und warum nicht private Sendeanstalten staatliche Unterstützung beispielsweise von Medienanstalten an ihren Verkauf weiterleiten. Wie schon zu Beginn der Pandemie im Frühjahr des letzten Jahres gefordert, tun die Geschäftsleitungen gut daran, ihre Mitarbeiter die substantiellen persönlichen Einkommensrückgängen zumindest teilweise auszugleichen, um diese wichtigen Mitarbeiter zu halten. Ein erfolgreicher Verkäufer könnte sich auch umorientieren und zum Beispiel in den Vertreib anderer erklärungsbedürftiger Produkte gehen wie beispielsweise Dienstleistungen im IT-Bereich, die momentan florieren und mit Sicherheit auch weiterhin einen starken Zuwachs erfahren werden.

Andreas Sprengart, Marketingleiter bei Antenne Kaiserslautern, empfiehlt den Verkaufsleuten: „Kunden noch mehr pflegen, Anpassungsfähigkeit entwickeln bei Kundenbedürfnissen und Fleiß.“

Ganz nebenbei schälte sich bei der Analyse der Situation ein interessanter Teilaspekt heraus. Frauen im Verkauf – durchaus Mütter und in Halbtagsstellen – brachten es fertig, in den letzten Monaten erhebliche Umsätze hereinzuholen, was sich in Monatsprovisionen im fünfstelligen Bereich ausdrückte. Tough gemacht und Bravo kann man da nur sagen.

Erläuterung zu den Tabellen Werbeeinkünfte

Magna Mediabrands prognostiziert für 2021 in französischen Radios einen Zuwachs der Radioumsätze von 8% nach einem Rückgang von 11% im Jahr 2020. Die Zahlen für UK: 2020 Rückgang von 23%, prognostizierter Zuwachs 2021 9%. Der aufgeführte Vergleich mit Deutschland und mit  absoluten Umsatzzahlen ist nicht möglich wegen Unschärfen bei den Angaben brutto und netto sowie der Abgrenzung Typen der Anbieter lokal, regional, national. Insgesamt erlauben sie aber eine Identifizierung von Tendenzen.

ENTWICKLUNG UND PROGNOSE WERBEEINNAHMEN FRANZÖSISCHE MEDIEN

Quelle: emarketing.fr

ENTWICKLUNG UND PROGNOSE WERBEEINNAHMEN UK-MEDIEN

campaignlive.co.uk
Quelle: Interpubic Magna

Content- und Leistungsportfolio des Medienzentrums/poppe-media

Neben “ media, research, digital transformation, passion for radio,
réseautage F/A “ wie auf Twitter angegeben (reseautage=Networking mit Menschen und Unternehmen im Nachbarland Frankreich) gibt’s nicht nur im „Zweierpack“ und auf zwei Plattformen entsprechende News, Meinungen und möglichst wertvolle Hintergrundinformationen. Bedient werden auch – Berufsbiografie verpflichtet – Themen aus der Bildungsbranche. Spröde und dröge soll daraus nicht berichtet werden ….

Im Grund gar nicht so furchtbar auseinander liegende Felder – es geht immer um Menschen, vor allem um Transformation, Organisation, Empirie, Statistik und Disziplinen übergreifendes Herangehen.

Spannende Lektüre!

DasMedienZentrum auf youtube
#DasMedienZentrm auf Twitter
#RadioSalesWeekly auf Facebook
Helmut Poppe auf Facebook.
https://youtu.be/jRvMOBQHVSI

Bei Klick Intro anschauen.

Schule – Secret Garden

Schule bleibt ein Secret Garden – sind Eltern in der Lage einzuschätzen, ob es gut läuft?
Bei der Zeugnisvorbesprechung kam heraus, dass der Kleine eine 4 bekommen sollte. Mutter hakt nach: „Keine Präsentation abgegeben“. Da ist wohl im Distanzunterricht etwas untergegangen. Aufgabenerledigung wurde nachgewiesen, so wurde es eine 2 -. Das Kind erkrankte psychosomatisch zwischenzeitlich …

Würden da Eltern nicht nachhaken … Hier eine Qualitäts-Kriterien Checklist für #Distanzlernen.

@elternhotline

RadioSalesWeekly – RADIO am Ende? Oder neue Perspektiven ….

Es wird keine V-Entwicklung geben mit einem steilen Anstieg der Verbraucherausgaben sondern ein kontinuierliches Anwachsen des Konsums und somit der Werbeinvestitionen, wenn die durch Corona ausgelöste Angst verflogen ist. Dann ist aber auch der Moment des Wechsels der Marktanteile im Einzelhandel gegeben. Radio ist hierbei der Katalysator und Booster. Umsatzrückgänge der Privatradios betragen gegenüber 2019 in 2020 durchschnittlich 20%, denn die lokalen Einnahmen waren stark rückläufig. Radio muss seine Stärken online ausspielen. In dem Video hier werden neue Handlungstipps von Andreas Sprengart, Marketingleiter Antenne Kauserlautern und von Alexander Zeitelhack vorgestellt. Nicht erstaunlich: es ist viel Digitales dabei.

Das Meeting als Video ansehen bei Klick (Länge 19:54)


Abnehmende Sorgen forcieren Ausgabebereitschaft meint die Agentur pilot HH/MUE

Nur ein Teil der „Münze“ – wie sieht es aus mit neuen Lebens- und Verbrauchergewohnheiten? Weniger und nachhaltiger ist besser? „Zuhause ist auchnicht schlecht“. Angst vor Kaufkraftschwund in naher Zukunft …

Nielsen Werbetrend

Lernfutter im Lockdown

Die FAZ hat sich Lernprogramme von privatwirtschaftlichen Anbietern angeschaut. Mit der Frage „Taugt’s was?“ Eine detailliertere Analyse statt nur auf Grammatikfehler und Begleitwerbung zu schauen, hätte geholfen, das Phänomen eLearning besser zu verstehen, nämlich: wie sieht es mit der Progression des Lernstoffes aus in diesen Angeboten, wird auf das vorgeschriebene Curriculum geachtet, entspricht die eingesetzte Methodik dem Stand der Wissenschaft (wenn diese überhaupt etwas bietet, Zweifel sind angebracht …), wie stellt sich die Tiefe der Fächerangebote dar oder wird hier nur ein bunter Kessel aufbereitet? 

Der uralte Begriff ‚Programmiertes Lernen‘ sollte als neues Paradigmum gelten. „Lernen im Umfeld von Zeitgeist und neuen Technologien“. Waren es früher selbstentdeckendes Lernen‘ und dergleichen und in den 70er Jahren die Sprachlabore heißt es jetzt „ADDIE“. Erstaunlicherweise beantworten Anbieter die Frage auf die Messung der Wirksamkeit ihrer Angebote mit: „Die Leute finden es guut“, aha. Lernforschung bietet ein enorm großes neues Feld. Zweifel bestehen aber, ob die pädagogischen Forschungsstätten es bearbeiten können mangels Interdisziplinarität mit anderen Fachgebieten wie Big Data Analysis, Kommunikationsdesign/Usability, Gaming.

AIHR

Was gibt’s zu tun? Hochschulen, pädagogische Institute und alle andere Ausbilder wagt den Blick über eure Disziplinen und in andere Länder. Startet Feldversuche mit hohen Fallzahlen. Es gibt – erstaunlich, erstaunlich – herzlich wenig Aktuelles zur Wirkung von eLearning in Schulen. Bitte keine ‚Meta-Stuiden‘ ohne Aussagekraft. Fallzahlen bitte im vierstelligen Bereich. Komparative Studien. UND ….. lasst Nicht-Pädagogen drüberschauen. Schule darf kein ‚Secret Garden‘ sein.

FAZ, screenshot, 25.01.21


@TwitterLehrerZimmer https://bildungsklick.de/anbieter/helmut-poppe

Die acht Hürden zum Homeschooling

Es ist ein Leichtes über Behörden herzuziehen. Die Gründe für die Misere sind komplex, waren aber absehbar. Siehe Pandemie-Warnbeitrag aus …… 2009 des Autors. Wo sind die 8 Hürden, die Distanzlernen in Schulen behindern?
#1 Kultusministerien: übertragen die Auswahl der Verfahren an Schulen. Die Schulleitungen fühlen sich aber im Stich gelassen. Wo hakt’s anschließend?

#2 Schulträger, Kommunen, Kreise, kümmern sich um Infrastruktur und Hardware. Beachtliche Neuanschaffungen erfolgten auch wenn über fehlende Dienst-Laptops geklagt wird. Schätzunsgweise haben 95% der hauptberuflichen Lehrer PCs und/oder Laptops. Wer da nach Datenschutz fragt, muss ich die Antwort gefallen lassen „agil reagieren!“

Schulträger: Schnittstellen und Verständnis für Didaktik/Methodik fehlen verständlicherweise. Schnelle Support-Teams bestehen nicht. Sie hätten aber auch Probleme, über reine IT-Fragen hinaus zu helfen, Stichworte Inhalte und Umsetzung von Curricula-konformen Lerneinheiten, die es praktisch nicht gibt. Die nachfolgenden sechs Schnittstellen haben in der Regel Defizite bei der fachspezifischen Umsetzung digitaler Lern- und Lehrszenarien für die vielen Schulfächer und Schulformen. Auch die Fachbereichsleiter und den Fachlehrer selbst. Analyse in hier folgenden Einzelbeiträgen und auf Twitter. Ausgangs-Artikel auf bildungsklick.de. Hören:

ww.swr.de/swraktuell

tagesaktuell auf Twitter

@DasMedienZentrm

Finanzen der privaten Radioanbieter 2021 – ungewiss

Das Unternehmen Coface arbeitet in den Bereichen Kreditversicherung und Risikomanagement.  Als Beobachter in einem internationalen Netzwerk haben die Österreicher ein Gespür für die Entwicklungen von Wirtschaftsunternehmen.

Für 2021 sehen die Wiener eine V-Entwicklung des BIP. Im Vergleich steht Deutschland relativ gut da in 2020 mit minus 6,6 %. Ob global gesehen doch plus 4,5% 2021 herauskommen, wird sich erst ab Mai/Juni abehen lassen. Radiomarketer sehen verlässliche Forecasts erst im 3. Quartal wenn nicht sogar im Q4 .

Die eigenen Prognosen im Radiomediageschäft lauteten in drei Szenarien minus 10 bis plus 1% im Vergleich zu 2019. Dies mit großen Spannweiten je nach Art des Anbieters lokal/regiona, Position im Umfeld und vor allem hinsichtlich der „sources of revenue“. Warten wir die Zahlen aus Dezember ab. Die ersten Monate werden für das Prvatradio in Deutschland schwierig. Das Saarland hat einen Etat frei gemacht für die privaten Radiosender dort in Höhe von immerhin 200.000 €. Grund: „Der pri­va­te loka­le Rund­funk spielt gera­de in der aktu­el­len Kri­se eine wich­ti­ge Rol­le. Denn er sorgt mit sei­nen unter­schied­li­chen Ange­bo­ten für die media­le Viel­falt und trägt mit bür­ger­na­hen For­ma­ten zur täg­li­chen Infor­ma­ti­ons­ver­sor­gung der Saarländer*innen bei.“

Kein Wunder, dass nicht nur die Radioleute in Berlin solch ein Bild sehen, wenn es um 2020 geht.

Bild Windsack: unsplash, Mark König

Distanzlernen in Schulen lässt weiterhin auf sich warten

Prof Peter Henning beschreibt ausführlich und kenntnisreich den Stand der Bildung in #Schulen und #Hochschulen in #Corona-Zeiten. Als Kollege – wir beide Leiter des Lab #eLearning im BVDW – und auch bei learntec machten schon früh aufmerksam auf Chancen von digital gestützt Lernen.

Schaut man in deutsche Schulen wird viel über fehlende Wlans und Defizite bei der Technik geklagt. Das Thema Lernen ist viel zu komplex um es alleinig auf IT zu reduzieren. Bereits 2009 habe ich auf vollständige Unvorbereitetheit des Schulsystems bei drohenden Pandemien hingewiesen. (Bildungsklick/Poppe).Die Verantwortlichen müssen sich da schon an die Nase greifen – oder sind sie schichtweg überfordert und ziehen sie sich auf die Position des „wir warten auf …., wir haben schon, aber …“ zurück? Eindeutig fehlt eine Interdisziplinarität mit anderen Disziplinen: eGaming, ja!, .. Big Data, .. bestimmt, Blick auf nicht pädagogische Bereiche, digitale Methodenkompetenz, Kommunikationsforschung ….Spannend sind Distanzlernszenarien für als ‚schwierig‘ vermutete Fächer wie Sport und Fremdsprachen. PDFs und ‚Bewegung an der frischen Luft‘ können es nicht sein. Naturwissenschaften beigebracht mit VR/AR, Mathematik – Horrorfach für viele – ebenfalls.eLearning kann Akzelerator in Lernprozessen sein, es muss gerade jetzt gefördert werden mit Vorzeigeprojekten. Setzt auf Bestehendes wie zum Beispiel Videokonferenz-Lernen, Cloudlösungen und baut sie aus. Es wurde viel zu lange gewartet und es wird immer noch gezögert.

Hier der facebook-Artikel des Professor des Jahres 2007“ in der Kategorie Ingenieurwissenschaften und Informatik. „Wir haben vorgestern im Landesfachausschuss Bildung und Wissenschaft über die Folgen der Corona-Maßnahmen für die Bildung diskutiert. Wenn ich das mit den eigenen Erkenntnissen aus allen Bildungsbereichen zusammenwerfe, kommt ein erschreckendes Bild heraus1 Schule1.1 Der Mangel an Lernzeit und Lernstoff, der sich aus zwei halbgaren Schulhalbjahren ergibt, ist für die meisten Grundschulkinder beherrschbar und aufholbar. Das hängt mit der Flexibilität der kleineren Kinder zusammen, diese Erfahrung haben wir schon vor mehr als 50 Jahren mit den so genannten Kurzschuljahren gemacht, in denen die Bundesländer ihre Schuljahresanfänge aneinander angepasst haben.1.2 Der Mangel ist nicht aufholbar für die älteren Jahrgänge, sagen wir ab Klasse 10. Hier werden wesentliche Aspekte des Stoffes versäumt, was zu erheblichen Defiziten führen wird. Teilweise ausgeglichen wird dies durch den verstärkten Erwerb von Selbstlernkompetenzen und Selbstmanagementkompetenzen.1.3 Bei allen Schuljahrgängen tritt das große Problem auf, dass ein erheblicher Teil der Schüler durch noch so gute Ansätze zum Distanzunterricht nicht erreicht worden ist. Neben den erheblichen Lernstandsdefiziten tritt dabei ein starker Verlust der Lernfähigkeit zu Tage, sie sind kaum noch für „Schule“ zu motivieren. Deutlich gesagt: Wir werden einen signifikanten Anstieg der Schulabbrecher sehen und müssen uns auf eine Ausweitung der Förderprogramme einstellen.1.4 Betreuungslehrer und Schulsozialarbeiter melden einen erheblichen Anstieg der Schüler mit psychischen Problemen – die Rede ist, ohne dass das derzeit verifizierbar ist, von einer Verdoppelung.1.5 Sportlehrer melden eine signifikante Verringerung der körperlichen Fitness (in der 7. Klasse z.B. durch standardisierte Tests erfasst) bereits nach einem halben Jahr. Der körperliche Zustand der Schüler verschlechtert sich dramatisch, wenn sie nur noch daheim eingesperrt sind.2. Hochschule2.1 Obwohl die Hochschulen beim Thema „Lernen auf Distanz“ sehr viel weiter sind als die Schulen (doch häufig immer noch Lichtjahre hinter dem etablierten Stand der Kunst zurück), ergeben sich deutliche fachliche Defizite bereits nach einem halben Jahr. In vielen Fächern fehlt den Studierenden einfach der diskursive Aspekt, die persönliche Betreuung durch einen Tutor oder die Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Tisch kann eben nicht vollständig durch noch so ausgefeilte digitale Konzepte ersetzt werden. Nicht umsonst ist der „Stand der Kunst“ heute das Blended Learning, bei dem Präsenzphasen und Selbstlernphasen nach verschiedenen Modellen einander abwechseln und ergänzen.2.2 Nicht nur haben viele Erstsemester des Sommers 2020 ihr Studium bereits wieder abgebrochen – denn so möchten sie einfach nicht studieren. Sondern es wird aus den Abschlussjahrgängen der Schulen berichtet, dass viele der Schüler keine Motivation verspüren, jetzt sofort ein Studium zu beginnen. Wir werden also einen deutlichen Rückgang der Studierendenzahl sehen – katastrophal, weil dies den Fachkräftemangel in Deutschland in wenigen Jahren noch deutlich verschärfen wird.2.3 Viele Studierende berichten über erhebliche psychische Probleme: Verlust der Motivation, Verlust der Tagesstruktur. Wir erleben dies sogar in bisher nicht gekannter Form bei denjenigen, die nach dem Studienabschluss ihre erste Stelle in einem Forschungsprojekt antreten wollten – manche tauchen gar nicht mehr auf.Natürlich sind das alles direkte Beobachtungen, von einer systematischen Erfassung kann nicht die Rede sein. Es ist aber sonnenklar, dass die Corona-Maßnahmen den jungen Menschen nicht nur ein Jahr ihrer Jugend stehlen. Sondern insgesamt den Bildungsstand der Gesellschaft verringern. 2019 zeigte eine sehr schöne Studie des Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital in Wien einen signifikanten Zusammenhang zwischen Bildungsstand und Lebensdauer. Es ist damit allerhöchst plausibel, dass die Corona-Maßnahmen unter dem Strich auch in den Industrieländern mehr Lebenszeit von Menschen kosten werden, als es das Virus selbst auch bei ungehinderter Ausbreitung getan hätte.
Pic Kelly Sikkema