When will Sleeping Beauty/ German radio be awakened? It shouldn’t be slumbering there any longer! Radio systems in comparison: Germany vs. France. Who does it better? PROGRAM FORMATS, REACH, REVENUE #DasMedienZentrm poppe-media #radiormc#LaLettrePro
(Artikel erschienen in radioszene.de am 11.02.2020) In den letzten Wochen häufen sich Erfolgsmeldungen aus dem Bereich Podcasts. Vermarkter, Hersteller und Verbände melden eine hohe Nachfrage, das Angebot steigt rasant, ein hohes Engagement der Hörer wird verzeichnet. Wir haben diese Stimmungslage zum Anlass genommen, alle mögliche Einnahmequellen für Podcasts zu beleuchten, die Rolle der Werbung zu analysieren und einige Marktteilnehmer zu befragen.
Podcast-Geschäft – noch eingefroren?
„Ja, ich kann mir vorstellen, Podcasts für unsere UKW-Radiosender einzukaufen, aber …“, sagt Alexander Koller, Geschäftsführer Funkhaus Nürnberg
und nennt damit gleich eine mögliche Erlösquelle für Anbieter. Er meint
aber im selben Atemzug: „…sie müssen aber auf unsere Sender einzahlen.
Sie brauchen auch das Look & Feel unserer Stationen. Bei allem
Wohlgefallen an Barbara Schönberger, ihr „barba radio“
nutzen wir nicht.“ Etwa 900 € kosten diese 3 bis 4-Stunden-Episoden,
und da erkennt man auch gleich den Umfang möglicher Erlöse. Kommt es zu
einem nationalen Einsatz in möglichst vielen Stationen, lassen sich
signifikante Erlöse erzielen.
Rasch und naheliegend also ist eine Einnahmequelle identifiziert, die
Radiosender. Falls diese nach Content fragen, sollten Podcaster solchen
natürlich anbieten und tun dies auch bereits. Nur dürften die
Erlösgrößen im UKW-Radio stark abhängig sein von der Attraktivität des
Contentangebotes, der erzielten und nachgewiesenen Steigerung der
Reichweiten im Programm des Senders und vom Kostenvorteil des Senders:
welche Produktionskosten spart die Station ein? Umgekehrt dürften eher
Radiosender als Podcastanbieter auf den Markt treten und
Eigenproduktionen anbieten. Hier gelten seit langem gelernte
Kostengrößen, die sich für eine Produktion je nach Dauer im drei- oder
niedrigen vierstelligen Euro-Bereich belaufen dürfen.
Beispiel-Rechnnung
Weniger attraktiv stellt sich die Situation dar für ein Ausspielen
auf den Webchannels klassischer UKW-Stationen. Die Sender werden den
entstehenden Traffic nicht ableiten lassen und Werbeeinnahmen zumindest
anteilig behalten wollen. Hier bleibt es also mit einem Szenario
Syndication 2 in Webchannels eher nur bei möglichen Einnahmen aus dem
Verkauf der Produktionen. Deutschlandweit mag da 2021 ein Betrag unter 1
Mio. € herauskommen.
Orientierungsgrößen US-Markt?
Schaut man auf das Mekka des Radios und der Podcast-Welt, und schenkt
man den Zahlen Glauben, sind viele auf einen ersten Blick starke
US-Vorlagen für das eigene Geschäft zu finden: 107 Mrd. USD wurden im
vergangenen Jahr in den USA in die Onlinewerbung gesteckt, da lassen
sich rasch Milliardenwerte für Werbung in Podcasts hochrechnen. Dies ist
– wenn auch nicht ganz – der Fall: 2018 wurden laut IAB
immerhin 479 Mio. USD in Podcasts umgesetzt. Ins Stirnrunzeln kommt man
allerdings doch bei der Überlegung, ob da nicht insgesamt etwas schief
liegt, hinzukommen schließlich noch die Außenwerbung, Radio- und TV,
Print und Ambient-Werbung in den USA. Bei etwa 34 Mrd € Investitionen
(Nielsen) in hiesige Mediawerbung sind die US-Spendings nicht um ein
Vierfaches (gewichtet an Bevölkerungszahl) höher (136 Mrd.) sondern sie
liegen bei 240 Mrd. USD also um mehr als das Siebenfache. Diese
Diskrepanz ist erklärungsbedürftig. Gibt es hier eine
Klondike-Glorifizierung getrieben von den Digitalen?
Im vergangenen Jahr beliefen sich die im hiesigen Netz erzielten
Werbeumsätze in Audio-Channels auf bescheidene 60 Mio. € netto (Quelle VAUNET,
Instream Audiowerbung). Der eingangs genannte Nürnberger Betreiber
nennt originär digitale Umsatzanteile von … unter 1 Prozent! In der Zahl
60 Mio. ist nicht die Gesamtheit aller Erlöse und Erlösfelder für
Podcasts enthalten, sie dient eher zu einer Relativierung und als
Maßstab bei einer Bewertung möglicher zukünftiger Umsatzgrößen dieser
neuen Spielform im Bereich Audio.
Zurück zu den USA, das Finanz-Beratungsunternehmen Guggenheim Partners
schätzt die möglichen Werbeerlöse aus Podcasts in den USA im Jahr 2021
auf 1 Mrd. ein, hieraus werden gemäß des Unternehmens etwa ein Viertel
auf Spotify
fallen. Der Streaminganbieter setzt offensichtlich vehement auf dieses
Audiosegment durch den Zukauf von Anbietern wie den Produzenten Gimlet Media und das Podcast-Tool Anchor,
weitere Zukäufe sind wie zu vernehmen, geplant. Spotifys Strategie
lautet offensichtlich, als Landing Page für diesen neuen Sektor zu
fungieren. Einnahmegrößen für den deutschen Markt aus den US-Angaben
herunter zu brechen und zu ermitteln, dürfte müßig sein: Die Märkte sind
zu unterschiedlich, es stellt sich auch die Frage der Validität der
Zahlen. Insgesamt erschienen sie aber nach tieferer Analyse doch nicht
gänzlich überzogen. Eine Einnahmerechnung nach Abo-Einnahmen aus 10 Mio.
Haushalten und gegriffenen 120 USD p.a. Subskriptionskosten plus
geschätzte 5% der Onlinewerbespendings ergeben eine mögliche
Einnahmegröße von 1,2 Mrd aus Abos plus 5 Mrd. USD aus Werbung für den
US-Markt, insgesamt also erstaunliche 6,2 Mrd. USD.
Für Deutschland stellt sich die Frage: Sind die hiesigen Haushalte
bereit, zu den jährlichen Aufwendungen für Medien in Höhe von mehr als
durchschnittlich 1.000 € neben Rundfunkgebühr, Presse, ein oder zwei
Streamingangebote, Handygebühren (ja, da vorwiegend Mediennutzung) und
zu den Kosten für ein sicherlich wertiges Premium-Spotify-Abo noch ein
weiteres hinzu zu kaufen für sagen wir mal 5 € im Monat?
Nicht verlockend scheint ein Setzen auf die ‚Community‘
zu sein. Wiki und andere gemeinnützige Webanbieter machen die leidvolle
Erfahrung: Die Taschen bleiben zu allermeist verschlossen. Ein starker
Community-Spirit wird wohl kaum die Euros in die Taschen der Produzenten
wehen.
Vincent Kittmann (Head of Podstars by OMR, Hamburg)
dazu: “Die Revenues für den deutschen Markt sind aktuell nur schwer
einzuschätzen. Wenn man Branded Podcast als Marketingmaßnahme mitzählt
plus die Bezahlung die Podcaster von den Plattformen bekommen (z.B. Jan Böhmermann und Olli Schulz von Spotify) sind wir auf jeden Fall bei einem zweistelligen Millionenbetrag.“
Unternehmens-Podcasts sind als internes
Unternehmenskommunikationsmittel eher den ganz großen Playern
vorbehalten, deren Anzahl sich vielleicht auf 50 beläuft. Interessant
sind diese, da sie auch als Werbekunden und Sponsoren in anderen Fällen
auftreten können und da sie über attraktive Budgets verfügen. Nicht
zuletzt werden sie auch, sofern sie das neue Angebot nutzen, auch
regelmäßig auf „Sendung“ gehen wollen und treu dabei sein.
Native Ads mit Podcasts, des Autors Liebling, sind
bekanntlich interessant gemachte Audiobeiträge, die irgendwo etwas mit
dem Unternehmensthema zu tun haben. Dies ist eine andere Interpretation
wie jene, mit einer in der jetzigen Diskussion häufig genannten
‚Hosting‘-Rolle. Dabei soll der Moderator des Podcasts als
Werbepresenter auftreten (und als “Audio-Influencer”alles vermasseln,
wie einige kritisieren). Bei dem Versicherer AXA können das
Ernährungstipps oder social responsibility-Theme sein, bei einem
Matratzenanbieter, der Schlaf, bei Audi die Elektromobilität und bei
einem Reiseveranstalter die Magie eines bestimmten Landes sein. Auch
hier sind bestimmt interessante Margen zu erzielen. Zu bedenken aber
ist, dass die Anzahl der möglicher nationaler Marken und Kunden bei
einer doch überschaubaren dreistelligen Anzahl liegt, wirtschaftlicher
Erfolg wird hierbei durch die Gewinnung von möglichst vielen aus diesem
Stamm oder neuer bisher unentdeckt gebliebener zu erzielen sein.
Podcasts as ad, am Pricing von Funkspots orientieren
zu wollen ist nachvollziehbar, kann aber nicht nach dem Schema
verlaufen, Kosten traditioneller 30-Sekünder anzusetzen, nach der
Formel: x 10 für eine 5-Minutenproduktion. Hatten in der frühen
Privatradio-Ära die 30-Sekünder das Manko des “kurzen Röchlers” sind
diese in der Tat durchschnittlich eher noch kürzer geworden. Lange
Versionen dürften aber für eine Programmverträglichkeit eher im
90-Sekundenbereich verlaufen müssen und einen redaktionellen Charakter
haben. Das Pricing ist also eher auf ein Drittel anzusetzen sein (wobei
wir bei dem Richtwert des 30-Sekünders wären). Solche Langspotversionen
sind weniger werblich angelegt, unterhaltend und intrusiv, trotzdem hat
sich die Kundschaft daran gewöhnt, hierfür nur mit einen Abschlag zu
zahlen.
Der größte Streaminganbieter Spotify bietet Podcastern nicht
unerhebliche Leistungen wie Hosting, Metrics und Werbung für die
Plattform. Diese sind also auf Werbeeinnahmen angewiesen.
Laurent Dumont, Gründer von Podcastics
sieht die Sache so: „Meiner Einschätzung nach nutzen 99% der Anbieter
keine Möglichkeiten der Refinanzierung. Ich traue dem Format “host read”
ein hohes Umsatzpotental zu mit einem CPT von 80 € und mehr. Bei der
Werbeakquisition durch große Mittler, was einen kleinen Markt darstellt
meiner Einschätzung nach, sehe ich eher Tausenderpreise von 5 bis 30 €.“
Gerard Edwards, ‚Podjock‘ bei dem Diensteanbieter Podcast Radio
plädiert für eine Demokratisierung der Angebote und meint: „I believe a
new platform format will come along and have a subscription base,
allowing access to the majority of podcast content, but genuinely
splitting income with all creators (this is without an advert
inserted). This will benefit podcasters who can’t demand big
advertising brands themselves.”
Im Rahmen der Recherche fiel auf, dass traditionelle Mediaagenturen
sich durchaus mit der Findung von Strategien für den Einsatz der neuen
Audio-Spielform beschäftigen. Hier wird es spannend zu sehen, wie die
Vertriebsarbeit der Podcaster und deren Dienstleister wirken. Denn sind
erst einmal die Kunden ‚angeturnt‘ und überzeugt, werden die Mediaplaner
folgen (müssen).
Da
fällt noch das Stichwort ‚Intermediäre‘, neben dem
Allzweck-Dienstleister PODCASTICS der Statistiken, unbegrenztes Hosting,
einfaches Teilen und Monetarisierung verspricht, tummeln sich weitere
mit gleichen Services. Sie nennen sich zum Beispiel targetspot, Zippycast oder Studio Podcast.
Und da wären wir bei einem ganz wesentlichen Auslösekriterium für
Podcasts nämlich die Reichweiten. Diese gilt es eindeutig und valide
nachzuweisen, und da stehen noch immer gemeinsame akzeptierte
Messinstrumente aus. Laut diverser Studien liegen die wöchentlichen
Einschaltquoten von Audio-Podcasts bereits im zweistelligen Bereich
(z.Bsp. ARD/ZDF-Onlinestudie 2018, BLM 2019, Bitkom) bei einem Bevölkerungsanteil von über einem Viertel.
Insgesamt lassen sich mit den hier aufgestellten Modellen doch recht
überschaubare Erlöse in Höhe von 30 bis 40 Mio. € aus dem Podcast-Markt
für das Jahr 2021 hochrechnen. Es sind Marktkonzentrationen zu erwarten
angesichts der Dominanz der Streaminganbieter und Abodienstleister. Von
der Contentprovider-Seite ist zu erwarten, dass viele ihre spontane Lust
am Medium verlieren und es ebenfalls zu einer Konsolidierung in den
nächsten 5 Jahren kommt, wobei die Tiefe des Angebotes ebenfalls
zurückgehen wird. Erkennbar ist eine Analogie zu der Privatfunkszene in
einigen Ländern, wo anfangs Tausende von Anbietern auf den Markt kamen,
dann verschwanden oder sich in “unabhängigen Radionetzwerken” sammelten.
Ob und wie den Podcastern es gelingt, in die Mediennutzungsgewohnheit
Vieler zu gelangen und Radio-ähnlichen Live-Charakter zu entwickeln, ist
die spannende Frage der Zukunft. Alleinig als „Lean Back-Medium“ zu
fungieren, wird Podcast in den Bereich des Nischen-Mediums verweisen.
Schauen wir mal, welche Blüten Audio-Kreativität da aufspringen lässt.
Helmut Poppe,
Radiopionier mit den Stationen: Radio Petticoat-Berlin (erster
deutscher Oldiesender), Geschäftsführer der Radio Tele Media-Service,
Marketingleiter Vertrieb Studio Gong, Verkaufsdirektor der IPA und IP
Multimedia, Marketingleitung germany.net mit radio germany.net. Er
arbeitet in und an digitaler Transformation für verschiedene Unternehmen
in Deutschland und im Ausland in den Branchen Sport, politische
Kommunikation und Medien.
Internationale Tendenzen und Innovationen für Medienschaffende
Im Bild: Evelin und Helmut Poppe Short time out @ European Radio Show
Den Veranstaltern der European Radio Show ist es dieses Jahr wieder gelungen, eine ungemein abwechslungsreiche Messe in Paris auf die Beine zu stellen. Die 3-Tagesveranstaltung, die in einem Kongressprogramm Roundtables, Diskussionen und Präsentationen anbot, verzeichnete nach Veranstalterangaben mehr als 8.000 Besucher vom 23. bis 25. Januar. Diese im Vergleich zu anderen Radioveranstaltungen sehr hohe Anzahl erklärt sich zum einen ganz einfach durch den freien Eintritt für Branchenakteure. So ist es auch Mitarbeitern der ‚dritten Garde‘ aus den Sendern und den umliegenden Branchen finanziell möglich, dem großen Branchentreffen in der historischen Halle de la Villette im Osten Paris beizuwohnen. Gerade diese Radioleute sind es ja schließlich, die wesentliche Innovationen einbringen und umsetzen müssen, und sie kamen zahlreich. Insgesamt gab es von allen Seiten ein großes Lob auch wegen der Vielfalt des Programms und der professionellen Organisation.
Besonders ins Auge fielen Neuigkeiten aus den Bereichen: Personalentwicklung,
zur Fragestellung, ob Podcasts dasselbe Phänomen erfahren werden wie
Videos auf YouTube, ob und was Frankreich und Deutschlands Radiomacher
voneinander lernen können. Von der technischen Seite sind besonders
drei Neuerungen bei Sender-Aggegratoren und Podcastsoftware zu erwähnen
und … was vielleicht besonders zukunftsweisend ist, Innovationen zum
Thema Tracking des Hörers, zur Profilbildung und zu der Berücksichtigung
der hieraus gewonnenen Daten im Programm. Hier zeichnet sich eine
Relevanz für das europäische Medienrecht ab. Eines ist klar, in
Frankreich wird fleißig von Seiten des Staates Rundfunk reglementiert,
was zur Folge hat, und was auch gleich an dieser Stelle eine Vorwegnahme
der insgesamt gewonnen Erkenntnisse darstellt, dass Reglementierungen
und hoher Wettbewerbsdruck, wie er in Frankreich viel mehr gegeben ist
als in Deutschland … zu kreativen Lösungen führt.
Die deutsche Mediaanalyse MA weist 263 Sender aus, hinzukommen 78
erfasste Webradios. Im Vergleich dazu senden über 1.229 Anbieter in der
gallischen Nation. Berechnet man die Netto-Werbeeinahmen auf Basis der
Anzahl der Einwohner erhält man eine pro Kopf-Zahl an Werbeinvestitionen
Radio von gut 10 € per Jahr in beiden Ländern, was manchen Sendereigner
zu einem Stirnrunzeln bewegt, die diese Zahl naturgemäß als viel zu
niedrig empfinden. Einen Hinweis auf einen höheren Erfolg im
Werbezeitenverkauf ergeben die auf Basis der gewichteten Einwohnerzahlen
ermittelten Umsätze, Frankreich hat eine um 20% kleiner
Bevölkerungsanzahl, gewichtet man die Nettowerbeumsätze dort
entsprechend, ergeben sich zumindest gleich hohe Einnahmen insgesamt wie
in Deutschland (Quelle: bump, Nielsen, VAU.net und ARD). Da das
staatliche Radio in Frankreich auf 50 Mio. € Werbeeinnahmen gesetzlich
limitiert ist, könnte man anteilsmäßig wie in Deutschland noch einmal
etwa 200 Mio. hinzuschlagen. Im Ergebnis könnten die französischen
Sender in der Gesamtheit also einiges mehr einnehmen als die hiesigen.
Da sich die Reichweiten mit 76% Hörer gestern und in den Verweildauern
ziemlich ähneln (Quellen: médiamétrie und MA), scheint linksrheinisch
mehr Druck, Kreativität und Erfolg im Verkauf zu diesen höheren Zahlen
führen. Diese vergleichenden Aufstellungen sind hier nachlesbar:
Von der Prorammseite fiel auf, dass in unserem Nachbarland stark auf das Format TALK
gesetzt wird. Die vier großen nationalen Senderketten France Inter,
dieser weiterhin und in Zeiten der Streiks die No.1 und Europe 1, RTL
und Sud Radio betreiben nicht nur ein konsequent durchstrukturierte fast
ausschließliche Talk-Angebote, sie nutzen auch im hohen Umfang
begleitendes Bewegtbild und sehr viele Möglichkeiten für Hörer, um mit
den Sendern in Kontakt zu treten. Die beiden in Deutschlands privaten
Stationen wenig anzutreffenden Faktoren (da teuer und aufwendig)
Reaktivität und Bewegtbild, führen offensichtlich zu hoher Akzeptanz und
indirekt zu bedeutenden Werbeeinnahmen.
Programmerfolg und die Faktoren, die hierzu führen, laden zu einer Messung ein. Drei Anbieter stachen bei dieser Aufgabenstellung besonders ins Auge:
ACE misst Call ins und wertet diese Hörerreaktionen
aus. Zusätzlich können mit dem gewonnenen Datenbestand bestimmte
geplante Themen vorhersehbar gemacht werden nach Anzahl der redebereiten
Hörer, deren Historie, Regionalität und Menge. Das Programm wird nach
Angaben des Anbieters von führenden Senderketten im Programmalltag
genutzt.
Yacast, misst im Auftrag der staatlichen Behörde CSA
(diese ist teilweise vergleichbar mit unseren Medienanstalten) mit dem
Instrument “Baromètre Radio” begleitend die Reichweiten des
Forschungsinstituts Médiamétrie und verfolgt die „strategischen
Zielsetzungen“, gemeint sind wohl Senderstrategien, deren Verhalten und
Kontrolle. Da bei unseren Nachbarn der Anteil der einheimischen Titel
und die Zeit/Wort-Anteile der Politiker eingehalten werden müssen, setzt
die CSA ebenfalls auf diesen Dienstleister und eine Anwendung namens
“MediaArchiver”.
NEUROMEDIA:
Hier geht es (noch?) nicht um die Messung von Gehirnströmen oder gar um
deren Beeinflussung sondern um detallierte Messungen des
Hörerverhaltens. Diese zukunftsweisenden Anwendungen erlauben nicht nur,
mit dem Produkt „CasterStats“ Audio- und
Videostreaming zu erfassen und auszuweisen oder mit „TraxFlow“
Musiktitel zu steuern, mit dem dritten Angebot aus dem Portefeuille des
belgischen Unternehmens wird – manch einer erinnert sich da noch an die
vor zwanzig Jahren aufgekommene Schweizer Uhr, mit der
Radionutzungsvorgänge gemessen werden sollten – jetzt hilft das
Smartphone hierbei. Wie der Hersteller schreibt, sollen Radio- und
TV-Inhalte digital, über UKW oder DABplus verbreitet erfasst und
ausgewiesen werden.
Da solche Aufgaben auch zu dem Wirkungsbereich der deutschen
Medienanstalten zählen, dürften diese sich bald solche offensichtlich
bisher unerkannt gebliebenen neuen Entwicklungen näher anschauen. Bisher
verlässt man sich auf Stichproben, die zumeist nicht automatisiert
durchgeführt werden durch – wie man hört – Werksstudenten. Im Rahmen
eines europäischen Medienrechts und mit der Zielsetzung „gleiches Recht
für alle“ ergeben sich spannende Fragestellungen und neue Aufgaben.
Diese sollen hier an dieser Stelle aber noch nicht besprochen werden.
Bleibt noch zu erwähnen, dass für den Alltagsbereich relevante Angebote (wieder-) in Paris entdeckt wurden: der von den deutschen Anbietern betriebene Radioplayer kann auch in Frankreich von dortigen Stationen auf Anfrage genutzt werden. Uns gefiel besonders auch der ebenfalls werbefreie Aggregator audials, der was wohl einzigartig ist, Mitschnitte gleich mit dem Handy oder dem PC erlaubt von den tausenden enthaltenen Radio- und Podcastprogrammen. Hier hat das Karlsruher Unternehmen eine ganz exzellente Anwendung geschaffen, die mehr Aufmerksamkeit in der Branche verdient.Wer es spielerisch mag und sich mit Podcasts vergnügen möchte, greife zu lilicast.com. Mit dieser einfach online zu bedienenden und exzellent assistierten Web-App lassen sich Produktionen rasch und optisch gut aufgemacht erstellen. Da griffen wir rasch zu. Die Frage, ob Podcasts die gleiche Erfolgsstory wie YouTube-Videos erfahren werden, wurde natürlich auf der European Radio Show auch gestellt. Syndikatisierungen stellen ein interessantes Modell dar. RTL Radio-Mann Christian Schalt nannte hierzu auch Erlösbeteiligungsmodelle in einer Roundtable am ersten Tag. Da bleibt nur die Frage einer zentralen Audio Landing Page, und diese steht bisher aus.
Hansi Knobloch, BR, Christian Schalt, RTL Radio; Caroline Grazé, radioplayer, Vincent Benveniste, DAVID Systemns, Helmut Poppe, Modertor des Roundtables
Wortbeiträge scheinen in Deutschland im Aufwind zu stehen, man beachte hierzu das neue MDR-Format „MDRfragt“ und weit über zehntausend deutschsprachige Podcast-Produktionen. Bei RADIOSZENE wurde auch jüngst über eine entsprechende Entwicklung bei der BBC berichtet. Eher skeptisch und philosophisch sah BR-Mann Hans Knobloch den Zustand des deutschen Radios „Jedes Land bekommt das Radio, das es verdient“. Podjock Gerry (Gérard) aus Liverpool und CEO von Podcast Radio, das Großes vorhat, meint, dass eher die Gesellschaft das Medium prägt. Er stellte jüngst auf LinkedIn sein neues Angebot mit einem real funny gemachten Video vor: „London wide – we cannot wait“.
What is the catalyst for a true Digital transformation of Radio in Germany and Austria.. The good health of the radio audience must necessarily have some logical, technical or practical explanations … What can our German friends bring to us? What French know-how can they draw on? What are the strengths and weaknesses of our respective programs? Beyond Germany, you also have to listen closely to the radio stations of neighboring Austria.
Erfahren Sie mehr in unserem Video, das vorab Ergtebnisse aus eienr komparative Studie französischer und deutscher Radios vorstellt.
Vorneweg: Wer Wettbewerb verhindern will, muss sich auf Kreativität gefasst machen. Nicht umsonst sind die Frenchies ziemlich gut im Marketing!
Learn more in our video (see below), which presents the results of a comparative study of French and German radio stations.
First of all: If you want to prevent competition, you have to be prepared for creativity. After all Frenchies are pretty good at marketing!
🙂
Hier geht es zur deutschsprachigen Version der Präsentation der Studie.
Quels sont les catalysateurs de la transforamtion digitale dans les radios des deux pays? Quel rôle jouent les réglementations et la pub dans le développement de l#audio? Que peuvent peuvent apprendre les Allemands de leurs homologues?
Découvrez les facteurs qui font les radios francaises mieux préparées à l’avenir que leurs homologues allemandes La vidéo ici. L’étude comparative à commander, cliquez ici.
Comment les radios francaises se défendent bien par rapport aux Allemands. salon de la radio 2020
Es ist schon bemerkenswert, wie sich der politische Diskurs über die Jahrzehnte ändert. In Frankreich ging es bei der Neujahrsansprache 1974 des damaligen Präsidenten Giscard d’Estaing um Blumen, Bäume und Erfahrungen der Menschen. Die Zeitung Libération hat die Rede des jetzigen Präsidenten Macron analysiert – das Wort “Arbeit“ kam, angesichts der aktuellen Streiks nicht weiter verwunderlich – häufig vor. Die Ansprache war insgesamt deutlich länger als diejenigen seiner Vorhänger mit 2.200 Wörtern. Das Libé-Zeitungs-Lab, ja so etwas leistet sich zukunftsweisend die Tageszeitung, hat einen Neujahrsreden-Generator für Präsidenten erstellt. Die daraus automatisiert aus vorhergegangenen Ansprachen erstellten Texte kann man verteilen. Ja, auch das ist „share economy“.
Ersparen möchte man dem Leser eine versuchsweise angestellte automatische Übersetzung des d’Estaing-Textes mit mehreren online-Apps. Hier eine händische Version der Endpassage aus 1974 – tja, das waren noch lyrische Zeiten:
„…1974 war ein Jahr, in dem Bäume und Blumen wuchsen, in dem sich Menschen begegneten, in dem andere lernten und produzierten und Dinge entwarfen. 1974 war ein Jahr für uns, das Teil unseres Lebens ist und das wir nie mehr erleben werden. Adieu 1974 , sei gegrüßt 1975 …“
Unsere Bundeskanzlerin beließ es in ihrer gestrigen Ansprache 45 Jahre später bei 865 Worten. ‚Key words und Tags‘ waren, wie man neuerdings sagt: Zuversicht, gute Jahre, Stärken, digitaler Fortschritt, Bildung, Arbeitsplatz, Erde, Klima, Kinder und Enkel, Erfindergeist, Zusammenleben, Soziale Marktwirtschaft, Kommunen, Hass und Gewalt, Europäische Union, Afrika.
Manch einen packt nach einem Besuch der sensationell gut besuchten van Gogh-Ausstellung im Frankfurter Städel die Lust, auch in Bildern zu denken. Wir zeigen, wie er dem nachkommen kann.
Gerade die Senioren greifen im Städel beim Rundgang rasch und anhaltend zum Handy und lichten die Exponate ab, zumindest dort wo es erlaubt ist. Der Museumsbesuch wird bildungsfördernd mit allerlei digitalen Hilfsmitteln wie Audioerläuterungen, Texten und Grafiken unterstützt.
Der Besucher freut sich, in den Kunsthallen auf ein kostenloses Wlan zugreifen zu dürfen. Die Exposition ist mit drei Begriffen zusammengefasst: kassiert an Werken van Goghs und ihn in Deutschland bekannt gemacht, hat ein Berliner Kunsthändler mit dem naheliegenden Namen Cassirer, eine junge Verwandte tat ihr Übriges. Legenden um das abgeschnittenen Ohr – hier gab es offensichtlich ein Bemühen, ‚Content’ und ‚Storytelling‘ zu erzeugen, so wie man heute sagen würde, sorgten für eine erhebliche Marktwertsteigerung der Bilder. Dieser van Gogh-Mythos regte viele männliche Künstler an, dem Niederländer nachzueifern.
Demjenigen, der in der dunklen Jahreszeit künstlerische Regungen empfindet, natürlich auch außerhalb, sei eine der vielen Zeichen-Apps empfohlen. Besonders überzeugt hier Painnt, wohl gemerkt mit zwei n, das Fotoumwandlungen erzeugt, die verblüffend großen Vorbildern wie Picasso oder van Gogh ähneln. Herunterladbar ist die App in den üblichen ‚Stores‘, auch für Apple und Windows. In unserer Bildergalerie sind das Original und zwei Produktionen dargestellt. In einer Bezahlversion entfällt das Wasserzeichen, die Bilder sind dann hochauflösend auf dem eigenen PC oder Tablet zu speichern.
Das Original, Skyline-Blick, rechts Frankfurter Eiserner Steg
Schlendert man durch das Untergeschoss eines bekannten Elektronikhandels in der Rhein-Main-Metropole, kann man einem 3-D-Drucker bei der Produktion von kleinen Tannenbäumen zuschauen. Auch diese ‚Halb‘ -digitale Technik hat mit Kunst zu tun. Die genannte Bildbearbeitungs-Software kombiniert mit einem 3-Dr-Drucker würde entsprechend programmiert auch kräftige oder je nach Wunsch feine Spachtel-und Pinselstriche auf Leinwand erlauben. Damit ist der Weg nicht weit zu mehr oder weniger perfekten Kunstfälschungen und zu gänzlich neuen Werken mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz ohne Zutun der menschlichen Hand. Was den Marktwert solcher Produktionen betrifft, wird aber mit Sicherheit das Original weiterhin den höheren Wert behalten.
Jetzt schon lassen sich Musikkompositionen digital erstellen. Dieser Artikel wurde – und das sei versichert – nicht mit künstlicher Intelligenz geschrieben. Aber auch dies wird in der Zukunft möglich sein, wenn es nicht bereits, zumindest in Ansätzen, noch nicht der Fall ist. Sehen wir ein Wetterleuchten am digitalen und medialen Horizont?
Neuerdings nennt sich Radio nicht mehr … Radio sondern Audio. Senior-Experten ist noch der Begriff „Funk“ in Erinnerung. Geschicktes „Framing“ der neu Hinzugekommenen? Mit zahlreichen Innovationen – wie soll es auch anders sein aus dem Digitalen – erhält das weiterhin enorm erfolgreiche Medium einen Push und wandelt sich. Gab es vor zehn Jahren in Deutschland 350 Sender sind es nun 438, die durchschnittliche Radioverweildauer aller Deutschen beträgt beachtliche 4 Stunden 9 Minuten an einem Werktag. 55 Millionen Deutsche hören Audiomedien. Radiosendern wird die höchste Glaubwürdigkeit als Nachrichtenquelle geschenkt (Zahlen MA 2019 I, GIK). Podcasts sollen laut einer PwC-Studie das beste Werbewachstum erfahren mit einer internationalen Steigerung von knapp 30% bis 2023, wohingegen die gesamte Medien- und Unterhaltungsbranche in diesem Zeitraum nur um etwas mehr als 4 % zulegen wird.
Ein Element der Transformation in der neuen Audio-Medienwelt stellen Podcasts dar. Solche Produktionen können unterhaltende oder informierende Beiträge sein, die in Serienform hergestellt werden und zeitversetzt ’non-linear‘ abrufbar und auch herunterladbar sind. Hörspiele oder bereits on air gewesene Beiträge sogenannte ‚replays‘ gehören auch zu dieser Kategorie. Zur Wiedergabe fungiert meistens das ubiquitäre Smartphone. Über tatsächliche Nutzerzahlen liegen unterschiedliche Zahlen vor, ob sie nun aus Eigeninteresse ‚hochgejazzt‘ sind oder nicht, sie zeigen auf jeden Fall einen durchschlagenden Trend: dieser geht Richtung Personalisierung der Hörangebote wie es viele Sender und Digitalanbieter mit zahlreichen Channels vor exerzieren.
Schaut man in einem der vielen Radio-Aggregatoren nach, welche die einzelnen Angebote thematisch sammeln, findet man in der gut gemachten App Audials (Hallo Karlruhe 🙂 ) 242.000 Beiträge in englischer Sprache und etwa 22.000 auf Deutsch von insgesamt 365.000 imventarisierten Beiträgen (Französisch 8552, Niederländisch 2013, Schwedisch 4872. Interessant wäre hierbei eine vergleichende Gewichtung nach Anzahl der Radio-/Audio-Hörer oder der Population insgesamt).
Rund um das weite Thema Gesundheit sind bei uns in Deutschland überdurchschnittlich viele Podcasts abzurufen. Natürlich gibt es in dem neuen Medienumfeld auch gleich Audiobeiträge mit Empfehlungen, wie solche Podcast produziert werden: der Anbieter Kondensator z. Bsp. verteilt Tipps zur Besorgung von Sounds, die er auf der empfehlenswerten US-amerikanischen Plattform NPR gefunden hat. Urheberrechtsfragen kann und sollte man nachlesen, sich aber nicht die Freude am kreativen Schaffen verderben lassen.
Eine ganz andere Dimension stellen Mitschnitte von politischen Diskussionen dar, wie hier z. Bsp. ein auf audials gefundener Podcast von Ausschusssitzungen zu den Themen Grundsteuer oder Städtebauförderung. Kompliment an die Kuratoren der App, ja, auch politische Diskussionen sind wichtig.
Solche innovativen Features tragen wirkungsvoll zur politischen Meinungsbildung bei. Mitschnitte von Ausschusssitzungen und Debatten im deutschen Bundestag sind auch als Videos in einer Mediathek abrufbar und ebenfalls in einer verschriftlichten Form. Im Speechtotext-Verfahren ergibt sich ein attraktives Feld für Anbieter, die alle möglichen Audioproduktionen, das gesprochene Wort mithin, auch Radiosendungen, verschriftlichen und mit Schlüsselwörtern, Indices und Tags tiefe Analysen ermöglichen. Eine Inhaltsanalyse des Wortes ist ja bisher nur möglich über analoges und zeitintensives Mithören. Viel Vorstellungskraft wird da nicht viel abverlangt bei der Frage, was mit solchen Technologien alles abrufbar und identifizierbar ist. Inhalte und die zeitliche Messung von Werbung sind nur ein ganz kleiner Teil davon.
Mit „Text2Bot“ bringt ein umgekehrtes Szenario Printerzeugnisse in die Welt des Hörens: Das Hamburger Startup Bottalk verwandelt Nachrichtenseiten in Podcasts und macht Verlagshäuser zu Podcastern. Da lautet die Aufforderung von Helmut Poppe, Radioexperte: „Reinhören und testen, ob Satzmelodie, Intonation und dergleichen stimmig sind. Anwendungen wie narrator’s voice überzeugen bisher nicht vollkommen. Spannend werden solche Anwendungen für einen Content-Auffütterung in zielgruppenspezifischen Channels der Radio/Audio-Anbieter. Für Printverleger liegen die Vorteile auf der Hand, sie gewinnen neue Kanäle und Chancen für die Erschließung zusätzlicher Erlösquellen„. Nach Angabe der Gründer werden große Potenziale im Bereich digitaler Gesundheitsanwendungen gesehen. Und da schließt sich der Kreis zu der eingangs festgestellten thematischen Favorisierung.
Hier ein Beispiel der Podcasts aus dem Bundestag. Es führte durch die Sendung – pardon – Anhörung MdB Bettina Stark-Watzinger souverän mit einer klaren, freundlichen Stimme. Das PA-System in unserer Volksvertretung scheint auch exzellent zu sein.
Bald findet in Paris eine für Radiomacher und für Vertreter von Unternehmen rund um die Branche konzipierte wohl größte Radio-Audiomesse in Europa statt. Für Fachbesucher ist der Eintritt frei!
#EuropeRadioShow
@DasMedienZentrm
#radioszene
MdB Bettina Stark-Watzinger, screenshot Mediathek Deutscher Bundestag
Si vous écoutez des stations TALK françaises, la question se pose encore et encore: pourquoi ce format ne fonctionne-t-il pas chez nous autres en Allemagne? OK, il y a DLF* et DW*. Mais est-ce que celles-là, offrent-elles des programmes suceptibles à trouver de l’audience dans 10 ou 20 ans? (on entend le cliquetis des glaçons dans les verre à whisky et le râclement des pantoufles, hihi).
Du travail d’orfèvre. Capture d’écran France 2
Avec DABplus et le streaming, il serait en fait possible de créer et de distribuer un programme radio attractif en masse. L’argument que les plages cumulées des quarts quart d’heure produisent un temps d’écoute court n’est pas tout à fait valable: il suffit d’écouter Radio RMC. Une analyse de programme montre rapidement comment les réalisateurs dans cette station procèdent habilement: 28 éléments en 15 minutes (call ins, contributions du modérateur, jingles, publicité, teaser, news teaser, news…), le tout intégré dans des modérations doubles et triples et avec un fil très personnel vers les auditeurs, genre coucou aux voisins. Les interlocuteurs ont souvent bien plus que 80 ans, ils sont boulangers (horaires matinaux obligent) ou camionneurs. Un tel format fonctionnerait-il aussi rive-droite chez nous ou est-ce que latins sont-ils seulement plus enclins à causer? Possible …..
Vive la France en tout cas – pas seulement à cause des personnes âgées dynamiques. Il est également intéressant de noter que les 4 principaux fournisseurs de programmes radio proposent des images animées en parallèle c’est à dire un programme simultané TV.
Mathieu Gallet avec sa plateforme Majelan : 75% des auditeurs seraient prêts à payer. Screenshot France 2
Un élément très important du succès est certainement la VOIX des présentateurs. Complétée par la présence et le format live, LA VOIX est le facteur clé du succès des radios – et non forcément les podcasts ou in simpre moyen de distribution tel que le DABplus. L’auditeur ou l’auditrice ne se soucient pas de savoir quel canal il ou elle utilise pour la réception. Il est même certain, qu’ils ne savent même pas quel canal ils écoutent. Les podcasts auront une certaine chance avec une utilisation modulaire dans les programmes en direct existants.
Commentaire Helmut Poppe, expert radio privée de la première heure :
„La voix et l’expérience en direct sont les éléments porteurs de transformation des radios qui veulent réussir- les podcasteurs peuvent utiliser les voies de diffusion soit les programmes en direct ou des offres modulaires que les stations radio UKW proposeront éventuellement dans l’avenir. Reste à voir si l’utilisation non-linéaire sera largement répandue ou s’il reste une niche. Quoi qu’il en soit, il est bon que de nouveaux éléments trouvent leur place dans un média culturel et de masse qu’est la radio et assurent ainsi une innovation et une transformation importantes“.
Hört man sich französische Talk-Sender an, stellt sich immer wieder die Frage, warum dieses Format nicht bei uns in Deutschland funktioniert. OK, es gibt DLF* und DW*. Die können es ja aber nicht sein (Klinkern der Eiswürfel im Whiskyglas ist zu hören und das Schlurfen der Pantoffeln, grins).
Das ist Feinarbeit. Screenshot France 2
Mit DABplus und Streaming wäre es doch eigentlich gut möglich, ein massenattraktives Radioprogramm zu erstellen und verbreiten. Dass die kumuliertenViertelstundenreichweiten geringe Hördauer erzeugen, zieht nicht so ganz: man möge sich einmal Radio RMC anhören. Eine Programmanalyse zeigt rasch, wie die cleveren Macher dort ansetzen: 28 Elemente in 15 Minuten (call ins, Moderatorenbeiträge Jingles, Werbung, Nachrichtenteaser, Nachrichten ….), das Ganze eingebettet in Doppel- und Dreifachmoderationen uuuund mit einem sehr persönlichen nachbarschaft-freundschaftlichen Draht zu den Hörern. Diese können durchaus über 80 sein. Funktioniert solch ein Format auch rechtsrheinisch bei uns, oder plaudern die Nachbarn auf der anderen Seite des Rheins und andere Latinos eher nur gerne? Könnte schon sein.
Vive la France jedenfalls – nicht nur wegen der rüstigen Senioren. Interessant auch, dass die 4 großen Anbieter durch die Bank Bewegtbild parallel anbieten.
Mathieu Gallet mit seiner Plattform Majelan: 75% aller Hörer wären bereit zu zahlen. screenshot France 2
Ein ganz wichtiges Element des Erfolges ist mit Sicherheit die STIMME der Moderatoren. Ergänzt mit der Präsenz und Echtzeit ist THE VOICE der Schlüsselfaktor erfolgreichen Radios – nicht Podcasts oder DABplus. Dem Hörer ist es gleich, über welchen Kanal er empfängt. Im Zweifel weiß er gar nicht, über welchen er gerade hört. Podcasts werden eine gewisse Chance haben mit modularem Einsatz in bestehenden Live-Programmen.
Kommentar Helmut Poppe, Privat-Radioexperte der ersten Stunde:
„Stimme und Live Experience sind die tragenden Elemente erfolgreichen Radios – meinetwegen ‚Audios‘ 🙂 – die Podcast-Anbieter können die Chance nutzen ‚live‘ gestreamte Angebote oder modulare Angebote für UKW-Radiosender zu erstellen. Ob eine non lineare-Nutzung eine weite Verbreitung findet, wird sich zeigen. Gut ist auf jeden Fall, dass neue Elemente in dem Kultur- und Massenmedium Radio Einzug finden und für wichtige Innovation und Transformation sorgen.“