Hoppla! Diese Antwort zeigte tiefes Verständnis für Medienmarketing ….

Teilanonymisiertes Bild einer Audioanalyse, Verfahren weiter unten

„… Der eigentliche Werbeblock wird fast vollständig von der Ü30-Party-Promotion geprägt. Das deutet entweder auf eine geringe aktuelle Spotauslastung hin …“

Dieses Urteil ging aus einer KI-unterstützten Analyse eines Audio-Radioprogramms hervor.

Keine Bedenken: Hier wurde nicht schlecht verkauft, sondern es handelte sich lediglich um einen kurzen Mitschnitt, was naturgemäß zu einer gewissen Verzerrung führt. (Weitere Erläuterungen zur Vorgehensweise folgen unten.) Der virtuelle Verkaufschef/Marketingleiter stellte sich diese Frage sogar selbst.

Nur, welche Fragen ergeben sich bei einer erhaltenen Analyse, die als profund und professionell empfunden wird: Haben andere bereits ähnliche Gedankengänge entwickelt? Fließen etwa eigene Recherchen und Auswertungen anschließend in einen gemeinsamen Wissenspool ein? Das würde man eher nicht wünschen.

Verblüffend waren jedoch die Ergebnisse diverser Programmanalysen. Es wurden nicht nur Werbespots transkribiert und protokolliert, sondern auch ähnliche oder dieselben Kunden bei Mitbewerbern gesucht. Interessant war hierbei das hier teilweise aufgeführte Beispiel eines Vergleichs von Radioprogrammen in Grenzstationen in verschiedenen Sprachen. Auf eine Übersetzung ins Deutsche wurde verzichtet, sie wäre jedoch innerhalb kürzester Zeit möglich gewesen.

Wie sehr hätte man sich solche Auswertungen nicht nur zu Beginn der eigenen Verkaufstätigkeit gewünscht! Sie liefern neben Anregungen für Motive und geeignete Einsatzzeitpunkte auch hochgerechnete Einschätzungen zu den Umsätzen der Anbieter sowie wertvolle Einblicke in die Werbespendings der Kunden.

KUNDENLISTE
(Kundennamen nicht dargestellt)

  1. ….. (Musikhalle, Kirmes … ) – 24 Sek.
  2. … (Hörzentrum/Hörakustik) – 21 Sek.
  3. … (Dämmung, Malerarbeiten, Dachdeckerei) – 19 Sek.
  4. …. Pizzeria …. – 18 Sek.
  5. …. (Maßgefertigte Arbeitsplatten) – 24 Sek.
  6. Restaurant …. – 18 Sek.
  7. …. (Autowerkstatt und Karosseriebetrieb) – 25 Sek.
  8. …..(Heizungen und Brennstoffe) – 17 Sek.
  9. ….. (Sprachlern-App „Do You Speak ….“) – 25 Sek.
  10. …..  (Internationale Urban-Art-Biennale) – 22 Sek.
  11. ….. (Sofas und Polstermöbel) – 20 Sek.
  12. …. (Supermarkt/Verbrauchermarkt) – 22 Sek.
  13. …. (Baumarkt und Heimwerken) – 18 Sek.
  14. …. (Sportfernsehen und Streaming) – 22 Sek.
  15. ….. (Bestattungen und Grabmale) – 27 Sek.
  16. …. (Sportage Hybrid) – 27 Sek.
  17. ….(Lebensmittel-Discounter) – 22 Sek.

Befragt, welche Instrumente sie für die Konkurrenzanalyse nutzen, nennen lokale Radiosender meist eigenes Abhören oder kommerzielle Anbieter, die digitale Mitschnitte erstellen und diese nach Kunden, Branchen, Länge, Frequenz, Umfeld und weiteren Kriterien analysieren. Nationale Anbieter verweisen auf Nielsen oder halten sich diesbezüglich bedeckt.

Anonymisierte Transkription eines Audio-Werbespots von insgesamt 17 in einem Block.


Eines ist klar: Die Durchführung solcher selbst entwickelten und durch physisches Vorab-Abhören verifizierten Analysen erfordert eine intensive Einarbeitung sowie einen entsprechenden Aufwand bei der erstmaligen Datenerfassung.

Die anschließenden Auswertungen erfolgen dagegen in Sekundenschnelle. Genutzt wurden hierfür verschiedene KI-Portale sowie digitale Mitschnittprogramme, auch als Massenaufnahme/Programme (Hashtag siehe unten). Bemerkenswert hierbei, die Auswertungs-Tools kann man teilweise kostenlos nutzen: Aufnahme, Stopzeiten, Länge der Spots, Anteil Werbung zu Programm, Werbezeit im Verhältnis zur Gesamtsendezeit, Transkription: d,h. Textliche Verschriftlichung der Spots, Programmanalyse: Musik, Moderation, Nachrichten, Werbung, Sponsoring getrennt ausgewiesen.

Nur, darauf komme ich wieder zurück: Was geschieht, wenn all dieses Wissen mitsamt einer Interpretation wie oben auszugsweise dargestellt, in einen gemeinsamen Pool für Interessierte verfügbar einfließt? Der Verdacht liegt nahe, dass dem so ist, denn die Antworten zeigten eine ausgeprägte fachliche Kompetenz. Mit anderen Worten „da war schon jemand dran.“

Insgesamt sollten sich Medienanbieter dennoch solcher Verfahren bedienen. Sie liefern unter anderem Einblicke in das Kundenverhalten bei Social-Media-Einsätzen. Empfehlung an die Anbieter, die es noch nicht tun: Erstellt Abgleiche! Denn dort geht das Geld bei den digitalen Anbietern hin und ob Medien-Staatsentwürfe irgendwann mal Wirkung zeigen, ist fraglich. Gerade hier können Audioanbieter punkten:

Ein Satz, der bei vielen Kunden funktioniert

„Sie investieren bereits Geld, um Menschen auf Instagram oder Facebook anzusprechen. Mit Radio erreichen Sie dieselben Menschen zusätzlich morgens im Auto, bei der Arbeit und zu Hause. Radio erzeugt Aufmerksamkeit, Social Media wandelt sie, wenn’s gut läuft, in Leads und Verkäufe um.“

Was früher ein Praktikant oder Berufsanfänger mit Stoppuhr, Mitschnitt und Excel erledigen musste, schafft heute KI in wenigen Minuten. Im Alltag heißt dies bei einem Regional- oder Lokalsender: Air Check dreimal die Woche in zwei Zeitschienen durchführen von drei im geografischen Umfeld umliegenden Audio-Radioanbietern, zwei weitere in anderen Bundesländern und/oder anderen Vermarktern zugehörigen Sendern. Anschließende Dokumentation. Zeitaufwand hierfür ’nebenbei‘ Recording Massenaufnahme, Audioinput in zwei Large Language Models einspeisen, Auswertung speichern. Hierfür – selbst getestet – zwei Anbieter: einmal für den letzten Schritt: weniger als 5 Minuten. Wochenzeitaufwand: 60 Minuten. Plus, wichtig, Verifikation mit Stichproben.
Kosten: Zumindest anfangs for free, dann vielleicht 2x 30 € monatlich.

Wenn manche Anbieter im Markt anschließend den Akquisitions-Strategiepart übernehmen möchten, sei gewarnt vor mechanistischem Vorgehen: Fehlender Kontext, Gefahr von Standardansprachen, falsche Prioritäten, branchenspezifische Feinheiten, Risiko von Fehlinterpretationen können zu einem Misserfolg führen. Mehr dazu in einer abschließenden Empfehlung am Ende dieses Beitrags.

Für alle, die mehr wissen möchten:

Ich habe einen Werbeblock eines privaten Radiosenders durch einen KI-Agenten laufen lassen.

Die KI erkannte automatisch:

✅ Werbekunden
✅ Spotlängen
✅ Branchenzuordnung
✅ Eigenpromotionen
✅ Verteilung der Werbezeit

Weitere Auswertungsebenen wie dargestellt.

Was heißt das für Mediaagenturen?

Die Frage lautet heute nicht mehr:

„Wie viele Kontakte haben wir erzeugt?„

sondern:

„Welchen Beitrag hat jeder Kanal zum Verkauf geleistet?“

Dafür werden genutzt:

  • Multi-Touch-Attribution
  • Marketing-Mix-Modeling
  • Customer-Journey-Analysen
  • Conversion Tracking
  • Incrementality Tests

Dadurch wird Radio inzwischen häufiger mit digitalen Daten kombiniert statt isoliert bewertet.

KI in der Mediaplanung

Hier passiert momentan die größte Veränderung.

KI wird genutzt für:

  • Zielgruppenanalysen
  • Forecasts
  • Budgetallokation
  • Reichweitenprognosen
  • kreative Varianten von Werbemitteln
  • automatische Reportings

Agenturplaner verbringen deutlich weniger Zeit mit Datensammlung und mehr Zeit mit Strategie.

Neue Datenquellen

Früher:

  • AGMA
  • Media Analyse
  • Nielsen
  • Paneldaten

Heute zusätzlich:

  • First-Party-Daten
  • CRM-Daten
  • E-Commerce-Daten
  • Mobilitätsdaten

Die Empfehlung lautet somit nicht nur für den lokalen oder nationalen Mediaverkauf: KI ist bisher eher ein „Job-Veränderer“ als ein „Jobkiller“. Gleichzeitig entstehen neue Tätigkeiten in den Bereichen KI-Anwendung, Datenanalyse, Softwareentwicklung und KI-Management. Die Mitarbeiter, die solche Analysen bisher ausführten, müssen unbedingt weiterhin wissen, wie man vorher vorging und diese neuen Schritte routinemäßig zukünftig ausführen können.

Kreative Kundenberatung, Verhandlungsgeschick und Beziehungsmanagement bleiben wichtige menschliche Stärken gerade ij einem „Me too App“-Umfeld.

Also, geht einen menschlichen Kaffee trinken beim Kunden 😊

Wo man Social-Media-Werber erkennt

Facebook Ad Library

https://www.facebook.com/ads/library

Suche nach:

  • Ort 1
  • Ort 2
  • Ort 3
  • Ganz weit draußen in Deutschland 😊

Man findet sofort:

  • Fitnessstudios
  • Küchenstudios
  • Autohäuser
  • Möbelhäuser
  • Pflegeanbieter

Das sind oft die besten Radio-Prospects.

#RadioSalesWeekly #KI #MediaIntelligence #RadioAdvertising #AudioMarketing #Spotwise #Nielsen #Kantar #RadioSales #MediaticConseils #Radiozeit @PhilippeChapot #ParisRadioShow #ARDmedia #StudioGong #RMS #Audials

Poppe Prompt 🙂 … Bild